eisig unnahbar …

eisig unnahbar
wie statuen
über denen die sterne
ihre bahnen ziehen
die wolken

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es bewegt sich nichts …

es bewegt sich nichts
außer ich gehe
an den fenstern vorbei
und lasse das eine bild
ins andere übergleiten

deine worte sind
keine fenster

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[Wo das Meer stillsteht 4,19]

Metapher

hinterher – brüten, wie immer, die himmelsverbrechen auf deinem körper
einen grünen zweig, der über vögel herfällt
ein zwielicht beschließt, die lautsprecher abzuschalten
warum spielen sie nicht?
keine dunkelheit war je fragment
da ist eine oper – eine der rollen öffnet den mund nicht
ein fluß – verwandelt die passanten an seinem ufer in ertrinkende
die spannweite der brücke in deinem körper
du mußt auf diesen endpunkt zugehen, den du immer vermieden hast
vergessen auch wieder von tagen, die es verschmähen, dich zu vergessen
mondlicht – transparent nur, wenn es vorüber
läßt dich eine landschaft lieben, die du nur hassen kannst
pause
so still all die musik, die du hörtest

[Wo das Meer stillsteht 4,18] <<>> [Wo das Meer stillsteht 4,20]
Text nach YANG LIAN, Dove si ferma il mare

“so still all die musik, die du hörtest“ – übliche diskrepanzen, die vielleicht alle dasselbe meinen, nämlich die in der stille er- und nachklingende musik. in der englischen übersetzung heißt es „so silent you have heard all the music“ und in der italienischen „tanto silenzio da ascoltare tutta la musica“, die die stille eher zur voraussetzung macht. während im englischen eher eine feststellung erfolgt. meine version führt die musik direkt in ein stilles hören. aber diese entspricht auch ein wenig meiner intention: den text, so wie ich ihn vor mir habe, skizzieren, ohne die prätention, ihn genau wiedergeben zu wollen, da dies wegen meiner unkenntnis des chinesischen nicht geht.

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käfige XVI

ins dorf : ins dorf : die letzten häuser vor dem letzten kilometer zur grenze : den schützenplatz und den garten : mal beiseite gelassen : als orte : zur beschreibung der käfige : in denen ein gewisses denken gefangen ist : an dem verstehen abprallt : und erinnern zur unmöglichkeit wird : nur noch der gedanke : hier stand das haus : dahinter auf dem hof : die tischlerwerkstatt : der anderen familie : die im hause wohnte : auf dem hof weiter rechts das plumpsklo : von dem es später hieß : unter irgendeinem alten mann hätten die morschen bretter nachgegeben : und er sei hinunter gefallen : in all die fäkalien : die erinnerung an die alte frau : die dort ebenfalls ein zimmer bewohnte : und mir immer ein brot mit marmelade vorsetzte : fein säuberlich in kleine rechtecke geschnitten : „oma matlath“ : drei fotos : eines von meinem zwanzigjährigen vater vor der vorderfront im bräutigamshabit : (wäre es farbig, ihm stände etwas röte im gesicht : der blick verlegen : verschämtes lächeln) : es gibt sonst kein hochzeitsfoto : meine mutter kam zwei wochen nach der hochzeit mit mir nieder : (merkwürdiger ausdruck) : zwei zeigen mich als wulstbeiniges kleinkind mit der tochter des tischlers in der hofeinfahrt : als drittes ein ball dabei : halt : und noch ein viertes : wo ich auf dem fahrrad vor meinem vater sitze : das fahrrad an die gegenüberliegende stallwand gelehnt : und die nachnamen : tischler markwart : matlath : ma : ma

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schlafen in eiderdaunen- …

schlafen in eiderdaunen-
müdigkeit
überm angefangenen absatz
bis einer hustet
im vollbesetzten zug
und landschaft dächer setzt
auf gleich schon vergessene
traumhäuser mit
bewohnern, der erst auftauchen
wenn der kopf sich
ganz von selber senkt

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Salustius, Über die Götter und die Welt – 9,3

9,3 Es ist zu glauben, daß die Götter auf diese Weise ohne allen Ratschluß und ohne alle Anstrengung für die Welt Sorge tragen; doch, gerade wie die mit Kraft versehenen Körper dasjenige tun, was sie tun, ganz einfach weil sie da sind (wie im Fall der Sonne, die beleuchtet und erwärmt, einfach deshalb, weil sie da ist), um so mehr besteht die Vorsehung der Götter ohne Anstrengung für sich selbst und lenkt dasjenige aufs beste, wofür es Sorge trägt. Auf diese Weise finden auch die Untersuchungen der Epikureer eine Lösung: das Göttliche – sagen sie – gebe sich keine Mühe, noch verursache es Mühe bei den anderen Dingen.

[Salustius 9,2] <<>> [Salustius 9,4]
Einleitendes

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noch einmal zu ungaretti

noch einmal zu ungaretti und m’illumino d’immenso:

leuchten im weit
wie so weit

und ein paar links:
/?p=2704
http://www.abendschein.ch/comments.php?id=848_0_1_0_C
http://snafu.twoday.net/stories/1447562

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once upon a time …

Once upon a time and a very good time it was there was a moocow

JOYCE, A Portrait of the Artist as a Young Man

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wären die hände

wären die hände
so verschlungen
wie unsere wege

wie viele reisen
blieben uns erspart

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in den lehm

für Markus Hediger

in den lehm
mit ur-händen
das ur-sein
kneten
und werden
wie ein ur-gott
am rande des waldes
der den ur-fluß säumt

ur-sprung und
kind-sein im sagen
„dies ist“

… Der einzige himmel
der dich erwartet ist der in dem du geschichten erzählen
darfst – hier kannst du gern ein gott sein – ein gott aber
der toten

Gilgamesh, dt. von Raoul SCHROTT

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