haut laß ab
von mir
bastel dir
eine neue
häute
leben
haut laß ab
von mir
bastel dir
eine neue
häute
leben
Die Eberesche
Die Esche mit Beeren
War rötlich entflammt.
Es fielen die Blätter,
Mein Leben begann.
Im Streit lag
Hunderter Glocken Klang
An jenem Sonntag:
Apostel Johann.
Bis heute beiß ich
Und will gern verzehrn
Der glühenden Esche
Bittere Beern.
16. August 1916
MARINA ZWETAJEWA
der text ist kopiert von : http://home.arcor.de/berick/illeguan/cvetaeva2.htm : die hauptseite hier : http://home.arcor.de/berick/illeguan
ein gedickt
schweigen
zung-
entbeert
kahlbusch
nicht brennt
herr
wo du nicht
bist
a-
theos
Prähistorie
der tag nimmt die maske des tages ab – was übrig blieb
ein kindermädchen, das dir einen klaps auf den rücken gibt
der himmel noch immer voller mordgedanken
ein fenster – älter als haifischzähne
wenn es der geschichte verlorengeht – schaut es aufs meer
eine blaue zunge, die gnadenlos in den reiseführer leckt
so aufgedreht, daß das fleisch am strand völlig nackt ist
in der lodernden hitze – der tod beschleunigt
ein windatem kann diese welt erschüttern
der wind der letzten tage – wer wird sein das letzte verlassene kind?
jedes gesicht verbirgt den stein hinter dem gesicht
wie in der prähistorie – eine von zwei händen gefütterte hungersnot
meeresstaub, der fliegt
auf spinnenbeinen stehen
ein strahlender baum, ganz behangen mit blumenköder
zu verleiten – das vor tausenden von jahren verleitete
du
[Wo das Meer stillsteht 4,19] <<>> [Wo das Meer stillsteht 4,21]
Text nach YANG LIAN, Dove si ferma il mare
komisch‘ blümchen
was wächst’n du so?
von wem gepflanzt
hier auf’m ‚flixt’n hügel?
wer bat’n dich zu wachsen?
warum gehst’n nich‘?
was’n los mit dein’n orange
rot’n spitz’n? ich hatt‘ den eindruck
du wärst so was wie ’ne
art vollkommener natur.
bist’s? o, echt?
wackl’ich im wind – jaaa.
da! seh‘ dir zu füßen ’nen strauß
buh kett
sie’m kleine äffchen sind’s
nicht so hoch wie du
und ’ne schwester von dir
weiter unten am abhang
und der ganze anhang
zur linken –
letzte woche
dacht‘ ich, ihr wärt grabschmuck für
mich, der
nie geburt noch
tod gewollt‘
aber jetzt glaub‘
ich, daß ich durch
meinen
hohl’n kopf red‘
Jack KEROUAC, Book of Blues (dt. von mir)
die zweite zeile hieß zunächst „wuchsest warum“, aber die neue version mag lieber ein „wecks-/wächs-“ evozieren : drum
dein heißer atem
dorrt die lippen spröd
und zunge speichelt
feucht die risse
aus denen rot
sich blutschrift löst
im weißen handtuch
nach dem zähneputzen
hänschen klein
ging allein
weite welt
auch zu klein
Er: denn man kann vom leben, wenn es gewaltig ist, nicht auch noch fordern, daß es gut sein soll…
Ich: Musil… habe dich gar nicht bemerkt heute morgen…
Er: tja, bin halt hinter dem gedanken.
Ich: und hinter dem feuer statt davor.
Er: wie geht’s der brandblase denn?
Ich: eklig anzuschauen… vor allem.
Er: da ich nun mal unkörperlich, konnte ich dich nicht rechtzeitig zurückziehen… HÖREN auf mich, diese illusion habe ich mir abgewöhnt im verlauf unserer bekanntschaft.
Ich: du hättest es ja regnen lassen können, dann wäre ich nicht auf die idee gekommen, den haufen äste anzustecken.
Er: wenn, wenn, wenn.
Ich: wer den spott hat, braucht für den schaden nicht zu sorgen.
Er: genau.
Ich: schönes gefühl, wie? mich so lädiert zu sehen.
Er: ach nein, im grunde tut’s mir ja auch leid. schon um deinen rechten zeigefinger, und dieser geruch von angesengten haaren… wärest du wenigstens eine gans…
Ich: komm, scher dich!
Er: wünsche dir eine angenehme nacht… mit träumen von glutsonnen…
Ich: und mit dir am spieß darüber…
9,4 Dergestalt ist die unkörperliche Vorsehung der Götter hinsichtlich der Körper und der Seelen. Diejenige, die hingegen in der körperlichen Sphäre entsteht und sich erschöpft, ist eine andere, und sie heißt heimarmene – Fatalität -, denn in den Körpern zeigt sich vor allem das heirmós, die Kette der Fatalitäten. Auch die Entdeckung der mathematischen Wissenschaft erfolgte in Bezug auf letztere.
Daß also die menschlichen Angelegenheiten und insbesondere die körperliche Natur nicht nur von den Göttern regiert werden, sondern auch von den Himmelskörpern, steht im Einklang mit der Vernunft und ist wahr: Weshalb das Nachdenken zu der Entdeckung gelangt, daß Gesundheit und Krankheit, Glück und Unglück je nach Verdienst von dort stammen.
[Salustius 9,3] <<>> [Salustius 9,5]
Einleitendes
du segelst argonautengleich –
dein schiff, es gleitet nur so dort
hindurch, wo Simpelgaden fort
dich drängen wollen aus dem reich
der schreibenden, die deich auf deich
gleich wie in holland als ein hort
dem meer errichten und dem wort –
am ende bleibt ein ententeich
doch mütter wollen (,) väter auch
und komma hin und komma her
in all dem wind- und meergehauch
die väter? daß die väter? mehr?
und mütter? … reim, der klaubt sich : bauch
nicht wider-, wünsch’ nur wiederkehr