zwiesprach 8

Er: o blauer himmelsschmelz, umstrahlst den tag in deinem lichten wölben.
Ich: du darfst hier sowieso nicht dichten.
Er: wieso ich. du legst mir doch den schmonz in den mund, außerdem hast mein anfängliches „umleuchtest“ eigenmächtig korrigiert.
Ich: erst bin ich’s, dann bin ich’s nicht… was nun?
Er: du meinst, erst bin ICH’s, dann bist DU’s… was nun?
Ich: wie ein dicker fetter taler aus lauter’m gold aufglänzet in der sonnen licht, so strahlet wohl das tagsgestirn als himmelstaler und spiegelt deinen frohen sinn…
Er: o, sonniges gemüte!
Ich: von wem war das jetzt?
Er: von dir!
Ich: quatsch, ich hab’s in deinen gedanken gelesen.
Er: dann mußt aber arg an gedankenlegasthenie leiden…
Ich: was ist das?
Er: schwierigkeiten beim lesen von gedanken. denn ich dachte etwas ganz anderes.
Ich: ich weiß, ich hab’s nur uminterpretiert.
Er: ah, so ein schlaumeier!
Ich: hier, nimm schon: ein glas voll goldgelber flüssigkeit, darin der sonne strahlen funkeln.
Er: o, sonniges gemüte!

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pardon : ich experimentiere am layout…

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[Wo das Meer stillsteht 4,18]

Museum

einsamkeit ist nicht das letzte bollwerk – sie ist nichts
der reine tod gleicht den im saal arrangierten blumen
farbenprächtig – durchschnittene kehlen
die vom märz ausgesandte zarte süße
auf das blut sollte man nicht achten – dann gleicht es eher einem meisterwerk

hätte lampenlicht die sonne nicht ersetzt
dieser goldene zweig wäre verdorrt

die marmorwand der nacht und nacht – auf hochglanz poliert
wenn die bronzeaxt des vogelgesangs zuschlägt
niemals gefallener regen – verbreitet den einzigen inhalt des himmels
und wir – ein von der bewegung abhängiges thema
sitzen nutzloser als zuvor außerhalb des gemäldes
und sehen uns ausgekratzt von der hand eines meisters

[Wo das Meer stillsteht 4,17] <<>> [Wo das Meer stillsteht 4,19]
Text nach YANG LIAN, Dove si ferma il mare

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noch setzt der himmel …

noch setzt der himmel
den minaretten
keine lichtergirlanden auf

wäre auch vermessen
in meinem abendland
wenn auch nicht
im vergleich
zu einer nacht
im mai
wie’s Ungaretti betitelt

dem winter sind’s lichter
allzumal

hell aufleuchtend
auf der haut im frost

reminiszenz zu „Mainacht // Der Himmel setzt / den Minaretten / Lichtergirlanden aufs Haupt“ von Ungaretti

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fast februar

blumenzwiebeln
treiben grüne lanzen
durch das erdreich

kleine rote knospen
am rosenstrauch

der wind hat sich gedreht

eines vogels lockruf

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Zuhause

Überraschung
nach solch
großer Liebe

glaubte ich sie über die Welt
verstreut zu haben

Giuseppe UNGARETTI

CASA MIA // Sorpresa / dopo tanto / d’un amore // Credevo di averlo sparpagliato / per il mondo

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AJTYS

Zwingen- und zwangloser zwiesang
Nach vorgegebenen zwitscherworten

Zwischen

TheSource und parallalie

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zwiesprach 7

Er: niemals musik in deinem haus, wenn du allein bist, außer in raren fällen.
Ich: ich horche auf …
Er: und gleich gehst du weg zum fenster, der halb unter der dachpfanne hervorlugenden heuschrecke ein wenig asche aufs haupt zu streuen.
Ich: grüße aus afrika. immer wieder läßt sich eine blicken, wenn der wind aus südlichen richtungen weht.
Er: friedenstauben aus timbuktu.
Ich: und ferne erinnerungen an friedenstaubheit und friedlichen staub.
Er: hellhörig ist nur, wer angst hat.
Ich: oder wer zwei ohren hat und keine musik zwischen sich und die welt legt.
Er: aber im auto durch die gegend fahren und die ewig gleichen pink-floyd-cassetten hören…
Ich: auch daran habe ich mittlerweile die lust wieder verloren.
Er: ich, du betrittst wieder eine neue phase.
Ich: gewohnheiten sind für ein weilchen ganz gut, aber dann werden sie irgendwann fad.
Er: verstehe. sag mir, wie oft du deine gewohnheiten wechselst, und ich sage dir…
Ich: was?
Er: ich habe lange keine zigarette mehr geraucht, und dein bitterer kaffee… nun ja…
Ich: was?
Er: gibt mir mal eine zigarette, mal seh’n, wie’s der heuschrecke geht.

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Salustius, Über die Götter und die Welt – 9,2

9,2 Doch ist es auch möglich, die Vorsehung aufgrund ihrer Zeichen in der Natur zu erkennen. Denn die Augen wurden um des Sehens willen durchsichtig gemacht, die Nase befindet sich über dem Mund, um das zu unterscheiden, was übelriechend ist, während die Zähne in der Mitte scharf sind, um die Speisen zu zerreißen, und flach auf der Innenseite, um sie in Brei zu verwandeln; und wir sehen überall, wie jedes Ding in ähnlicher Übereinkunft mit der Vernunft steht. Es ist also unmöglich, daß einerseits die Vorsehung sich in den Einzelheiten zeigt, hingegen in den Grundprinzipien abwesend ist. So hängen auch die Orakel und die Heilungen, die in der Welt statthaben, von der guten Vorsehung der Götter ab.

[Salustius 9,1] <<>> [Salustius 9,3]
Einleitendes

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wie der hund bellt …

wie der hund bellt
wenn ich ihm erscheinen soll
so schreib‘ ich diese zeilen
weil ein text erscheinen soll

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