Salustius, Über die Götter und die Welt – 13,1

13,1 Zu klären bleibt nun, daß diese Dinge niemals geschehen noch voneinander getrennt sind, da auch wir in den bisherigen Ausführungen gesagt haben, daß das, was nachfolgend ist, von dem verursacht wird, was vorausgeht.

[Salustius 12,7] <<>> [Salustius 13,2]
Einleitendes

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auf der blutharfe …

auf der blutharfe
nachtstück vom kater
der gestiefelt kommt
das gesicht zu
bepelzen
scher, scher dich!

angustia cordum
und die kehle
zugebunden
(corda maledetta!)
mit dem, was traum
entbunden

hinterher dann
wunden desinfizieren
mit alkohol und
blasen-crescendo

(zwei : ein : deutig)

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die mächtige hand …

die mächtige hand
die an der
wankelmut-
uhr
aus jedem vor
ein zurück
dir fingert

sie stülpt
über den tag
den tagenichts

wo wolk’ war : blau
wo blau : da wölkt’s

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[Wo das Meer stillsteht 5,7]

Wo das meer stillsteht (3)

1

wer mit dir kommt, nah bei jedem deiner toten
wer sagt – der eine geerntete stein
läßt das meer auf den pegel deines wassers sinken
wenn du schaust – kannst du nur vogelsang als begräbnismusik hören
du lauschst – träumst jedoch vom karminroten schutzumschlag des ozeans
hingelegt auf die fensterbank
pingelige alpträume lesen sich dich noch gründlicher
leichen, vollgestopft mit wieder ins gedächtnis gerufener kreide
wer teilt diese leidvolle distanz mit dir?

jetzt ist am weitesten fort

dein stillstehen ist so voll wie des ozeans wahnsinn
die fülle von einsamkeit – läßt ein ohr lange denken
in jeder trockenen muschel wurde raubtieren frisches blut abgelassen
schneeweiße giftmilch – ein tropfen ist genug
dein sonnenlicht zu stillen

die augen offen und in die wirklichkeit fallen
fest geschlossen – ist dem dunkel verwandt

[Wo das Meer stillsteht 5,6] <<>> [Wo das Meer stillsteht 5,8]
Text nach YANG LIAN, Dove si ferma il mare

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angefressen von …

angefressen von
schwellenmotten
der stein, der
deine füße wetzt
in ihrem ein und aus

beigemessen den
streichelsteinen
der kopf, der
deine hände metzt
in ihrem ei der daus

lang vergessen die
scheiterhaufen
der lust, die
deine gene letzt
in ihrem… welch garaus!

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vielleicht sollte ich mal …

vielleicht sollte ich mal
meine mutter begraben
die schon so lange tot

meinte der psycholog‘

handvoll erde
handvoll erde
handvoll erde

(besser doch erst noch
ein loch graben…)

(wie aber ein loch
graben? mit worten…)

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Salustius, Über die Götter und die Welt – 12,7

12,7 Zu den Göttern, der Welt und den menschlichen Angelegenheiten sei es somit genug mit dem, was bisher denjenigen gesagt worden, die weder in der Lage sind, den gesamten Weg der Philosophie entlang geführt zu werden, noch in der Seele unheilbar sind.

[Salustius 12,6] <<>> [Salustius 13,1]
Einleitendes

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alle fenster offen …

alle fenster offen
und durchzug
: wind
reist mich
fort

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die (sinnes-)eindrücke …

die (sinnes-)eindrücke
ins hinterirdische tunken
damit ein pförtchen
ins überirdische
sich öffnet

(hinterindisch?)
(übelirdisch?)

spiegel : speichel : sprach : (‚)

vgl. Musil, Mann ohne Eigenschaften, Bd. 2, S. 1215

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[Wo das Meer stillsteht 5,6]

Wo das meer stillsteht (2)

3

gelähmte jahre und jahre, durch lähmung erzwungen
jahre in versunkenen schiffen
dieses fleisch, das den schmerz zu bannen vergessen, öffnet weit seine haut
wird schließlich innen vom ozean berührt

eine sauber gewaschene leber : die weiße qualle
eingepökeltes gesicht – hält tausend sterne nieder
ein von einer schildkröte gekapertes bett – und spielt weiter auf einem glänzenden instrument

so wie mondlicht eindeutig unsere phosphoreszenz
so die gezeiten – die unaufhörlich jüngere gebärmütter auskratzen
hilfeschreie enden in – all den ohren, die nicht da sind

in – einem ruhigen augenblick in der schwebe vor der haie futterekstase

wir verschieben uns nicht – rost häuft sich oben über dem himmel
wir werden verschoben – der purpurschatten des ozeans drängt
ein jahrhundert – zwei hände spucken tinte
berühren – kraftlosen und kraftlos erreichten schlaf

schande – reitet einen leuchtturm
berührt – das masturbierende fleisch, das die toten dem strand hinterlassen
schwirrende vögel sind winzige bögen, die fünf finger schießen
unsere särge genötigt, der nacht zu folgen

grab’s aus – das grundlose verwundete meeresbett – steht still
wo ein sturm niemals anhalten kann

[Wo das Meer stillsteht 5,5] <<>> [Wo das Meer stillsteht 5,7]
Text nach YANG LIAN, Dove si ferma il mare

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