„… sie finden nichts anderes zu sagen als das, was sie hindert, etwas zu finden…“ (BECKETT, Der Namenlose)
dieser satz war für mich : eine erinnerung : im sinne von : jemanden an etwas gemahnen : aber doch auch wieder : ein sich-erinnern.

[radenbecker reminiszenzen – 31.07.2004, 14:40]

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | 3 Kommentare

Herrlich versonnen-versponnen im hü und hott, ich meine im hier und jetzt, machte sich Seine gemüt-lichkeit breit wie ein kuhfladen auf der grünen wiese:
„Ach, einfach nur gestreichelt werden, einfach nur meinen kopf an sie lehnen, wie romantisch!“
Ich: „Bitte vorm trinken den korken rausziehen!“
Er: „Umpf [oder umph: Er hatte noch den korken zwischen den lippen, war also gehandicapt]. Fern von aller hektik, aller frenesie, allem streß, einander liebes sagen, zärtlich sein… mmmh.“
Ich: „Jaja, huddibuddibubu.“
Er: „Du bist eklig, du altes ekel, du!“
Dieweil sprang mir die katze auf den schoß, fing an zu schnurren.
Er: „Ah, aber anderer leute gefühle schlecht machen!“
Ich: „Gefühle?“
Er: „Gefühle! jawohl! und zudem die eines einsamen menschen [???], der – zum alleinsein verdammt – deinesgleichen für einen höchst dubiosen hochstapler hält, wenn er seine frau auch nur anlächelt. Ganz zu schweigen von dieser ganzen katzen- und hundeduselei.“
Ich: „Ach du armer! Mutti, mutti, er hat überhaupt nicht gebohrt!“
If looks could kill, I would be dead.

Das ende unserer heutigen begegnung blieb offen – wie auch die flasche, die er vor lauter aufregung nicht mehr zugekorkt hatte. Einen moment lang mußte ich an Aladin denken und den kleinen Muck, und schon war ich wieder in der kindheit – Er natürlich längst auf und davon: „Häuptling Abendwind“ hieß wohl das stück -: Opa Lemme liest mir vor, und aus der einen katze werden hundert.

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | 16 Kommentare

heute zieht die gardine den bauch ein : schmiegt sich an die fensterscheibe : auch mein innen wölbt sich in die augäpfel : als wäre das außen dann greifbarer : aber wie der wind nur seine richtung kennt : fehlt es dem blick an anhalts-punkten : und projiziert ins endlose nur sich selbst

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | 3 Kommentare

Er glänzte heute durch abwesenheit, was ich Ihm geradezu übelnahm, schließlich hatte er mir versprochen, mir beim konservieren der tomaten zu helfen. Alles mußte ich allein machen: vom zerschneiden der tomaten bis hin zum abfüllen in die „bormioli“-gläser (wie man hier so die „einweck“-gläser nennt), ganz zu schweigen vom saubermachen danach.
Als dann die nudeln für den aufgesparten rest tomatensoße fertig waren, saß Er plötzlich am tisch und verlangte parmesankäse und: „Was gibt’s zu trinken?“
Nur gut, daß ich zwei flaschen von dem 13prozentigen sikulischen wein gekauft hatte (chardonnay- und grillo-trauben (globales mit lokalem sozusagen)).
Er ließ sich allerdings dazu überreden, die nudelportion mit mir zu teilen. Schließlich gab es noch anderes zur genüge.
Eine kleine rache mußte aber sein: ich erzählte Ihm, der hund verhalte sich derzeit völlig unnormal, er heule und belle, wie er es nie getan, außerdem sei er ständig unterwegs, so daß man seiner nicht mehr sicher sein könne, und die zur sommerfrische angereiste nachbarin habe sich beklagt: er hätte eine von ihr bewirtete person umgestoßen.
Einen augenblick lang schien Er die sterne zu zählen, dann aber:
„Wir sehen uns sicher morgen wieder.“
Katzengleich glitt er so rasch wie geschmeidig durch die großen maschen der gartenumzäunung, kroch den hintersten pfahl hinauf und sprang aufs feld. Ein kurzer blick zurück mit Seinen leuchtenden augen. Ihm gegenüber schlitzte der mond eine sichel in die himmelsschwärze. Nacht. Es ist nacht.

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | 6 Kommentare

auf der balkonklippe : kippe zwischen den lippen : in der straßenschlucht : an- und abschwellend : das dröhnen : der licht- und schallwellen : von der mutter im schatten abgestellt : weint das kind im kinderwagen : augenblicke des alleinseins

[berliner reminiszenzen : 5.8.2004, 9:15]

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

ein gehäuse hause ich : in wohnungen : wie gewohnt : argwohn wohnt argwöhnisch : traumstücken beiwohnen : innewohnende traumestücke : geortete worte : wortorte

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | 4 Kommentare

Unheimlich sei Ihm zumut‘, Er sei Seiner selbst so völlig entzogen, sobald auch nur eine schwalbe auf Ihn zusegele, als wolle sie Ihm die grad Seinem mund entschlüpfte wortmücke vor der nase wegschnappen.
Ich: Ültjes!
Er: Wie?
Ich: Ültjes!
Er: Wie?
Ich: Üs üst nüch kün müstür vüm hümmül güfüllün!
Er: Achso! dürüm!
Ich: Nein! döner!
Er: Blödmann!
Ich: Hunger?
Darauf pfiffen wir uns einen bigmac rein. Es lebe Amerika! Beim schlendern durch die straßen und parks jenseits von gut und böse mußte Er wieder an die schwalben denken: Er habe irgendwo gelesen, daß irgendein volk schwalbennester als delikatesse ansehe. Ich sah ihn nickend an.
Er: Laß uns weitergehen: da drüben aus dem restaurant stinkt’s rüber!
Ich: Dürüm!
Er: Hü!

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | 6 Kommentare

gebeugten sturmschritts prasseln bäume hügelan : wolkenlose resonanz das stumme blau : im auf und ab des brausens erst : ragt haus an seinen ecken hoch empor

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

Er: Dein schatten läßt grüßen.
Ich: Mein schatten?
Er: Dein schatten.
Er sei mit dem licht, das ihn geworfen, auf und davon. War es also doch schon dunkel geworden um mich? Das zu entscheiden, sei nicht seines amtes:
Er: Eine kerze tut’s auch. aber vorsicht! je kleiner das licht, desto größer der schatten!
Schließlich gehöre ich ja wohl nicht zu denen, die ein sönnchen auf dem kopfe tragen… bienenstich sei allemal besser als sonnenstich.
Ich schaute versonnen die hauswand empor bis hinauf zum dach: keine schatten! die sonne stand schließlich rechterhand am himmel- himmel- himmelszelt. aus den wolken quollen lachsäcke hervor, die im wind zerfransten.

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | 1 Kommentar

Narziß und Goldmund : weit zurückliegende lektüre (am schreibtisch während der ausbildungszeit im volkswagenwerk) : plötzlich bin ich der Eine und ist sie der/die Andere : betrachtend agieren : agierend betrachten : statt : betrachtend betrachten : agierend agieren – – – sobald sich aber wieder die tür hinter mir schließt (die sich nicht wirklich schließt, aber es ist, als täte sie es) … (: mein dreipunkteprogramm – könnte ich es nennen) …

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | 1 Kommentar