Er glänzte heute durch abwesenheit, was ich Ihm geradezu übelnahm, schließlich hatte er mir versprochen, mir beim konservieren der tomaten zu helfen. Alles mußte ich allein machen: vom zerschneiden der tomaten bis hin zum abfüllen in die „bormioli“-gläser (wie man hier so die „einweck“-gläser nennt), ganz zu schweigen vom saubermachen danach.
Als dann die nudeln für den aufgesparten rest tomatensoße fertig waren, saß Er plötzlich am tisch und verlangte parmesankäse und: „Was gibt’s zu trinken?“
Nur gut, daß ich zwei flaschen von dem 13prozentigen sikulischen wein gekauft hatte (chardonnay- und grillo-trauben (globales mit lokalem sozusagen)).
Er ließ sich allerdings dazu überreden, die nudelportion mit mir zu teilen. Schließlich gab es noch anderes zur genüge.
Eine kleine rache mußte aber sein: ich erzählte Ihm, der hund verhalte sich derzeit völlig unnormal, er heule und belle, wie er es nie getan, außerdem sei er ständig unterwegs, so daß man seiner nicht mehr sicher sein könne, und die zur sommerfrische angereiste nachbarin habe sich beklagt: er hätte eine von ihr bewirtete person umgestoßen.
Einen augenblick lang schien Er die sterne zu zählen, dann aber:
„Wir sehen uns sicher morgen wieder.“
Katzengleich glitt er so rasch wie geschmeidig durch die großen maschen der gartenumzäunung, kroch den hintersten pfahl hinauf und sprang aufs feld. Ein kurzer blick zurück mit Seinen leuchtenden augen. Ihm gegenüber schlitzte der mond eine sichel in die himmelsschwärze. Nacht. Es ist nacht.

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