bewegungsmelder

ein gleiten : vorbei an konturen : dahinter der tag : ein großes : ein kleines : ein nahes : ein fernes : ein reisen

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Ishtar: He! mach das tor auf!
Namtar: Du?! was willst denn du schon wieder hier?

Gilgamesh (ü Raoul Schrott)

LICHT AUS! (für ein weilchen)

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und dann : in trefflicher scheuer : zu hausen : den tag : hinweg : zu träumen : so wenig hat : das gras : zu tun : ich wünscht‘ : ich : wäre : heu

(nach Emily DICKINSON)

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nein, das sei Er nicht gewesen, zwitscherte er vogelgleich, als Er sah, wie ich auf den streifen landschaft zwischen gardine und fensterrahmen starrte, um der lärmzerrüttung des schläfrigen nachmittags in gestalt eines düsenjägers ansichtig zu werden. sichtbar blieb nur die aufbrausende luft. so wie ein blinder mit den fingern, ein hund mit der nase, eine schlange mit der zunge sieht. Er sehe bestens mit den augen, höhnte er, und stürzte sich in den wind. daß es keine adleraugen waren, konnte man allerdings seinem melodischen spott entnehmen.

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übers stoppelfeld schreiten : sich in die sohlenlöcher bohrende halme : ich laufe meilenweit für eine camel : wind kühlt schweißbluttränen : weinte ich nicht die ganze nacht? : über die nie weilenden wolken? : unstetes sein : was mir heute beliebt, ich verwerfe es morgen : und hab ich’s verworfen : nimmerwiederseh’n : und wieder von vorn : über die ackerschollen schreiten : an die sohlen sich haftende klumpen aus lehm : ich laufe auf tönernen füßen : regen klatscht beifall und nässe und kälte : frohlockte ich nicht die ganze nacht? : über das sichere wiederwerden? : trügliches sein : was heute mir bleibt, ich verliere es morgen : was soll ich frohlocken : bis denne : und wieder von vorn : stehen vorm spiegel : unsichtbar sind beine und füße : mit augen nur wandern : glas bricht scherben klirren alles entzwei : webte ich nicht die ganze nacht? : am betteppich für die tagesgötzen? : schreckliches sein : alles, was dich anblitzt im spiegel, liegt hinter dir! : was soll ich noch forschen : und tschüß : und wieder von vorn und von vornherein wissen und im nachhinein wissen daß von vornherein gewußte sich wieder von vorn vorkauen zu müssen

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risse im trockenen lehmigen boden : hochsommer : und abends den schlauch in der hand (grünes abbild der hier wohnenden grüngelben schlangen (schlingpflanzenworte! (fortpflanzungsworte! (in heart of the heart of the country)))

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Er zirpt wie ein besessener, manchmal setzt Er aus, wie gerade eben (erschöpfung?), gleich aber fängt Er wieder an. wären’s nicht laute, ich hielte Sein zirpen für blitze, die sich in rasend schneller folge in den abend entladen. der das dunkel aber bleibt dunkel. sobald man Ihm ein ohr leiht, breitet Er sich mit seinem zirpen im ganzen kopf aus, und das fenster zuzumachen traue ich mich nicht:
1. es ist noch zu warm
2. Er rächt sich dann vielleicht und sucht sich einen näheren baum
neulich fragte ich Ihn, was Er damit bezwecke. Er sei nur medium für die botschaften der sterne. Er empfange die signale unter anderem von Deneb, dem stern alpha des schwans: der hätte habe sonst keine möglichkeit zu singen. aber wenn dann die wolken den himmel verhängen? fragte ich skeptisch. „Depp!“ sagte er nur.

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Klinische Untersuchungen haben gezeigt, daß sich das Produkt als sehr viel wirksamer bei der Leukämie des Kindes als bei derjenigen des Erwachsenen erweist. In einigen Fällen von akuter Leukämie hat es eine klinische Verbesserung herbeigeführt und die Überlebenszeit um einen Zeitraum von einigen Wochen bis 2 Jahren verlängert.

nur ein blick in die praxis des übersetzens: diesmal arzneimittel von der ganz schlimmen sorte, für die gleichzeitig ein antidot notwendig ist. mühevolles durchsehen der druckfahnen. und dann beim tatsächlichen übersetzen immer der pschyrembel mit seinen horrorbildern (also immer darauf achten, daß die aufgeschlagenen seiten bilderlos sind!).

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in steilen schreien sich breitende nacht : die fluren voll raublust und freßgier

Er meldete sich gleich heute morgen bei der ersten zigarette in der kühlen morgenluft, bzw. verleitete mich zu selbst induzierten (die schnellen finger: „undzierte“ tippten sie zunächst („verunzierten“)) rechtfertigungen : denn ich gebrauchte das wort „mißkennen“. diesmal sah Er mich fragend an, woraufhin ich merkte, gar nicht aus z.b. dem DUDEN, sondern aus dem – nehmen wir – DEVOTO/OLI – geschöpft zu haben : „misconoscere“ = „verkennen“ (die rede war von den grenzen gewesen, die beim trinken von alkohol gern – nunja – verkannt werden). es gebe doch auch „mißverstehen“, so mein rechtfertigen, oder „missetat“ oder „mésalliance“ bzw. „mißehe“ (nicht „mischehe“), das sei doch auch ein interessanter aspekt, dieses fluktuieren zwischen worten und silben, zwischen sprachen zumal.

vielleicht war Er damit nicht ganz einverstanden, oder Er hatte nichts davon begriffen : heute morgen jedoch funktioniert mein modem (meine verbindung) mitnichten so, wie es (sie) sollte.

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Feigenbaum, seit wie lange schon ists mir bedeutend,
wie du die Blüte beinah ganz überschlägst
und hinein in die zeitig entschlossene Frucht,
ungerühmt, drängst dein reines Geheimnis.
Wie der Fontäne Rohr treibt dein gebognes Gezweig
abwärts den Saft und hinan: und er springt aus dem Schlaf,
fast nicht erwachend, ins Glück seiner süßesten Leistung.
Sieh: wie der Gott in den Schwan
.

Rainer Maria RILKE: Duineser Elegien VI

die ersten feigen sind reif, und die septemberfeigen künden sich zahlreich schon an. ein korb voller feigen: pompejanisches bildnis, als postkarte gerahmt – ehre wem ehre gebührt. und dann erst: die frucht öffnen, mit der zunge hineinfahren. das fruchtfleisch saugend und schlürfend und schmatzend sich einverleiben. noch spürt die zunge die myriardenstruktur der fädchen. dann mit vollem bauche bedauern, der korb sei schon leer.
die pflaumen, ich pflück‘ sie schon gar nicht mehr, zu viele sind’s.
kirschen gab’s keine: den vögeln zum fraß.
alles andere lehret dich warten und geduld.
bald, spricht das auge, das kreisend die bäume umgeht.
und so hüpft das jahr von frucht zu frucht,
bis zwischen oliven und kirschen wieder
das winterloch klafft!

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