Er (singend): I’m singing in the rain…
Ich: aha!
Er: Priapos bat mich um einen regentanz. er hätte grad‘ keine zeit wegen der „schaumgeborenen“, wie er sich ausdrückte.
Ich: verstehe: Wehnuß!
Lar (beiseite): ausgesprochen gerade die! geschrieben nie!
Ich: Ja los: stepp weiter!
Er: I’m siiiinging in the raiiin, what a glorious… tippitappetippetapp…
Chor der Hamadryaden: amiiii – pariii, amiii – demiii, amiii – pa-rà — plü! (räuspern) i
Priapos: ich kenn da einen seifenhändler!
Lar: schäum’ich so träum’ich…
Ich: mes amis, les jeux sont faits!

Im chor der proteste und dem immer heftiger werdenden schaum rutschte Er aus und fiel auf seine hinterbacken. was tun? ich führte ihn vor den fernseher auf das weiche sofa, da durfte er sich dann die videocassette mit dem „amerikaner in paris“ anschauen… nur beim letzten erdbeben wippte das haus derart merklich.

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schreiben ist suchen. worte finden. [by the way: „worte“ ist hier agierendes subjekt]

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schön, so eine gardine zu beobachten und ihr zuzuhören : heut‘ ist sie weder schwanger noch will sie aus dem fenster raus : sie hängt mal schlapp : flattert dann ein wenig : unentschlossene bewegung dann ins zimmer hinein : dann wieder hängen, kurzes flattern : und ans fenster geschmiegt : in der offenen fensterscheibe wiegen sich spiegelnd spielend äste und laub : rauschen lauschen bauschen : mein körper fühlt sich an wie watte

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noch ein letztes zitat aus BECKETTs „Der Namenlose“:

Hör auf, dich wie ein Kind anzustellen, das nach allen Erzählungen, man habe es im Kohl gefunden, sich schließlich an die Stelle im Gemüsegarten erinnert, und an die Art Leben, die es dort führte, bevor es auf die Welt kam.

unweigerlich die assoziation zur „Unsichtbaren Loge“ von JEAN PAUL, wo der knabe unterirdisch darauf vorbereitet wird, auf die welt zu kommen (unvergeßliche lektüre). irgendwo in den kommentaren zu Alban Nikolai Herbsts weblog war die rede von dem, was so auf dem markt als literatur verhökert wird, wobei es oft in diesen werken nur um koks-bohemiens und kindheitserinnerungen ginge. das mag durchaus sein, ich folge selbst dem markt nicht. das stichwort waren aber die kindheitserinnerungen. an anderer stelle (tja, wo? ich bin beim schreiben nicht sehr vorausschauend, drum geht das alles den bach runter, ganz nach der nunmehr gängigen und wohlfeilen weisheit, man bade nie im selben fluß, selbst wenn es dieselbe stelle ist) beklagte ich mich über die kinder-fotos, die manche homepage-betreiberinnen (vor allem die) von sich ins netz stellen, als würden sie dem beschauer ein schnippchen schlagen wollen, der sich mehr erwartend selbst desavouieren soll als voyeur, wo doch das als porträt der sich präsentierenden – und den voyeuren-betrachtern dargebotenen – person dargestellte kind nichts weiter ist, als die verharmlosung der prostitution und die ablehnung jeder verantwortung für das, was solch ein sich-zur-schau-stellen mit sich bringt.
kindheitserinnerungen – ich muß zum thema zurückkehren…
ich bin grundsätzlich damit einverstanden, daß kindheitserinnerungen die literatur nicht weiterbringen. sie bringen höchstens den weiter, der literatur produziert. dies bedeutet in der konsequenz, daß die kindheit nur eine vorstufe der literatur ist. was nicht heißt, daß kind-sein verwerflich ist. kind soll man sein und bleiben: kind-sein bedeutet spielen und entdecken. (vgl. hier (weil’s so kurz zurücklag, konnte ich es rechts noch sehen)).

Er: langer rede kurzer sinn?
Ich: frag den priapos.
Priapos: empor!
Er: up up and away?
Ich: wieso weg?
Priapos: hin!
Lar: armer mond: muß fliehen vor dem skorpion.
Ich: hansguckindieluft!
Er: da fiel er in das wasser ’nein…
Chor der Hamadryaden: könnt’s nicht bald regnen? uns dürstet!
Priapos: was gibt’s für eine fürsprach‘ bei zeus?
Chor der Hamadryaden: eicheln!
Priapos: gebongt!
Lar: profanes larifari!
Ich: sieh lieber zu, daß die butze morgen für die putzfrau reinigungsfähig ist. sprich: mach platz für den wischlappen.

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ich kannte sie nicht, die kollegin meiner frau, sie lebte selbst auf dem land nicht weit von hier, aber schon im Latium, und noch vor den ferien war die rede davon, sie besuchen zu fahren. vor 2 wochen kam sie plötzlich ins krankenhaus: es blieb nur noch eine einzige behandlungsmöglichkeit: morphium. sie starb heute morgen. sie war 28 jahre alt. sie hieß Simona.

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wie immer aufräumen im zu ende gehenden sommer, wenn die wenige brotarbeit zeit dazu läßt. dabei fand ich den prospekt einer ausstellung zu Benozzo Gozzoli wieder, die 2002
Im beinahe wie durch Zauber zwischen den Tälern des Topino und Clitunno schwebenden Ortes Montefalco in Umbrien […]
stattfand. unter anderem heißt es in diesem ins „deutsche“ übersetzten text:
Im Innern der Kirche des Hl. Franziskus in Montefalco stehen die Werke mit einem räumlichen Umfeld, das von malerischen Gegenwarten überfüllt ist, nach für eine zeitgenössische Ausstellung bisher unbekannten Modalitäten im Dialog, was zu erstaunlichen visuellen Ergebnissen führt.
Eben!

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sprechen : jedes wort laut wiederholen : daß ich schreibe : hören : jedes wort daß ich schreibe : von mir sprechen hören : denken : schreiben was ich denke : wiederholen : was ich schreibend denke : wiederholen : was ich denkend schreibe : laut denken : was ich schreibend wiederhole : laut wiederholen : was ich schreibend und denkend mich sprechen höre : hören : was ich denkend und schreibend mir laut wiederhole : und was ich denke immer wieder : es ist dunkel : um mich : ich kann nicht sein diese meine erfahrung

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Ich: mich schluckendes weblog.
Chor der Hamadryaden: inhalt einer entkorkten wasweißich-flasche.
Lar: pathos! pathos! pa…
Ich (unterbrechend): bitte nur zweimal: dreier hatte ich letzthin genügend
Priapos: ertappt!
Er: tappo? korken?
Ich: tappen!
Er: wo?
Chor der Hamadryaden: im dunkeln, wo sonst.
Priapos: …über stock über stein…
Ich: laß das!
Er: wieso?
Chor der Hamadryaden: nur gute menschen haben lieder. von wegen: böse menschen haben keine lieder.
Ich (versonnen): alles, was du nennst, das fehlet mir.
Er: ihr seid also böse? mit mir?
Lar: mitnichten.
Er: mitnichten was? nicht mit mir oder nicht böse?
Ich: wie du willst.
Lar: es kommt aufs selbe raus.
Ich: wie wär’s mit ’nem strammen max heute abend?
Priapos (by the way): ei, ei!
Er: wenn du unbedingt gesellschaft brauchst.
Ich: schinken oder salami?
Er: beides.
Lar: bescheiden!
Chor der Hamadryaden: sollen wir dazu säuseln?
Ich: meinetwegen. also beides. sonderwünsche?
Er: ein gürkchen, zwei tomätchen, ketchup, senf, mayonnaise, ähhhm, etwas zu trinken, natürlich kein wasser…
Priapos: alles wie geölt!
Er: danke, auch öl bitte!
Lar (beiseite): ich werde ihn stolpern lassen!
Ich: wie sie wünschen, vossignoria. in einer stunde wird aufgetischt. bitte pünktlich sein.
Chor der Hamadryaden: o, Er stolperte! gier macht blind!
Lar (beiseite): das ging aber schnell!

Um ihn moralisch wieder auzupäppeln, erlaubte ich ihm, die diversen beregnungen in gang zu bringen. auf diese weise übertönte das wasserrauschen den chor der hamadryden, die sich einiges über ihn zuraschelten.

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auf kühler steintreppe : stirn auf buchrücken : hundeschnarchen im windesbrausen : meriggiare pallido e assorto : im aufschauen die krummgewachsene ulme : wild fuchtelnde zweige : sagten mir ich weiß nicht was

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