SAUSTEN drei Teufel über die Berge heran,
Böse Götter, von Schiwa unterworfen.
Und wie sie Manas sahen, stockten sie, faßten sich an:
„Wer ist es. Wer ist es. Ein Mensch.“
Sie brausten hoch. Erschraken, erschraken furchtbar,
Gewundene zappelnde Schwaden.
„Ein Mensch mit Fleisch und Bein. Mit Knochen und Kleidern.
Er hat Grenzen durchbrochen. Sieh ihn, du.
Wer ist es. Was wollen wir tun?“

DÖBLIN, Manas

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im unterbrechen
weitersprechen
die langen pausen
breite redewege
auf denen der wind
erzählt von dem
was ER bewegt
und was durch IHN
sich selbst bewegt

die windin die

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Er: schaschlik, schischkebab?
Ich: hunger?
Er: nein. habe gerade mal wieder den schischiphusch gelesen… ist denn was fertig?
Ich: nee, hab’ keinen hunger.
Er: scheische.
Ich: haschisch?
Er: schischi!
Ich: hab’ ich aber auch nicht.
Er: les dents : les chomes : seit gestern schon!
Ich: this is the coolschrank. tip. this is the du pain and this is the du vin, sofern du wasser in wein zu verwandeln vermagst. tip. beware the muffa.
Er: hidden thoughts in hide-yourself-languages… i guess…
Ich: tip!
Er: wie er klar sich gen himmel reckt, der mont chichi!
Ich: ah, du meinst…
Er: tip!
Ich holte ihm das stumpfste messer, das ich hatte, und gab ihm das älteste stück brot. Er war förmlich gezwungen, nach je fünfmal kauen ein glas wasser hinunterzukippen. seine augen sprachen bände, sein schmatzen war unerträglich. einmal erwischte es seine luftröhre. ich mußte hinterher glatt ein paar möbel saubermachen. ich sollte vielleicht sogar desinfizieren. er hatte aber einen zettel hinterlassen, auf dem stand (wann hatte er ihn geschrieben?): „ХРУШЧОВ!“ – und da Er gern zu seinen tatorten zurückkehrt – ungesehen – legte ich einen anderen zettel daneben und schrieb darauf: sciuscià!

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s-stampfende s-rosse
s-morgens im s-halbschlaf
s-vögel s-sprechen
s-gegenzauber
s

aber
In der Frühe, da wecke sie nicht,
In der Frühe, da schläft sie so süß

s spricht s spricht s spricht s spricht s spricht s spricht

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blaß blessiert
in deinem gehen
in deinem kommen
während du
gehst
und du
kommst
und in all dem du
immer ein du

selbst ich

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illusionskreis Er heute im drehen des ventilators. optische täuschung Er heute der täuschmich und der täuschmichnicht. sowieso-Er, Er. übernächtigt im monotonen rauschen halluziniert sprechpausen, halluziniert das kurze suchen nach einem wort, lauscht sich selbst im eintönigen rauschen. akustische trance. Er. wäre darüber eingeschlafen. Er. optische täuschung indes. Er. hatte als vogel geflattert, sich selbst als viper auflauernd. Er. im golde einer stimme einer königin einer nacht sich in haltloses blattwerk verwandelnd und ihr zu füßen segelnd. und gleichzeitig – als gäbe es keine jahreszeiten – neue knospen treibend. um immer wieder neu als blatt vom baume zu fallen. wuchernd bildgeschwulst. optische täuschung. Er. ohne allen zweifel.
Er: scheibenkleister!
Ich: hä?
Er: hab’ keine lust mehr, als optischer scheibenkleister zu fungieren.
Ich: du sollst nicht fungieren, du sollst funktionieren.
Er: was’n los mit dir? rollentausch?
Ich: das hatten wir gestern schon. warum sollte es heute anders sein.
Er: daß dich…
Ich: ich stell’ gleich geschwindigkeit drei ein!
Er: nix zu trinken heute?
Ich: wasser! oder coca? oder saft?
Er: ich dreh’ lieber weiter… und ab…

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umschleicht mich
mein lächeln jetzt
oder ist’s im widerschein
ganz mondig
einer sonne abgebild
ganz leise
kommt’s
ganz
leise

in dein unmöbliertes zimmer

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Er fluktuiert. Er wieget sich im winde. Er suggeriert getreide. letzte nicht abgemähte halme. niedergeknickt vom hund. Er schwankt. Er krankt. schuld sind natürlich immer die eidechsen. reglos. solange ein schritt noch fehlt. dann hinterlassen sie einen grünen fleck. körperlos. nur der hund ist es nicht. knickt halm knickt Er.
Er (geknickt): nun erlöse mich doch schon von meiner halmgestalt!
Ich: warum? heute will ich mal fies sein!
Er: ich verspreche dir, nie wieder zynisch zu sein.
Ich: du hund!
Er: ich doch nicht. der hund, dein hund, die …, halt der hund da, hat mich doch geknickt! nein, halt, du warst es in deiner niederträchtigkeit.
Ich: nana, ich höre schon wieder töne raus…
Er: entschuldige. wirklich, ganz ehrlich und aufrichtig und…
ich warf Ihm eine dose bier zu, so schnell hat Er sich noch nie zurückverwandelt!

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[Wo das Meer stillsteht 3,1]

3. DER HIMMEL VERSCHIEBT SICH

Gebrochener fuß unterwegs auf der mauer

jede mauer, ob sie höher wird oder nicht, kann das meer überschauen
wird dich lehren, ohne scham zu gehen
ein gebrochener fuß ist nur ein erschrockenes gesicht
das den vom knöchel verlassenen körper anschaut
unter der klippe ein berstender klang wie dein schnarchen

auch ein regnerischer sturm hat den klang hölzerner schritte
wenn alle fenster aufgehen – ein dicht versiegelter himmel
so wie an den bäumen jedes letzte laubjahr hängt
abgesägte bäume , trächtig zu jeder jahreszeit
abgenagte vogelschwärme – kreisen hinter die endstation

das weinen eines gebrochenen fußes, ob ja oder nein, ist schweigen
einmal werden zehennägel gespenstisch blaß – tauchen ein ins glas dieses meeres
stell dir einen gefängnisausbruch vor, der nicht blutet
du gelähmt an der wand – kannst nicht gehen
doch der gehende frühling ist in die wand eingemauert

zu stein geschrumpft – das nächste nackte ungelernte wort
du sollst unterschreiben für das gelächter zweier gebrochener füße
jenes gelächter, das nicht mal im schnarchen sich legt
das meer überschaut dich, als hätte ein schrecklicher erfolg
eklige fußspuren auf deinem gesicht hinterlassen

[Wo das Meer stillsteht 2,24] <<>> [Wo das Meer stillsteht 3,2]
Text nach YANG LIAN, Dove si ferma il mare

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den heiteren himmel
mit dunklen gardinen
bewölken
– dies denken
furchen ziehen
auf der stirne
in denen
schweiß perlt
anstelle
nein
keine
sunt lacrimae

fernes grollen
aus unbewußten tiefen

aber dort unten
gibt es keine
lautsprecher

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