und : aus dem virtuellen : zurückfallend : ein raum : wie ein kissen : unser raum : unser kissen : desorientiert vielleicht : anfangs : langsames wiedererkennen : körper ist hier : vielleicht auch einfach nur die blase : als ausdruck dessen : körper ist hier : hunger und durst : diese banalen bedürfnisse : nur die hände : wollen nicht : hier sein : sondern woanders : sie werden ganz plötzlich sehr sehr sublim : diese hände : assoziieren im spreizen : ein sich spiegelndes spreizen : peut etre : körper ist hier

Sie hât ein küssen, daz ist rôt:
Gewünne ich daz vür mînen munt,
Sô stüende ich ûf von dirre nôt
Und wære ouch iemer mê gesunt.
Swâ si daz an ir wengel leget,
dâ wære ich gerne nâhen bî:
ez smecket, sô manz iender reget,
alsam ez vollez balsmen sî.
Daz sol si lîhen mir:
Swie dicke sô siz wider will, sô gibe ichz ir.

WALTHER von der Vogelweide
N.B. „küssen steht für kissen“

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Wir, des Vaterbezirks anmutige Fluren verlassend,
Fliehen das Heimatland: Du, Tityrus, ruhig im Schatten,
Lehrest, wie schön Amaryllis, mit Hall antworten die Wälder.

VERGIL, Bucolica I, dt. von J.H. VOSS

LENTUS IN UMBRA LENTUS IN UMBRA LENTUS IN UMBRA

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rosarote geranien
mit der fingerspitze nur
den rand der blüten
leicht berühren

schad‘ nur
daß auch etwas asche
von der kippe
hineinfällt
in den blütenkelch

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Er: Auroren, ach!, schon längst entfleucht, es herrschet eitel Sonnenschein.
Ich: Wem sagst du’s, woher die Rosen nehmen nun, die Wort‘, die blum’gen.
Er: Ey, so laß uns doch von Träumen reden. Habest du denn keinen gehabt?
Ich: O, des Traumes!, fast fiel ich aus dem Bette, so ruck- und rackelt‘ er an mir!
Er: Ey, so laß mein Ohr nicht an der Neubegierd‘ verhungern und verdursten.
Ich: Wenn ich noch alles wüßte: mich träumete, sie träumet‘ einen Berg.
Er: Hat sie’s denn selber nit geträumet, daß du ihr was vorträumen mußtest?
Ich: Sie sagt, sie träume nicht, zumindest nicht des Nachts im Schlafe.
Er: Und was war das für ein Berg? Ein mausgebär’nder, ein dräu’nder Berg?
Ich: Sie sagte mir im Traume, er heiße Monte Nimal, danach dann macht‘ sie „s“.
Als wolle sie damit sagen, der Name sei zwar so, aber sie müsse auch an „s“ denken.
Er: Berg Niemals, ey schau, und wo soll denn solch ein Nimmerberg sich finden.
Ich: Muß wohl in den Karpaten steh’n, fernab in dem Rumänischen.
Er: Der steht aber nicht im Wege dann. Wär’s im Slowenischen, möcht’s passen.
Ich: Und mich träumete, daß sie träumete, wie sie dem Monte Nimal ein Schnippchen schlug.
Er: Tät‘ sie das? Und wie? Das wäre einmal interessant zum Deuten des verborg’nen Sinns.
Ich: Hier möcht‘ ich wohl verlegen werden: Träume und Engel sind bekanntlich haltlos.
Er: Nicht einen blassen Schimmer noch? oft ist es auch die Ahnung nur, die vage.
Ich: Sie ginge da wohl auf des Berges Spitze, und dies mit ganz besond’rem Schritt
drehte dabei in den Hüften sich, als wollt‘ sie drehen sich zu mir. Peut etre.
Er: Ah, da trat sie wohl dem Monte Nimal auf das Haupt, und sollest nun stolz sein auf sie.
Ich: Peut etre.

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seiltanzend
auf sicht navigieren
auf stimmenfäden

„o rocks!“
sagte der einäugige

und die vieräugige?

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teatrino

(Bild von James ENSOR)

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im wilden herzen
schaudern vor
was zu dir führt
jedes pochen
bild schon
und pocht so wild
so ungestillt

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dich buch nennen
und dich buch sein lassen
und dich buch dich sein lassen
und dich finden im buch
du mir im buch du werdend
nicht mein doch mein im dein

auch ein spazierengehen

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Salustius, Über die Götter und die Welt – 4,7

4,7 Was die verschiedenen Neigungen betrifft, eignen sich die theologischen Mythen den Philosophen, die natürlichen und psychischen den Dichtern, und die gemischten den Mysterien, weil wie in diesen Mythen auch die Initiation das Ziel verfolgt, uns mit der Welt und mit den Göttern zu vereinigen.
[Salustius 4,6] <<>> [Salustius 4,8]

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augen
so dunkel
wie das dunkle
das mich leitet
augen
so dunkel
sind nicht
„sad“

fragen nur
dich und mich

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