Salustius, Über die Götter und die Welt – 8,4

8,4 Ihre [der Seele] Unsterblichkeit folgt zwangsläufig aus dem Umstand, daß sie einerseits die Götter kennt (während dasjenige, was unsterblich ist, jedem Sterblichen vorenthalten bleibt), und daß sie andererseits Abscheu hegt vor den menschlichen Angelegenheiten, fast als wären sie ihr fremd, indem sie sich den Körpern als unkörperliches Wesen entgegensetzt. In der Tat, wenn die Körper jung und schön sind, wird die Seele zum Irrtum verleitet, doch wenn diese im Niedergang begriffen, bezeichnet dies ihren, der Seele, Höhepunkt.
Außerdem benutzt jede rechtschaffene Seele den Verstand, jedoch ist kein Körper in der Lage, solches zuwege zu bringen. Wie sollte es übrigens auch geschehen, daß verstandlose Wesen Verstand hervorbringen?

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Einleitendes

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im abenddämmer …

im abenddämmer
ziehen die krähen dorthin
woher sie kommend
früh am morgen ausgestreut
und schwarze blumen
vom morgenrot (die
flecken der sonne)
den tag in ihrem krächzen
neu verkünden

La nuict est niemands Freund

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Ara Pacis

Ara Pacis Augustae, heute in Rom

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meine finger fummeln …

meine finger fummeln
schokoladenkrümel
aus dem silberpapier
mein blick geht hinauf
ins bücherregal
zu „Krieg und Frieden“
dahinter ruht
la Garde au feu!

immerhin ergibt die schokoladentafel ein rechteck pappe : weiß nicht, zu welchem zweck : „man kann ja nie wissen“ : und reichlich nachgeschmack im mund : die feuerwache ist nichts anderes als feuerwasser für indianer wie mich : ich spreche von dem zur Entlastung von überbeanspruchten Gehirnpartieen, so sehr wichtigen Element der Um= und Abschaltung: auch hier treten, je nach Fall, Alkohol ein; Erotica: man begibt sich ins „Ganz=Andere“! [A. Schmidt: Fragmente]

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ein dunkles tier …

ein dunkles tier
lauert auf dem acker
der schatten
meines kopfes

noch ein rekonstruktionsversuch

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[Wo das Meer stillsteht 4,14]

Universität

wir streichen die marmelade einer generation aufs brot
wind – und rosa mädchenwaden
werden in den entschlossenen blick eines hungrigen wolfs gezwängt

kauen

das leuchtende weiß falscher zähne breitet sich aus im blut
sonnenlicht fährt fort, die überall im himmel herumstehenden antiken statuen zu zermahlen
der kopf der pfahlramme nickt bei jedem stoß

schlucken

sauber festgeklemmtes flügelfleisch
der klang des unterrichts ein von der kehle trocken gewrungenes handtuch
zum mittagessen – der rasen

den mund abwischen

pünktlich das wissen sauberwischen
bringt die um das armgelenk gewundene schlange in ordnung
wie die bei der promotion zu marmor gewordenen leute

ausscheiden

ausverkauf des masturbationsalters
schwarze kleiderärmel mit frischem orangensaft bespritzt
aufgeschwollener als alpträume
verderben – reift in einem verdorbenen magen

[Wo das Meer stillsteht 4,13] <<>> [Wo das Meer stillsteht 4,15]
Text nach YANG LIAN, Dove si ferma il mare

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Salustius, Über die Götter und die Welt – 8,3

8,3 Doch zunächst muß untersucht werden, was ihre gemeinsame Natur ist.
Seele ist das, wodurch sich die beseelten Wesen von den unbeseelten Dingen unterscheiden: Bewegung, Empfindung, Vorstellungskraft, Intuition.
Irrationale Seele ist also empfindsames und phantasievolles Leben; rationale Seele ist Leben, das Empfindung und Vorstellungskraft beherrscht, und sie bedient sich der Vernunft.
Außerdem folgt die irrationale Seele ihrerseits den Neigungen des Körpers: deshalb begehrt sie und erzürnt sie sich auf irrationale Weise; während die rationale Seele unter Zuhilfenahme der Vernunft den Körper verachtet, und indem sie mit der irrationalen Seele in Widerstreit gerät, erzeugt sie Tugend, wenn sie die Oberhand gewinnt, Laster hingegen, wenn sie unterliegt.

[Salustius 8,2] <<>> [Salustius 8,4]
Einleitendes

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weiß gekleidet dein leib …

weiß gekleidet dein leib
mein leib heischt: bleib!
drei leise schreie
umkreisen frei
mein feiles „dein!“
drei leiden treiben
einsam eitel heim

16.1.2001 – gesegnet sei das papier

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du aug‘ in aug‘ …

du aug‘ in aug‘
spieglicht verkehrt
du augen auch
dein stetes vor
wem steht es vor?
du augenaug‘
bedenk‘ dein nach
in deinem hirn

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die sonne rast durchs fenster …

die sonne rast durchs fenster
schlägt mit der stirne
auf die scharfe ecke
dort am glastisch

auf dem fußboden
farbig ihr blutendes blut

[versuch, ein durch festplatten-crash verlorenes gedicht zu rekonstruieren: aber der wortlaut ist nicht derselbe, nur der stoff]

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