fünf grade sein lassen …

fünf grade sein lassen:
vier gänseblümchen
im
gras

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

im winde vorwärts …

My message is blah blah blah
Jack Kerouac, Book of Blues

im winde vorwärts
fuchteln äste
nach den wolken

nur der acker
liegt versonnen
und hält
was er versprochen

fest

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | 2 Kommentare

punktiert

forellen-merci

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

[Wo das Meer stillsteht 4,21]

Raum

vögel drücken fieberhaft luft beiseite
die seufzende oberfläche des meeres – klares, sich windendes glas

beschützt von einem apfelbaum
ein vielgepriesener apfel – eine grüne kupplerin

erträgt die rauchenden blumen
nimmt die form schneeweißer apfelschimmelflecken an

plötzlich kollabiert die ganze stadt nach hinten
strahlender sommergarten – ein toter schmetterling

in schweiß und schamhaaren verborgene münder
nehmen so vorzügliche rache an der uhr

zwei züge fahren aus den körpern
stoßen pünktlich in einem wort frontal zusammen

am mittag – ein vom gedächtnis verlassenes blaues feld
hört endlich auf, einen kahlen kopf zu bombardieren

wie der pullover des todes schrumpft
ist Hölle – so winzig, daß wir uns zu zweit nicht hinlegen können

[Wo das Meer stillsteht 4,20] <<>> [Wo das Meer stillsteht 4,22]
Text nach YANG LIAN, Dove si ferma il mare

Veröffentlicht unter wo das meer stillsteht | 2 Kommentare

an den baum gelehnt …

an den baum gelehnt
die atemzüge zählen

mich an das knirschen erinnern
unter den füßen
auf dem kiesweg hierher

(2001/2002)

eigentlich eine selbstübersetzung aus dem italienischen:

appoggiato all’albero
contare i respiri

ricordarmi lo scricchiolio
sotto i piedi
sulla ghiaia per venire qui

[außerdem paßt’s zum heutigen ajtys-thema]

nichts neues unter sonne, die heute fehlt, wahrscheinlich deshalb, vgl. hier schon einmal derselbe text:

/?p=2356

Veröffentlicht unter schublade | Kommentar hinterlassen

wahr dich …

wahr dich
vor dichtern
und
wahrheitsnebel
es goethet
dicht aus nebeln
wenn steiget
ein mond
ver- vera
(prima!)
ben zi bena,
bluot zi bluoda

ein indirekter, vorweggenommener kommentar zum vorhergehenden kommentar, den ich beim schreiben noch nicht kannte… und überhaupt auch hierzu

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | 1 Kommentar

windwölfe …

windwölfe
lauern
hinter den läden

sie geifern
und lechzen
nach dir

nein
kein licht

die läden
bleiben
noch zu

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | 1 Kommentar

Salustius, Über die Götter und die Welt – 9,5

9,5 Der Fatalität die eigenen Schmähungen und Ungerechtigkeiten zuzuschreiben, bedeutet umgekehrt, sich selbst zu ent- und die Götter zu beschuldigen; es sei denn, man wolle sagen, daß sich für die Welt insgesamt und dasjenige, was sich einzeln in Übereinstimmung mit der eigenen Natur befindet, alles zum Besten wendet; und daß nur eine schlechte Erziehung oder ein Fehler der Natur die Güter zum Schlechtesten wendet, die uns die Fatalität bereithält. Gerade wie die Sonne, die zwar allen gut, aber denen Schaden zufügen kann, die kranke Augen oder das Fieber haben.
Wie könnte es sonst geschehen, daß Massageten ihre Väter verspeisen, die Hebräer sich beschneiden und die Perser die Reinheit der Rasse bewahren?

[Salustius 9,4] <<>> [Salustius 9,6]
Einleitendes

Veröffentlicht unter salustius | 2 Kommentare

schwelle …

schwelle
auf der du
stehst

stets bereit
das drinnen
und draußen
zu verlassen

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | 2 Kommentare

aber eigentlich …

aber eigentlich
möchte ich
lieber nicht
recht haben

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen