Alda Merini

„Ich hatte ein schönes Leben. Wissen Sie, was das schönste Kompliment war, daß man mir je gemacht hat. Das machte mir meine Nachbarin, die leider nicht mehr ist, und das ich nie vergessen werde. Sie erzählte mir, daß sie in Sardinien im selben Haus wohnte, in dem auch Grazia Deledda wohnte, und daß ich sie an sie erinnere, weil ich wie sie mich nicht wichtig nehme, und weil ich auch mit einem Fummel am Leib noch gut aussehe. Ich habe nichts weiter zu sagen. Und was sagen Sie dazu?“
Dario Cresto-Dina: Alda Merini, in: Internetausgabe von La Repubblica – Alda Merini starb heute im Alter von 78 Jahren.

La poesia

Sono
molto
irrequieta
quando
mi legano
allo spazio.

Wie unruhig ich bin, wenn sie mich an den Raum festbinden. – Von: hier.

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euer land …

euer land
ist
pommerland

agoníe
pat-ire

wenn feen
eilig kriege
beenden

heart’s fee
that’s payin’
a lot

irdene
erde
nimmersatt

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In A Gadda Da Vida I + II

In A Gadda Da Vida – Iron Butterfly I

In A Gadda Da Vida – Iron Butterfly II

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rot leuchtet …

rot leuchtet
deinen blauen augen
der efeu

aus deinem gesicht
das vergehen

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beschwert und kund …

beschwert und kund
mein schweres geheimnis
me faisait languir
nur daß l’unique soin
était
daß vor ihrem
herzen verschmachtet
das weh der einzigen sorge
„beschwert“ hieß nur „sie“
das leid zu finden
das geheimnis
daß mein tun
daß mein herz
ließ leides grund
secret douloureux qui…
einer sorge voll
würd’ ich’ vertiefend
einzig meinen,
d’approfondir le…

ma che vuoi da me?

french italics from “La vie antérieure” by Baudelaire, italian italics by Canio Loguercio

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hatt’ nicht ich …

hatt’ nicht ich
bis ans herz hinan
mir kälte
gesogenannt
was andersherum
mir butter un-
verfroren
die ufer über-
schwappen läßt?

löffeln sollst du
löffeln sag’ ich

den rest kalt
werden lassen
in den kühlschrank
stellen und morgen
wieder aufwärmen

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Norah Jones – Cold Cold Heart

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sitzen bleiben …

sitzen bleiben
die nicht aufsteh’n
lamento-gebete
„steh auf mein herz“

liegen bleiben
die toten die
spielen „hasch
mich“ mit hand und
herz und fusseln
vorm mund ohn’
alles aufersteh’n
(au! verstehen)

die zypressen
verbeugen sich
„reich mir die hand“
nur daß sie dich
loslassen
wenn sie dann
gerade stehend
dich im schwung
an der hand

über alle berge

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weißsicht …

weißsicht
blaue
ankerfäden
an verzwei-
(falls schirm
na dann
weite dich
und vergiß
die hosen-
näh(t)e)
gungen

infinite
unzeit ab
weißichschon
(datum est)
falls dir
gingen
ein gang
und ge-
gungen

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wachschlafen …

wachschlafen
die zeit
schlafwandeln
das wachen
die lider im dazwischen
die millisekunde
einer kugel
die das lid zerfetzt
eines soldaten
was der tod beweist
bzw. das leben
bzw. die millisekunde

wachen

Ein Ding, das mir allerdings nicht gefiel, war, als sie Spangen oder Klammern an die Haut meiner Stirn machten, so daß meine Augenlider hoch und hoch und hoch gezogen wurden und ich meine Glotzies nicht mehr zumachen konnte, egal wie ich es versuchte. Ich versuchte zu smecken und sagte:
„Das muß eine Horrorschau von einem Film sein, wenn Sie so scharf darauf sind, daß ich ihn sehe.“
Einer der Weißmantelvecks sagte smeckend: „Horrorschau ist richtig, Freund. Ein wirkliche Horrorschau.“

Burgess, Uhrwerk Orange

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