kaufen wollte ich nichts
als ich in der buchhandlung
im bahnhof termini
meine zeit verblätterte

nur den zug verpassen

(um in zweckloser nichtzeit : mich aufzuheben : mich aufzulesen)

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es sind wenn sie sind die dinge die sind die sind was sie sind sintemalen ich ein „sind“ aus vielerlei : sindbad der seemann : findbad der feemann : schindbad der schneemann : kindbad der kleemann : mindbad der mähmann : mundbad der muhmann : schnürband der schnurrmann : blindbad der blähmann : bählamm das palmblatt

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aufgrund der witterungsverhältnisse
ist es untersagt
die flügel auszubreiten
///////////////////////////////
“Documento1
Salvare le modifiche a Documento1?
No”

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wie da die brust emporbebte : und vorwärmte was dann als hitzestolz glühte : als ich dem 18jährigen neffen wieder mal vorschwärmte : daß ich ’69 in London : sage und schreibe : im kino von highgate : und rauchen durfte man da drin! : woodstock und yellow submarine und let it be : alles irgendwie mittendrin und direktemang dabei : mir als junger spund durchaus beeindruckt : ansah und in mein gepäck für später tat.. da ist es immer noch…

ich weiß nicht, ob als dank dafür oder für anderes : immerhin schenkte er mir ungefähr ein fünftel seiner diesjährigen marihuana-ernte : es hat sich also doch gelohnt : sich lächerlich zu machen

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himmel und erde?
frag den horizont

 

durch das
ungesalzene brot
tropfte das frische olivenöl
auf meine gespreizten hände
um beim hineinbeißen
fettete es meine federn ein
lang‘ schon hatte ich die
katze beobachtet
und machte es ihr gleich
nur, daß meine ungelenke
vogelzunge nicht viel
auszurichten vermochte

da beschloß ich
in die morgenröte zu fliegen
aus der mir der krähen
gekrächz entgegenkam

da nahm aurora als zünglein
den allerersten strahl
der sonne über berges grat
drückte meine hände
an ihre drallen
apfelsinenbrüste
wie hätte ich mich da
losreißen können?
strahl um strahl
schwanden sie
und ich dahin

(Archiv 9.1.2002 – hinzugefügt am 24.12.2004)

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gedicht, daß ich schreibe
unter die zu korrigierende übersetzung
die ich morgen beim gericht
zu beglaubigen habe
ich sollte dich stehen lassen
dann würdest auch du
ins dicke buch eingetragen
mit stempeln, fortlaufenden nummern
steuermarken und unterschriften versehen
so daß ich als der urheber
zur verantwortung gezogen werden könnte
für deine richtigkeit

die sache hat nur den haken
daß der übersetzung immer
das original beizugeben ist

wo aber, gedicht, ist dein original?

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telefongesichter

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now I know : my name is humlet *) : and I hum to myself : so there’s no reason : to speak to myself : like hamlet

*) listen to 1 minute of „Arrival Platform Humlet“ by Percy Aldridge Grainger

gehupft wie gesprungen: bei google führen die meisten humlet-links nach Dänemark (sic!): humle ist hopfen und humlet gehopft.

P.S. dennoch bin ich durch die familie meiner mutter verHAMELt! was tun?

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tja, bei diesen selbstgesprächen : da muß man immer selber sprechen : da kann man das gar nicht delegieren : was soll man dazu sagen? : doch nicht etwa „herrgottimhimmel!“ : kein bimmelgott „um himmels willen“ : aber auch kein bimmelwille : oder doch? : ich häng’ mich an die große glocke : bimmelbaumelnd : dann kommt ein hohes c : und schnippelt mich ab : dann fall’ ich tief nach unten : und mache ein sonores „plompf“ : für die weiter entfernten neugierigen : oder vielleicht auch ein krachendes „krawumm“ : für die nähere umgebung : danach ist auf jeden fall stille : womit ich adäquat meine weihnachtsvorbereitungen : hinter mich gebracht hätte : denn „stille nacht, heilige nacht“ : der rest ist schweigen : wie so eine zitiergeste will : (ich nicht, heiße schließlich nicht Hamlet *) )

*) immer diese vatergespenster: selbst bei barlach winkt der pappa fröhlich aus dem grabe… **)

**)
vater spinnt
mutter rennt
schaut das kind
und es flennt

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nassgeregnet im gras
lederfarben wie mumien
rings um den baum
langsam faulende andenken
an den fünfzigsten sommer

und wenn dann fünfzig winter
deine brau’n belagern…

(das ja doch dräuende altern und der zu Shakespeares zeiten mit „forty winters“ (Sonett Nr. 2) schon nahende verfall wird von Karl Kraus sehr geschickt unseren zeiten angepaßt, in denen die lebenserwartung deutlich höher liegt [und in denen die „senioren“ sich durchaus noch mit siebzig lächerlich machen dürfen]:
Dir wird, wenn in die Jahre du gekommen
und Falten furchend durch dein Antlitz ziehn
…)

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