sieh : ist nicht : hier : gébet : denen : die nehmen : die namen : sie : ist nicht : hier : gestérn : -te : nacht : sick : -ert : sic! : unter : unterdie : unter : diehaut : die : haut : und eau : und o : und au!

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

in der nacht da weintest du
und am morgen waren
deine tränen zu eis gefroren
totenstarre schmerzkristalle
gepflückt, als wären es blumen
: auf alptraum-wiesen

es ist eine kalte sonne
die den tag in deinen seufzern
auf unsichere bahnen lenkt

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

und nicht mal das herz
auf dem rechten fleck
pocht ans brustbein
will hinaus
ruft den azteken-priester
mit seinem obsidianmesser

kardiophage sonne
zuckt noch
in ihrem licht
blutleer sich tropfend
in faules fleisch sich wandelnd

herr der fliegen
summt summendes summen
hummendes hummen und
humlet is

(es ist etwas faul…)

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

NATUR41

kein nicken
kein kopfschütteln
die eichen schwiegen
heute vor sich hin
einmal nur raschelte es
im flügelschlag einer krähe

ich verstaue auch das
und warte auf wind
denn mein indien
ist fern

Archiv, 15.7.2000

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

ES IST EINE SEEREISE BIS ZU DIR,
weil immer das Meer
vor der Liebe ist
und auf dem Meer nur der Sturm.
Immer noch sind Heros Zeiten …
Seit Jahren ist mein Schiff
unterwegs.
Inseln ziehen vorbei,
vom Mond beschienen,
Sandküsten, traurig und leer.
Ein brauner Mann gibt Flaggenzeichen
auf der Mole.
Flöten, Schlangen und Wein in Tavernen.
Und der große Wind.
Wind mit Fischgeruch und
Albatrosschrei und Wind
mit dem Dunst aus fremden Häfen.
Das Meer und der Wind
schlagen laut an mein Boot,
aber der Steuermann
ist ein stummer Chinese.
Wie ich dich auch liebe,
du bist doch eine Seereise von mir.
Erinnerst du dich,
daß in Heros Zeiten
immer wieder ein Leuchtturm
erlischt? Und Gottes Winde
blähen nur langsam die Segel.

Hertha KRÄFTNER, Notizen zu einem Roman in Ich-Form (taken from here)

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

als mein vater so alt war wie ich jetzt : war er bereits frührentner : und sah 15 jahre älter aus als er in wirklichkeit war : (leberzirrhose) : und manchmal die vorstellung : wenn du dann älter bist : als er bei seinem tode : dann bist du über alle vergangenheit : hinaus : dann betrittst du wirklich neuland : mitte juli 2006 wird es soweit sein : (aber mit dem „soweit“ : ist es wie mit dem horizont : es tut sich immer ein neuer auf : es gibt nur ein einziges : „wenn ich dann soweit sein werde“)

lernen tut man daraus nichts : denn erfahrung muß man selbst erfahren : und ich fürchte : der tod sei die einzige wirkliche erfahrung im leben : denn durch ihn definiert es sich : mit dem einzigen haken : daß es dann zu spät ist : es sei denn : der tod sei die lehre aus dieser erfahrung

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

zum essen : sich den hunger : erst einreden

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

windschreiBabend
windschreibendEben
schreibendBeben
schreitet Babelwind
bebt Windelschrei
windEbenen schreibEbenen
scherWind : dich
schreiWider : mich
schreib
schrei!

(keinen menschen gesehen : seit gestern vormittag : die welt hat mich wieder : ich sie nur noch vermittelt : über elektronische stimmenimitatoren : was nicht hinderte : daß Cherubino mir die augen etwas feuchtete : rührei im abenddämmer vorm kamin : hach!)

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

Und aus den Baumwipfeln werden bizarre Gesichter. Die Baumwipfel betrachten ihn,
bekommen Schulter und Arme. Zeigen ihm drohend die Finger und grinsen.

Alban Nikolai HERBST ("Höchstens drei kann er damals gewesen sein.")

schon seit einer stunde
geht das so:
sobald ich hinaufschau‘
zum hügelkamm
schneidet mir ein baum
mit seinem blätterhaupt
spöttisch grinsend grimassen

oder ist’s der wind
der mich so zum besten hält?

Archiv, 5.8.2000 (einen Tag nach dem 45. Geburtstag meiner Frau (58 – 5.8.))

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

sorgfältig in akurater kalligraphie
begann ich heute, den neuen
taschenkalender mit notizen
zu verzieren : über die laufenden
ausgaben : und schon vier posten
(welche fülle!) : allerdings fehlen
mir zu drei posten die jeweiligen
beträge : naja morgen : vielleicht

(wichtig dabei war doch nur : daß ich geduldig die buchstaben : zirkelte und zu worten zusammensetzte : ganz leicht nur den stift : über das papier gleiten lassend : (zum thema: ersatzhandlungen) : )

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen