nervenbaums äste vor einem
asche ist grau ist himmel ist grau
mählich sich schwärzend im wind
ans nurmehr bilderlose fenster klopft
in töne verwandelt das eidyllion
der grün schon aufgehenden saat
nervenbaums äste vor einem
asche ist grau ist himmel ist grau
mählich sich schwärzend im wind
ans nurmehr bilderlose fenster klopft
in töne verwandelt das eidyllion
der grün schon aufgehenden saat
stundenlang im traum
versucht den rechten
mittelweg zu meiden
in tausend und aber-
tausend varianten
von all dem hin und her
erschöpft wachte ich auf
die weißen wolken
am himmel ziehen spurlos:
kein wiederfinden
das herabgefallene wimpernhaar
zwischen deinem und meinem
zeigefinger und der, dem’s am
finger haften bleibt, darf sich was
wünschen – doch zu spät
so sehr du an mir herumsuchtest
mein wimpernhaar blieb verschwunden
in den dunklen falten meiner kleider
was aber hätte ich mir schon
wünschen können
als das was ich längst weiß
aber vielleicht
nicht wissen will
im widerschein der
fensterscheibe hängen
schräg gegen die
richtung des windes
rücken von büchern
herab aus abend-
schwarzen wolken
atme immer weiter
die welt ist voller eiter
klettre auf die leiter
die welt wird immer breiter
bis sie dann nicht mehr
breiter wird und – au contraire –
immer kleiner wird – schwer
zu sagen ob ich größer wär
würd‘ ich heiter
immer weiter
ungescheiter
und da schreit‘ er
ein gefreiter
kriegsdienst meid‘ er
sucht er seit er
hier verscheid‘ er
…
…die lippen die sich vor dir bewegen
…so etwas wie ein unterstreichen
des blickes (klingt komisch: „des blickes“
(so ein genitiv verdreifacht das einfache
(und verkompliziert : zwar nicht den sinn :
aber doch : die aufeinanderfolge der
silbern klingenden silben-silben)))
…die lippen die sich vor dir bewegen
heischen akustische weite
…die augen die synchron zu den lippen
sich weiten und engen
heischen ich und du
(ichwa(h)rnichttbinnichtnichtbinseinsiesieseidu)
das fassungsvermögen eines gesichts : mißt sich nicht so sehr an der breite der wangen : als an der weite des blicks : die lippen die sich vor dir bewegen : [in diesem moment setzte sich jemand neben mich im zug…]
Es gibt eine gar nicht so seltene Persönlichkeitsstörung, die unter dem Namen Tannhäuserismus bekannt ist. Manche von uns begeben sich gerne ins Innere von Bergen, und durchaus nicht immer mit lüsternen Erwartungen – Venus, Frau Holda, körperliche Freuden -, nein, viele kommen in Wahrheit wegen der Gnome, der Bergmännlein, die kleiner sind als du, wegen der Grabesstimmung, mit der die Zeit hier unten deine vermummten Wege überwölbt, schweigend durch eine meilenlange Folge von Höfen, ganz ohne Angst, dich zu verirren… keiner starrt dich an, keiner will dich taxieren… unsichtbar für öffentliche Augen… selbst ein Minnesänger will mal alleine sein… lange Regentagsspaziergänge in überdachten Räumen… die Tröstung eines abgeschlossenen Ortes, an dem sich alle einig sind über den Tod.
PYNCHON, Die Enden der Parabel, 468f.
durch schlamm
und dornengestrüpp
dorthin wo ich weiß
daß mir niemand
begegnen wird
im stiefel schmilzt
ein stück schnee
das ich unter den
fuß rutschen lasse