Es gibt eine gar nicht so seltene Persönlichkeitsstörung, die unter dem Namen Tannhäuserismus bekannt ist. Manche von uns begeben sich gerne ins Innere von Bergen, und durchaus nicht immer mit lüsternen Erwartungen – Venus, Frau Holda, körperliche Freuden -, nein, viele kommen in Wahrheit wegen der Gnome, der Bergmännlein, die kleiner sind als du, wegen der Grabesstimmung, mit der die Zeit hier unten deine vermummten Wege überwölbt, schweigend durch eine meilenlange Folge von Höfen, ganz ohne Angst, dich zu verirren… keiner starrt dich an, keiner will dich taxieren… unsichtbar für öffentliche Augen… selbst ein Minnesänger will mal alleine sein… lange Regentagsspaziergänge in überdachten Räumen… die Tröstung eines abgeschlossenen Ortes, an dem sich alle einig sind über den Tod.

PYNCHON, Die Enden der Parabel, 468f.

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