es rüttelt das sieb
und siebt
und siebt
und siebt
bleibt ein feldstein
mir allemal

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | 1 Kommentar

pfeillos
bis zum zerreißen
zum perfekten
halbbogen
angespannt
sitzen
auf dem stuhl

da sagte er mir, ein gewisser Caproni habe einmal geschrieben, die mauer, welche die zukunft ihm zu verstellen scheine, sei nichts als sein spiegel

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

Salustius, Über die Götter und die Welt – 4,2

4,2 Theologisch sind diejenigen Mythen, die nichts mit Körpern zu tun haben, sondern das Wesen der Götter betrachten: zum Beispiel derjenige des Chronos *), der seine Kinder verschlingt. Da der Gott von intelligenter Natur und jede Intelligenz zu sich selbst zurückkehrt, spielt der Mythos auf das Wesen des Gottes an.
[Salustius 4,1] <<>> [Salustius 4,3]

*) Weil ihm aber Vater und Mutter vorher sagten, daß ihn seine Söhne dereinst vom Throne stoßen würden, so pflegte er solche insgesammt alsobald nach ihrer Geburt zu verschlingen. Apollod. l. I. c. 1. § 3. [Benjamin HEDERICH: Gründliches mythologisches Lexikon]

Veröffentlicht unter salustius | Kommentar hinterlassen

mu *)

*) go

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

verlasse mich nirgend
im abendwie
du säer der nacht mir
blei bleibe im irgenddir
mein nirgendirgend
mir nahtmir dein irgendnein
dir nahtdir mein nirgendja
wollt’ mein nein dein nie ja sein

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen


stehen an weges rand
und
immer ruh’n die wege
ziellos am anfang
und ziellos am end’

und ging’ ich
es ginge nur ich

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

[Wo das Meer stillsteht 2,20]

Biographie

2. Was gelesen wurde

wenn du mit höflicher verachtung
die landschaft verfluchst – wirst du dort zu einem schwan
das wasser der vergangenheit fließt unaufhörlich – deine panik
besiegt dich immer noch mühelos, wie schlechtes wetter

immer noch zeit des stillstands
eine platte aus stein in einer düsteren ecke des friedhofs
breitet das letzte antlitz aus, die wangenknochen zertrampelt von einem stiefelabsatz

im regen fährt ein roter bus zu seiner endstation
ein gedicht – jeden tag geschrieben bis zu seiner endstation
ist nicht du, nur deine verrücktheit
keine hände – nur ein vom spiegel bestellter schirm
zeuge, wie der dichter von der schreibmaschine korrigiert den ausdruck betritt
so nah, daß ihm die unterwäsche von der biographie ausgezogen wird
ein leben, übergeben der dreistündigen folter eines anderen

[Wo das Meer stillsteht 2,19] <<>> [Wo das Meer stillsteht 2,21]
Text nach YANG LIAN, Dove si ferma il mare

Veröffentlicht unter wo das meer stillsteht | Kommentar hinterlassen

hier
wo ich begeb‘
aller mimik mich
wird mund
nicht mir

nur dir
wird kund
was auf lippen dir
stund um stund
und je schon stand

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | 1 Kommentar

die bilder schlafen im ungemachten bett
seit ihnen heute morgen das licht ward
nun singen die grillen ein eintönig reveille
zwar hören’s die bilder, doch glaub‘ ich
es sei ihnen eiapopeia, und gähnen
und sinken zurück in die wollenen decken
nach denen zu strecken ich bald mich begeb‘

(it’s a hard day’s night)

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

Es kann nicht leicht etwas Ergötzlicheres geben, als die Monographie des M. Varro aus seinen menippischen vermischten Gedichten (Satiren), welche die (besondere) Ueberschrift führt: „nescis quid vesper serus vehat, d.h. man kann nicht wissen, was die spätere Stunde mit sich führt“.

AULIUS GELLIUS, Die attischen Nächte

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen