dem wein ärger
zugesprochen
: als sonst :
drum kopfweh
beim aufsteh’n
aus dem ehebett
(seit langem
mal wieder :
sie ist ja nicht da
für ein paar tage)
dem wein ärger
zugesprochen
: als sonst :
drum kopfweh
beim aufsteh’n
aus dem ehebett
(seit langem
mal wieder :
sie ist ja nicht da
für ein paar tage)
12,4 Aus diesen Beobachtungen läßt sich leicht schließen, daß es in der Welt von Natur aus nichts Böses gibt: Denn die Übel zeigen sich als Folgeerscheinung der Aktualitäten der Menschen – jedoch weder bei Allen noch auch immer.
[Salustius 12,3] <<>> [Salustius 12,5]
Einleitendes
immer mehr
ähnelt meine
hand derjenigen
meiner mutter
sagte sie
heute morgen
im auto
nachlassender regen
mit der sehangel
grüntöne fischen
auf dem saubohnenfeld
und in gedanken
über die woche
das netz der tage
verstricken und
warten, daß es
langsam ausfädelt
mannshoch – man zog
sie diktierte das eine
ich schrieb das andere
einst in der dorfschule
so oft sie’s auch
wiederholte
klingt so mir nach
im fallenden gras
die kröte – hilflos
aufgedunsen rudernd
und unverborgen
unterm kreiselnden
motor der motorsense
Wo das meer stillsteht (1)
3
was eintönig ist und eintönig kopiert wird – ist kriminell
jemand, der allein auf einer klippe lebt, ist dem rand näher als die klippen
du – zerschmettert von tausend tonnen blauer felsen
augen – können nicht das zerschmettern des ozeans vermeiden
was die tage anschaut und was vom tage nackt ausgezogen wird
zeit – die hardcore-pornographie des todes
eine noch schärfer geglättete fischgräte kann niemals fehlgehen
ein tropfen bluts – hat die wasser verdünnt, das versunkene schiffe umgibt
archaisches elfenbein, doch erbarmungslos wie ein balkon
bäume – in ihren zweigen wieder grün-grüne fischschwärme
in diesem schneeweißen krankenzimmer – brütet das weiß
bloße brüste auf dächern aus – stürme
ändern jede hand, die zu sanft
des himmels beine am bettgestell befestigt
für das meer – gleitet der ozean noch sprachloser in träume
eine schabe zuckt schrecklicher als ein mensch
was vergangen und was vom vergangenen ausgespieen wird – ist nur fleisch
in dieser wirklichkeit – von dir erinnert – da ist nur längst vergang’nes fleisch
das blaue klippen ablehnt
das die flügel ablehnende meer : in stücke zerschlagen
auf deinem gesicht – schreibt jede welle mit licht die lügen-biographie
und ein den rand anstarrendes auge ist eine frische auster
wo die nekrose der letzten nacht sich endlos fort- und fortschwärzt
[Wo das Meer stillsteht 5,2] <<>> [Wo das Meer stillsteht 5,4]
Text nach YANG LIAN, Dove si ferma il mare
unterm herzstein
begraben
fuchtelt noch
rest ins leben
(sehleben)
der mai ist
die bäume
und ausgesetzt : er
auf den blättern
i M : W i n d
acht habe acht
es achten deiner
nicht einmal
die lilien auf dem felde
(matth. 6,28)
so rauh dein weiß
dein reif dein eis-
blumblau – dein
maigekomm, mai
dire mai : sag
niemals nie
(ist auch was blöken
die schaf‘ wenn die
hund nit bell’n)
12,3 Falls man die Bosheit der Dämonen behauptet: Wenn diese ihre Kraft von den Göttern erhalten, können sie nicht böse sein; erhalten sie sie dagegen von anderswo her, dann sind die Götter nicht mehr die Urheber aller Dinge. In diesem Fall sind sie dessen nicht fähig, auch wenn sie es wollten, oder sie wollen es nicht, auch wenn sie dessen fähig sind, was – in beiden Fällen – einem Gotte nicht ziemt.
[Salustius 12,2] <<>> [Salustius 12,4]
Einleitendes
grünregen : im spätapril : sattgrün : zungenblau : im wolkengrau : den ohren : ein regengurgel : in dachrinnen : es rauscht : das erste laub