schweigen

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im zug …

im zug
ihr reden ins ohr
und ihr lippenpaar
als schattenspiel
auf seite soundso

schattenmund
tut rede kund

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zeugungsjubiläen

1. wie einst der im mai ist gekommen
2. wie einst der im mai ist gekommen
3. wie einst der im mai ist gekommen
(…)
53. wie einst der im mai ist gekommen

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vom hund …

vom hund
dreigeteilt
die verblutende
restschlange
zum s
sich windend

stumm

bis an die grenzen
des möglichen

öffnet weit
sich ihr maul
zum unerhörten

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Salustius, Über die Götter und die Welt – 12,5

12,5 Und wenn die Menschen Böses tuend eben das Böse anstrebten, dann wäre ihre Natur selbst böse; wenn derjenige, der zum Beispiel Ehebruch begeht, der Meinung ist, daß zwar der Ehebruch böse, doch das Vergnügen andererseits etwas Gutes sei; wenn derjenige, der einen Mord begeht, dafür hält, daß zwar der Mord böse, doch die Reichtümer andererseits etwas Gutes seien; und wenn derjenige, der einem Feinde Böses antut, meint, daß Böses zu tun etwas Böses sei, es jedoch etwas Wertvolles sei, sich dem Feinde zu erwehren – und ebenso irrt die Seele in allen Dingen auf dieselbe Weise -, dann entstehen die Übel aus dem Verfolgen des Guten, gerade so, wie das Dunkel, das von Natur aus nicht existiert, daraus hervorgeht, daß das Licht fehlt. Es irrt somit die Seele, denn sie tendiert zwar zum Guten, irrt sich jedoch hinsichtlich ihrer Identität, da sie keine Ursubstanz ist.

[Salustius 12,4] <<>> [Salustius 12,6]
Einleitendes

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nicht endlich …

nicht endlich
das wiedersehen
auf dem bahnsteig
nur ein wieder
ohne ende
im ein- und einzigen
all-
(aber es zögert
der -tag…)

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lerche himmelaus …

lerche himmelaus
ihr zwitschernd
darsein
erdig ersessen
mein wort
sehnt fallen-
den stein
(die fallen
des steins)

[Weiter weg von der Straße waren nur noch die Lerchen zu hören. Die Vögel warfen sich in den Himmel hinauf. Helene versuchte, eine Lerche im Auge zu behalten. Es gelang ihr nicht. Immer wieder ließ sich einer der Vögel aus dem Himmel fallen. Fiel wie ein Stein. Fing den Fall erst im letzten Augenblick auf und schleuderte sich wieder hinauf hoch in die Luft.
Marlene Streeruwitz: Verführungen]

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[Wo das Meer stillsteht 5,4]

Wo das meer stillsteht (2)

1

auf dem geteerten meer wittert ein geist-weißer vogel

seinen weg zur küste – der leuchtturm bleibt
links liegen – dort, wo wir auf unser unzeitiges ende stießen

auf dem geteerten meer ist ein anker ein zerbrochener pflug

mit sich neigenden grabsteinen – schreibt ein jahrhundert
unsere namen neu
am roten felstisch werden wir gesehen beim mittagessen
auf meerwasser – das grüne freudenfeuer der kiefernnadeln wärmt das skelett
entblößt all die rostgeschwärzten zähne – und tanzt

der kleine kirchturm preßt jeden augúst in diese nacht
ein sturm – geforderte lektüre in der lektion des todes

das licht hält ein – wo immer mehr tote sich versammeln
die ankerkette ist gerissen – der anker sank tief hinab, wo säuglinge jammern
die liebenden fest umschlungen unter dem teer

nach einem jahrhundert haben die schwärze der uhr begriffen

[Wo das Meer stillsteht 5,3] <<>> [Wo das Meer stillsteht 5,5]
Text nach YANG LIAN, Dove si ferma il mare

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fernsehschwermut

in der ferne schwer ein „sie sah fern“
mut von ferne geseh’n
schwer wie die seh am grunde des meeres
fern gesehen
schwer lastet fern dein fern gesehener mut
schwer dein sehen
umsehnt dein mut
entschwerte fernen
unmutsschwer das ferne sehnen

(zu einem wort, das hier ich gefunden)

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angerufen werden …

angerufen werden
von call-centern

meine automatische
anrufbeantworter-stimme

„interessiert mich nicht“
„ja, und warum nicht?“

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