keine tragödien mehr möglich

… e bra’o!

(à propos zwo zu null)

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | 2 Kommentare

du stein …

du stein
in meinem mund
speichelst
mir worte wund
(und tu‘
es nimmer kund)

so kummerrund
bist du
der zunge schwund
schmeichelst
mir schweigen bunt
(und wein‘)

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

kuddelmuddel

irgendwas geht hier durcheinander bei twoday: den salustius habe ich doch erst heute, am 3., eingestellt! nun steht er als vorletzter beitrag da. (und grad per hand das einstellungsdatum korrigiert: es ist tatsächlich beim 2. Juli 18:05 stehengeblieben!).

nun auch das einstellungsdatum für salustius korrigiert…

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

Salustius, Über die Götter und die Welt – 13,4

13,4 Wenn es also nicht durch Kunst und nicht einmal durch Natur geschieht, daß die Götter die Welt machen, bleibt nur noch, daß sie aufgrund einer Kraft erschaffen.
Nun, alles tritt ein durch die etwas Anderem innewohnende Möglichkeit; auch kann niemals seiner Erfüllung entgehen, was auf diese Weise entsteht, es sei denn, man entziehe seiner Ursache die Kraft. So daß diejenigen, die das Ende der Welt behaupten, tatsächlich die Nicht-Existenz der Götter behaupten; bzw., indem sie die Existenz der Götter behaupten, lassen sie den Gott abgeschmackt erscheinen.
Kurz und gut: Indem jedes Ding durch eine innewohnende Kraft geschaffen wird, besteht Alles in seinem Innersten zugleich mit Gott; und da es sich um die höchste Kraft handelt, mußten daraus notwendigerweise nicht nur Menschen und Tiere, sondern auch Götter, Engel und Dämonen hervorgingen. Und je mehr der erste Gott sich von unserer Natur unterscheidet, desto mehr Zwischenkräfte sind zwangsweise einzuführen: Da all das, was an den Extremen auseinander geht, unterschiedlichste Zwischenelemente zuläßt.

[Salustius 13,3] <<>> [Salustius 14,1]
Einleitendes

Veröffentlicht unter salustius | Kommentar hinterlassen

stolpern in den tagwald …

stolpern in den tagwald
rufend ein ich-bins-ich-bins
an allen bäumen stehen leitern
wollen mich: nimm-die-nimm-die
und nebenan die immer-schön’re
die immer-höh’re, die immer-
die immer- die immer- die immer-
und hehrer und höher und schöner
(und weißt du noch das bild
in einem deiner briefe
du an der leiter
die arme hoch empor
die pose des jetzt-steige-du

ich sprosse
und du sprießt)

stolpern aus dem tagwald
und rufend, daß sei ich nicht gewesen
der die leitern dort
hineingestellt

überraschende affinitäten zu „möglichkeitenpoetik“ und „führen im gelände

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

die realisierung des körpers …

die realisierung des körpers : in der anatomie : im moment : des zerschneidens

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

unsere verschachtelten …

unsere verschachtelten
ringe

als du mir zeigst
deine linke

weiß-ich-was-weißt-du

so lang schon
der meine

weißt du sofort

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

knietief im sand …

knietief im sand
den niemand nach oben gedreht

alles gehen
ein sich vorstellen
im ablaufen der
abgelaufenen zeit

es rieselt
ein bangen
nur

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

geräusche: …

geräusche:
das wasser aus dem sprenkler
die vögel aus den bäumen
der pc, weil er kühlung braucht
die tasten unter den fingern
der stuhl unter den sitzhaltungen
das schweigen als substraktion
dessen, was gesagt
dem werden sich
entzieht

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

[Wo das Meer stillsteht 5,10]

Wo das meer stillsteht (4)

1

King Street – geradeaus
Enmore Road – rechts abbiegen
Cambridge Street – Nr. 14
die zunge des meeres leckt ins fenstergitter hinein
                   das alte haus enthüllt
zahllose orte, uns im dunkeln zu bewachen

wir sind so abgetragen – ausgeplündert und dann verfallener als zuvor
so daß schatten sich zeigen werden bei dieser adresse

                   unvertraute worte sind nur flüche
alle einander vermengt: die aus inzucht hervorgegangenen nachbarn
tote tauben erbrechen stadtbilder einer epoche nach der anderen
glas – eingefaßt in augäpfel
himmel – wahrt jenseits der eisenbahn stolze farbenblindheit
eine elegant gedruckte karte mit den ruinen eines jeden
                   die nur dem meer gehören können

alles was nicht da ist – verschwindet noch mehr
es ist ein gedicht – das uns zurückleitet zum nirgend- und
irgendhaus – ein völlig demoliertes leben

[Wo das Meer stillsteht 5,9] <<>> [Wo das Meer stillsteht 5,11]
Text nach YANG LIAN, Dove si ferma il mare

Veröffentlicht unter wo das meer stillsteht | Kommentar hinterlassen