Als wären die häscher hinter Ihm her, sprang Er über den zaun und rannte in den wald gegenüber der wegkreuzung und ward nicht mehr gesehen. Zuvor hatte Er mit einem stück angekokeltem holz auf den zement ein diagonal geteiltes viereck gemalt: darin oben links einen nach oben hin gebogenen halbmond, unten rechts einen stern.
Priapos: Wer einen halbmond im wappen hat, dessen vorfahr fuhr gen morgenland, euer komisches heiliges grab zu „befreien“.
Ich: Laß das „euer“… meinst du, Er sei nun in den Nahen Osten? Die richtung war aber falsch!
Priapos: Nein, ich glaube eher, Er hatte durst auf Vin Santo.
Lar: Tja, die vorräte waren aufgebraucht.
Verschwitzt kam Er auch schon wieder angelaufen und verlangte einen korkenzieher. Er nimmt einen schluck. Und noch einen.
Er (wie rezitierend): Diese vier Worte auf Lateinisch / haben, sag‘ ich, solch einen Wert, / daß sie einen halben Kelch voll Wein / in das Blut uns’res Herrn zu wandeln vermögen. // Ungeachtet, daß hinsichtlich Geschmack und Farbe / man sagen würd‘: der kommt aus Marino; / doch abgesehen von Aussehen und Geschmack / muß man schwören: dies ist das Blut des Herrn. // Aber dadurch, daß dieses Blut / im Kelch des Priesters ganz so bleibt / als wär’s noch Saft von Trauben; // da möcht‘ ich doch fragen, ob ein Pokal / geweihten Weins zu Kopfe steigen kann / dem, der ihn trinkt, und ihm nun schaden tät.
Lar: Giovanni Gioachino Belli, Sonett Nummer 975 „Eine schwierige Schwierigkeit“. Geschrieben am 29. Mai 1833 zu Terni.
Priapos: Ich verdrück‘ mich zu den baumnymphen…

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feuchter winde hoffnungssalz : reibt schmerzen : in die aufgesprungenen lippen : stumm nur und regungslos : darf der acker lächeln

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Therapie gegen Kopfschmerzen und Zauber der Unterwasserwelt

Sich in einem Waschbottich spiegeln und warten, bis das Wasser den Kopf auf kleinen Wellen wiegt – dann das eigene Abbild einige Minuten lang verrühren, daraufhin den Strudel anhalten und warten, bis der Kopf sich im Wasser wieder zusammensetzt – ihn fortnehmen und das Wasser ausschütten, damit es keinen gleichen mehr bilden kann, da er sonst Gefahr liefe, die Aufmerksamkeit des Henkers auf sich zu ziehen.

(TERAPIA CONTRO IL MAL DI TESTA E FASCINO DEL MONDO SUBACQUEO

Specchiarsi in una tinozza, lasciando che l’acqua porti la testa sulle piccole onde – poi mescolare la propria immagine per alcuni minuti, quindi arrestare il gorgo e lasciare che la testa si ricomponga nell’acqua stessa – distoglierla e gettare l’acqua affinché non ne riformi una identica, con il rischio di venire additata al boia.)

Valentino ZEICHEN (deutsch von Helmut Schulze)

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Uns ist in alten maeren wunders vil geseit

SPRECHER 1: Und dann kommt dieser Satz, den ich niemals verlieren werde… dem ich verfallen bin…
SPRECHER 2: Die Spazierstöcke wiegten sich sanft hin und her wie Seegras.
(Alban Nikolai HERBST: Die Illusion ist das Fleisch auf den Dingen)

Diese 2 sätze im zug vor der abfahrt vom bahnhof Termini und mich erinnern an mein „spazieren“ zum bahnhof hin, bei dem ich an maere mari mers & seas dachte und daran, daß es ihm untersagt ist, dieses wort anders geschrieben zu benutzen, und ich dann im zurückdenken an gestern und seinen besuch überlegte, wie ich dem wohl gedenken könnte, und wie mir nur ein incipit einfiel: „seegras im über/unterschwang“, dem sich nun unverhofft über Aragon der kreis rundet: seegras im über/unterschwang des spazierens auf wellen, die ein nachhall des ins wasser geworfenen echos einer zwar nurmehr erinnerung, die aber dennoch um so mehr ein ver-innern.

Auch und gerade das verstehe ich unter parallalie: das vorweg und nicht hinterher gedachte bild, daß dann im nachhinein als antizipierte antizipation wiedererkannt wird.

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abdominal überschweigt ein : ach könnt‘ ich ihn trinken : moooooond : dörflichen saturday-night-fieber-bums : rhythmischer widerhall : im steten rauschen : des kühlung heischenden rechners : nur ein kopfkratzen übertont beides

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hinter den sich senkenden lidern : wird der blaue himmel : zur erinnerung an sein spiegelbild : nur aus den ohren : hallt sein schweigen : in den letzten silben : des nichtgesagten nach : schmecken geht schlecht : die zunge reicht höchstens : bis zum krümel am mundwinkel

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zuckender schatten : den ich nicht sehe : einer sich krampfenden sonne : die ich nicht sehe : krampfsonne im zuckschatten : deduktion : imaginäres abbild eines imaginären abbildes eines vorgestellten bildes : aber wenn ich jetzt nach draußen gehe : scheint die sonne : weil ich im schatten stehe : was ist falsch?

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traumprotokoll

schweiglos entschwert aller schwöre : nice ’n Nice über schwankhalmen : schwebkraft schwallt rauchpilze : schwumm : schwumm : schwumm : schwumm : nice ’n Nice ’n soilent green

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heut‘ läuft er ihm hinterher : der mond dem skorpion : aufgehobene zeit im drehen des sich um das drehende des drehenden drehende : und was sind schon 365 lichttage im quadrat? [*]

[*] Antares (Alpha Scorpii) ist von uns 365 Lichtjahre entfernt. [**]

[**] Welche strecke aber legt das dunkel in einem jahr zurück? Wo entsteht das dunkle? Vor wie vielen äonen wurde das licht ausgelöscht, das uns nicht mehr erreicht, wenn nicht als nicht-licht? Leben wir in einem irrtum? Sind wir selber ein irrtum? Sicher ist, daß wir von dunkel zu dunkel im scheinbar lichten leben wandeln. Eine flagge für die menschheit müßte demnach schwarz-weiß-schwarz gestreift sein.

Alternativ dazu könnte das weiße auch transparent sein, so daß es für jeden anders aussähe. Gebongt!

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„Langen tages kurzer sinn : käse!“ So Sein fazit. Das habe alles damit angefangen, daß er aufgestanden sei. „Addirittura?“ Jaja, im bette lebe sich’s besser und außerdem horizontal, was man nicht unterschätzen solle. Diese horizontale bzw. waagerechte postition habe den vorteil, daß man auf dem tag wie auf einem großen meere schaukeln und sich dahin treiben lassen könne. In der vertikalen bzw. senkrechten position(manche hätten dafür auch den ausdruck ‚aufrecht‘) sei man dagegen dazu verurteilt, im tag zu ertrinken, da man diesem bodenlosen gelicht (‚gewässer‘ könne man ja wohl nicht sagen) nur sehr viel weniger widerstand zu bieten habe als so ein breiter rücken.
Hier drehte Er mir kurz Seinen rücken zu, hob dabei wie etwas die schultern und holte tief luft. „Beeindruckend.“ (Ich, gespielt anerkennend).
Also sei Er selbstmurmelnd völlig und komplett versackt im dies tun und das tun. „Hier und jetzt“ wollte ich gerade suggerieren, aber Er winkte nur müde ab, als habe Er die phrase nicht nur geahnt, sondern fast schon erwartet.
„Bier?“

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