unheilvoll tönt die orgel des windes
noch bevor von träumen umschattet
die blasenbedingte erektion abklingt
und der ferne donner dich anstelle
des noch nicht „angekommenen“ weckers
auf die beine und ins bad bringt
draußen strömt ein regenmeer
vereint mit dem gurgeln der spülung

in der frühe
da weckt mich
eine gelbe blume
und blinzelt über
den hügelkamm
meiner traumschwelle

heischt weder säumen
noch zagendes harren
will rasch gebrochen sein

über traumes hecken
in den tag geworfen
öffnet sich lichtraum

blatt um blatt verblüht
duftend gelbe blume
… und kaffee, ja
kaffee kochen, und
kaffee, ja kaffee
kochen, und kaffee,
ja kaffee kochen…

Archiv (27.05.2001)

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zittert mir doch die hand

an einer der bars vor den bahnsteigen : als ich das bier : in den plastikbecher gieße : der zug fährt ein : während ich trinke : und dann mit der zigarette vorbei : an „ham Se mal ne zigarette“ : und „ham Se mal feuer“ : an einer puppenstube : neben der in decken : eingehüllten pennerin : ich steige ein : reiße die plastikhülle : von dem buch : das ich gerade gekauft : und so lang’ schon : kein unaufgeschnittenes buch mehr : wie dieses : „Finisterre“ (Montale) : es gelingt mir ein paar seiten : mit dem finger aufzupuhlen : der sturm eine indische serenade tag und nacht die ohrringe getrennte leute : meiner mutter : „quel volto“ : „il gesto d’una vita“ : ins buch förmlich hineinschielen : fahrplanmäßig dann die frage : was bewegt sich jetzt? [edit (wie synopsis so etwas gern andeutet): was bewegt dich jetzt?]: mein zug oder der andere?

mir aber zittert die hand

als ich den ärmel zurückschiebe : um die uhr zu kontrollieren

oder ist’s die zeit
(meine zeit?)
der zitternd
vor sich selber graut?

„il gesto d’una vita“ : auf die uhr schauen? : immer zu früh oder zu spät? : „Oh dear! Oh dear! I shall be too late“ : so fällt man ins kaninchenloch : und “down down down”

Lebenszeit?
BANCA INTESA 17:20 +12°
gleich fährt der zug in den bahnhof Tiburtina ein
noch sitz’ ich allein

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ja doch das bist du MUSST DU SEIN steckst hinter allem was ist schaust wie ich selber gern schau mißtrauisch schmollend hingestellt zum fotografiert werden auch wenn du nicht wolltest was soll’s mädchen noch und dann so ein kleiner ausflug an die nordsee ruhe vor all den zu melkenden eutern mädchen noch aber all das ich kann’s nicht mehr fragen

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soll ich nicht doch lieber lügen
so schön ist’s zu lügen
alle wahrheit liegt im lügen
stattdessen schweig’ ich
und sag’ nicht
und weiß nicht
was wahr ist
was lüge
so weiß keiner
(ich selbst nicht)
was ich verschweige
ob wahrheit
ob lüge
weiß auch nicht
wohin mit all den
wahren lügen
und gelogenen wahrheiten

mach’ ich halt so einen nimbus
der geheimniskrämerei daraus
und hüll’ mich in nebelschwaden
da kann ich dann batman spielen
und eule und salamander und loup garou
ergieß’ mich als von grabsteinen
erbrochenes phantomatisches fluidum
worte mumpfend und mampfend
und spuckend und stampfend
in alpträume bin ich und
bin ich mir selber

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und so geht es weiter : trotz nacht und nebel : so wie jemand voranstolpert : nur weil er beine hat

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sobald des tages
licht abnimmt
erinnert weißer nebel
an das
was vergangen
in seinem licht

lichter nebel
du webest nimmer sinn
dem tag
der vergangen

willst nur sein

Niemand hat je behauptet, ein Tag müsse an seinem Ende in irgendeine Art von Sinn jongliert werden.
PYNCHON, Die Enden der Parabel

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Der Mond und die Eibe

Dies ist das Licht der Erinnerung, kalt und planetarisch.
Die Bäume der Erinnerung sind schwarz. Das Licht ist blau.
Die Gräser entladen ihre Leiden auf meine Füße, als wär’ ich Gott,
Stechen meine Fußknöchel und murmeln von ihrer Demut.
Rauchige, geistige Dämpfe bewohnen diesen Ort,
Den eine Reihe von Grabsteinen von meinem Hause trennt.
Ich kann einfach nicht sehen, wo es hingehen soll.

Der Mond ist keine Tür. Ein sich selbst gerechtes Gesicht,
Weiß wie ein Knöchel und schrecklich außer Fassung.
Er zieht das Meer an sich wie ein dunkles Verbrechen; ruh’voll
Mit einem O-Mund voller Verzweiflung. Ich lebe hier.
Zweimal sonntags schrecken die Glocken den Himmel auf –
Acht Riesenzungen behaupten die Wiederauferstehung.
Am Ende dingdongen sie nüchtern ihre Namen aus.

Die Eibe zeigt hoch hinauf. Ihre Gestalt ist gotisch und schaurig.
Die Augen schauen hinter ihr auf und finden den Mond.
Luna, meine Mutter. Sie ist nicht wie Maria so sanft.
Ihre blauen Gewänder lassen frei kleine Fledermäuse und Eulen.
Wie sehr würde ich glauben an Zärtlichkeit –
Das Antlitz des Abbilds, durch Kerzen veredelt,
Sich zu mir – mir ganz besonders – beugend, die milden Augen.

Lange bin ich gefallen. Wolken blühen
Blau und mystisch über der Sterne Angesicht.
In der Kirche werden alle Heiligen fahlblau sein,
Gleiten auf ihren zarten Füßen über kalte Bänke,
Steif ihre Hände und Gesichter vor Heiligkeit.
Der Mond sieht nichts davon. Leer ist er und wüst.
Und die Botschaft der Eibe ist Schwärze – Schwärze und Schweigen.

Sylvia PLATH, The Moon and the Yew Tree (dt. von mir)

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schreim se : ich schreime : das auf : dichtiert in petzé-tasten : vom dichtier-schlumpf : da lügt er auf dem ricken : und lookt einem stoßpapier : unter die hinternseite : und ließet mir vor : (ließ mich vor! du oimel!) : „hm“ : hmstn so? : „hm“ : hmstn so? : „steht nix“ : „sehr blanke hinternseite“ : pophil? podexophil? : „nein: dietrologia“ : und was steckt dahinter? : „nix! sag’ ich doch“

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würdeloses hin und her… und alles benennen ruft weiteres benennen hervor (wie in gewissen kintopp-stummfilmen, in denen man sich gegenseitig autos in einzelteile zerlegt: Dick und Doof)

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ich bin mit laralias anwürfen nicht fertig (wer weiß, ob je?):

(…) zeigt Sie als feigen Menschen, der immer den Anderen, die was tun, die Schuld gibt für das, was Sie selbst aus Feigheit oder Bequemlichkeit oder diesen und jenen unerkennbaren Umständen gerade nicht tun
ach, parallalie, Sie sind schon wirklich ein bedauernswerter Mensch
(…) [die rede ist von den kommentaren und der deaktivierten kommentarfunktion]

wenn ich hier etwas schreibe, was mich angeht, dann tue ich etwas, wenn dann andere ihren senf dazugeben, dann können sie das gerne tun, aber es geht mich nichts an… darauf zu antworten, hängt von vielerlei ab: von der art des kommentars, von der mir zur verfügung stehenden zeit (ich arbeite auch, um geld zu verdienen – ich lasse die brötchen mal beiseite, sonst assoziieren sie gleich wieder ihren bösen bäcker-vater (so entstehen tabus)), von meiner jeweiligen stimmung: auf jeden fall dürfte es in meinem weblog wohl in meinem belieben liegen, darauf zu antworten oder nicht. oder dürfen sie, laralia, mir vorschriften machen, wie ich mich in meinem weblog zu verhalten habe?

all dies hatte ich nicht gewollt. aber so sehr von einer einzigen person in beschlag genommen zu werden, halte ich nicht aus. zumal in diesem kontext, der wahrlich nicht dafür angelegt wurde, im tandem zu schreiben. ich will und ich wollte das nicht! auch wollte ich nicht grundsätzlich ohne kommentare leben… sie sollten eben nicht so larifari und aus der assoziativen grabbelkiste daherkommen…

das eben ist auch so ein defekt von laralia: ihr ist es scheißegal, wo sie schreibt, hauptsache es ist eine kommentarfunktion da: auf die sie als vermeintliches recht pochen kann.

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