Heimkehr …


… um Mitternacht, während fort fahrend das Feuerwerk abbrannte, hinter meinem Rücken, sich selbst zu feiern, obwohl es mehr hätte feiern wollen. „Natale ist Schuld“, sagte Noè, der blonde Freund meiner Neffen. „Nein“, sagte ich, „er hat keine Schuld, er hat nur Pech gehabt, und der Torwart Glück.“ Die Schuld ausmerzen. Die vermeintliche. Ansonsten im Städtchen ein Weiter nach einem Vorbei, als wäre nichts gewesen.

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die sich beginnen …

die sich beginnen
die sommer
die uns verjagen
aus dem schweigen
ins nimmersatt
der du-tage
hungrig aber die straße
und was länger währt
ein jagen dann
am ende die nächte
die schaudernd
wissen um das rascheln
das die stille
dehnt die selbst
dem raschen gewährt

vor : dem schweigen

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stupor

stupor

blick der
ur-sprung
ist un-
wieder-
holbar

Stupor (lat. Erstarrung) m: Bez. für Zustand ohne erkennbare psychische u. körperliche Aktivität mit Akinesie, Amimie, Mutismus bei wachem Bewußtsein; Vork. z.B. bei Katatonie (sog. Sperrung od. schizophrener St.), endogener Depression, Epilepsie od. Intoxikationen. Ther.: Neuroleptika. S. a. Antriebsstörungen, Emotionsstupor.
E.stupor (->; Stupor*) m: sog. Affektschock; meist vorübergehendes Sistieren aller affektiven Äußerungen, das inf. extremer Angst (z.B. bei Katastrophen) auftreten kann. Vgl. Schreckreaktion, Stupor.

Soweit und nicht weitergehend: Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch. Aber es wird noch kranker:
Stupor [lat.] der, Betäubung, Erstarrung, ein Zustand, in dem der Kranke trotz wachen Bewußtseins nicht auf Außenreize reagiert. Bei motorischer Ruhe und ohne verständliche Zeichen … verständliche Zeichen … (verständliche Zeichen (verständliche Zeichen (verständliche Zeichen))) seelischer Vorgänge bleiben die Kranken bei jeglichem Versuch, mit ihnen ihn Beziehung zu treten, reaktionslos. … peggio per loro … S. kommt als abnorme Reaktion bei Schreck oder in seelischen Belastungssituationen vor (Psychogener S.), aber auch bei seel. Krankheiten als depressiver S. (-> Zyklothymie) und katatoner S. (-> Schizophrenie).
Brockhaus, 17. Auflage
stupor mundi erstaunenswert!

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Reichsapfel

Schon die Frage: Ihre Urlaubspläne? Was weiß ich denn von meinen Plänen? Höchstens plane ich meine Wünsche, je nach Bedarf. Die Frage ist eine Zumutung, das Plänewünschen eine Zumythung. In der alles möglich ist. Und die Welt immer wieder neu bevölkert wird. Doomsdays ad libitum. So wie einst Stadt-, Stifts-, Klostergründer mit dem jeweiligen Abbild in einer ihrer Hände dargestellt wurden. Ja auch den Reichsapfel. Warum nicht gar?
Doch so, wie sich der Durchschnitt zweier Linien, auf der einen Seite eines Punkts, nach dem Durchgang durch das Unendliche, plötzlich wieder auf der anderen Seite einfindet, oder das Bild des Hohlspiegels, nachdem es sich in das Unendlich entfernt hat, plötzlich wieder dicht vor uns tritt: so findet sich auch, wenn die Erkenntnis gleichsam durch das Unendliche gegangen ist, die Grazie wieder ein; so, daß sie, zu gleicher Zeit, in demjenigen menschlichen Körperbau am reinsten erscheint, der entweder gar keins, oder ein unendliches Bewußtsein hat, d.h. in dem Gliedermann, oder in dem Gott.
Mithin, sagte ich ein wenig zerstreut, müßten wir wieder von dem Baum der Erkenntnis essen, um in den Stand der Unschuld zurückzufallen?
Allerdings, antwortete er; das ist das letzte Kapitel von der Geschichte der Welt.

Kleist, Über das Marionettentheater (Text nach: zeno.org, weil ich’s nicht nicht wiederlesen konnte).
All dies durch den mit dem erstmaligen Baden heute abgehakten Wunschplan, im Wasser zu verschwimmen und mit der weißen Haut mich hoch aufragend in der Hand zu haben. Nun habe ich ihn zerblasen!

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nichts …

nichts
nicht mal worte
über die
ich heute gestolpert wär’

ich fliege ja noch

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John Lennon, Keith Richards, Eric Clapton and Mitch Mitchel


(ohne mich : nur sie)

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rudernd im boot …

rudernd im boot
(these boots are made
for walking) wasser
verdrängend mich
voranschiebend

irgend wo nichts
nirgends & nifel

we’re all going
homers : wellen-
sittiche : melo-

Ψittacus : Ψithaka
Ψ me… as ipse did

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L’état c’est moi

Um für die Sicherheit des Landes zu sorgen, führt der das Land Regierende hinsichtlich der Vergehen, wegen derer derzeit Prozesse gegen ihn laufen, eine Klausel in einen Gesetzentwurf ein, die die Prozesse, die derzeit gegen ihn laufen, aufheben, eine Frist, die ihn vor den Prozessen rettet, die derzeit gegen ihn laufen, weil sie Vergehen betrifft, die er vor dem 30. Juni 2002 verübt hat, wobei es sich lediglich um Bestechungsfälle handelt.
„Gesetzentwurf Senat 692 – Umwandlung der Gesetzesverordnung Nr. 92 vom 23. Mai 2008 in ein Gesetz über dringende Maßnahmen in Sachen öffentliche Sicherheit – Abänderung 2.0.800
Folgender Einschub nach Artikel 2:
‚Art. 2 b.
(Aufhebung der Prozesse hinsichtlich der bis zum 30. Juni 2002 verübten Vergehen)
1. Um den Vorrang für die Behandlung der Verfahren gemäß Artikel 132 b der Gesetzesverordnung Nr. 271 vom 28. Juli 1989 sowie der Verfahren sicherzustellen, die ein Schnellverfahren mit Soforturteil vorsehen, werden in Bezug auf bis zum 30. Juni 2002 verübte Vergehen die strafrechtlichen Prozesse, deren Vorverhandlung bereits stattgefunden hat, aber deren Verhandlung in erster Instanz noch nicht abgeschlossen ist, unverzüglich für die Dauer eines Jahres ab dem Datum aufgehoben, an dem das Gesetz zur Umwandlung der vorliegenden Gesetzesverordnung in Kraft tritt. […]“
So können die medienwirksamen Greuel plakativ und unmittelbar sofort an den Pranger gestellt werden und als Ausweis für gewährleistete Sicherheit herhalten. Wobei die Sicherheit im Medienpranger besteht. Große Sensation! Die in ein Gesetz verwandelte Wirklichkeit. Die immer nur bis gestern (wenn überhaupt), aber nicht mehr bis vorgestern denkt. Denken soll und denken darf!
„Lang ist die Liste der Vergehen, für die die Aufhebung des Verfahrens obligatorisch wird: die vom Richterverband verfaßte Tabelle gibt unter anderem an: Personenentführung, Erpressung, Raubüberfall, Vergewaltigung, kriminelle Vereinigung, Steuerbetrug, Korruption, Amtsmißbrauch, illegale Einwanderung, Bereithalten von Kinderpornographie, sexuelle Belästigungen und Mißhandlungen in der Familie, fahrlässige Tötung durch ärztliches Verschulden oder infolge von Verkehrsunfällen, der illegale Handel mit Abfällen […]“ – von der Site der Repubblica.
Er heißt immer noch Berlusconi. L’état c’est moi. Soweit es die öffentliche Sicherheit betrifft, aber nicht nur.
Es steht nun fest, ein anderer Staat wird meinen einen Neffen tatsächlich für vier Monate nach Afghanistan schicken (ab Ende August/Anfang September bis nach Weihnachten). Er wird es herunterspielen. Sich selbst gegenüber. Und sich schicken lassen. Ich hoffe nur, er wird sich dort nicht aufspielen wollen.

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schwarzberg …

schwarzberg
da hinten
loch, in das ich fall’
und blitze drei
die fahren nieder
wenn sie schon gar
nicht mehr sind

nicht hast du
unerschöpflicher
solche strahlen
mehr, himmel

für all die
unnennbaren
die ich weiß
und nicht weiß
die ich sag’
und nicht sag’

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Das Göttliche von hinten durch die Brust ins ∆

I am a good looking young woman. So Augenzwinkereien aus aller Welt. Heute fast schon die Antipoden. Stets um die Dreißig. Tasmania, Australia. Love peoms [sic!]. Und die gestern aus Rio zwinkerte, hatte als letztes gelesen: Senhor ensina-me a orar! Herr, lehre mich beten. In einem Pornofilm, schrieb eine italienische Bloggerin, die ich sehr gerne lese, den sie neulich gesehen, habe 10% des Tons darin bestanden, daß zu je 5% er und sie „Oh, my God!“ sagten.
Denn es ist die Stelle, wo Hamann dem Ursprung seiner Philosophie bis in die ‚Gebärmutter der Sprache‘ nachgeht. Er will sagen: Die geschlechtliche Einheit von Leben-Reden-Erkennen ist schon durch das Etymon der Sprache beurkundet. ‚Mens‘ und ‚mentula‘, ‚testi‘ und ‚testiculi‘ kommen ebenso im Lateinischen aus der gleichen Wurzel wie im Deutschen ‚zeugen‘ und ‚zeigen‘, ‚Zeugung‘ und ‚Zeugnis‘, ‚können‘ und ‚kennen‘. – Uwe Nettelbeck, Vier Fußnoten, in: Die Republik, Nr. 112-115 (2002)

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