ich sterb’ …

ich sterb’
meines ichs
ich sterb’s
die bissen
die ge die
wissen die
er die in
errungen
die nein die
mich zwungen
die zungen
die sprachen
mich : zu

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

Longindying

And a call, pure, long and throbbing. Longindying call.
Joyce, Ulysses

Ich war dessen auch mal nicht sicher, wohin fern & weit diese lontano-Dinger mich jüngstens wie der Tag so weit hätten haben führen sollen: ein sterbender Pfiff. Der belebt. Was in ihm stirbt. Darum stirbt er ja. Ihn, diesen Tod, gebiert das Aufleben. Das B-Leben, und das ganze Alphabet-Leben. Das seine Mittel so einsetzt, daß es sich einen solchen Tod leisten kann. Der fortwährend in den Punkten am Ende der Sätze sich setzende Schluß. Pfeifend. Bis dahin. Wo. Und das Glück gehabt zu haben, mich doch auch mal tot gesehen zu haben im Traum: Ruhe für wahr, was ich sah. Ruhepunkt. Des Seins. Sagt’ ich als Vierzehnjähriger, daß er nun seine Ruhe habe, der Onkel. Immer Meinberg. Mit ihm zu sprechen, ohne etwas zu sagen.

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | 1 Kommentar

Eis am Stiel, noch einmal

Doch immer stahl sich wieder Eis in sein nächtliches Träumen. Die zugefrorenen Kanäle. Die Sicherheit des Eises. Jede Nacht zum Eis zurückzukehren, wie in ein Zuhause. Sich waagerecht wie Eis unter der Oberfläche niederzulegen, in den schosslosen, den nicht zu brechenden, den lange vermissten Schlaf zu sinken … Unten in der anderen Welt der Kindheit und der Träume, wo Eisbären nicht mehr tapsen und töten, sondern, kaum im Wasser und unter dem Eis schwimmend, große, amphibische weiße Meeresgeschöpfe werden, so anmutig wie Delphine.
Pynchon, Gegen den Tag

und in der YouTube-Liste gleich darunter Judy Garland und Somewhere over the Rainbow, auch kaum zu glauben.

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | 1 Kommentar

die aus ihren händen …

die aus ihren händen
entlassen
die frauen
was sie berührend
geschaffen

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

Etliches zu verdauen

Im Windschatten der Jasminhecken. Ginstergelb. Tiefblaue Blüten. Wildrosen im Gestrüpp. Einfach nur gehen. Und der Sonne die Stirn bieten. Der Blick vom Asphalt zu ihr, von ihr zum Asphalt. Eine Sonne und eine Sie. Ein Entgegen und ein Vorüber. Und Fleisch, das gart über Holzkohlen. Das Taschentuch dann doch noch gewechselt. Der in die Augen fließende Schweiß. Und die Augen dann, die zufallen, nach zwei und zwei Seiten.

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

es holen sich …

es holen sich
der glocken
schläge
das ohr
aus seinem selbst
und prüfen’s
und werfen’s
über es hinaus

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

Nachts

Bis in den Äther reichende, schwarze Wolken mit zuckenden weißen Adern, vor denen zuvor schon gewarnt worden war. Es sei aber nur ein Streifen auf einer bestimmten Bahn. So auch zog es vorüber, riesige Felsbrocken auf die Erde fallen lassend. Ein sich nach oben spiegelnder Abgrund. Dann hielt ein weißes Auto mit verchromten Zierleisten etwas schräg und dreist sich Platz verschaffend vor dem Kellerlokal, von dem aus wir zu Zuschauern der Apokalypse geworden waren. Jemand stieg aus, kam ins Lokal, schaute um sich wie ein Leviathan, dessen Blick mir das Herz pochen und mich wach werden ließ. Und ich brauchte eine Weile, um mich wieder dem Schlaf anvertrauen zu können, weil ich fürchtete, diesem Blick wieder zu begegnen. Denn, spricht das, was den Blick an dem verzweifeln läßt, was sich in ihm abbildet: „Ich will barbarisch zu Werke gehn.“ (Romeo und Julia).

… ohne mit der Wimper zu zucken.

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

Eis am Stiel

Draußen im Dunkeln knackte weiter das uralte Eis, als versuchte es, selbst einem Argument Ausdruck zu verleihen.
Pynchon, Gegen den Tag

der Riß im Eis verschnörkelte sich knarrend und lebhaft. „Ans Ufer!“ Und ein Jeder verließ die unsichere Kruste und gewann das Ufer. „Ans Ufer! Ans Ufer!“ Ein Hauch von Angst ließ die flüchtige Gesellschaft auseinanderstieben. „Bleib!“ Sie drückte meinen verschränkten Arm an sich, ihre Finger verflochten sich zu lebendigen Fesseln mit meinen Fingern. „Bleib, wenn du mich liebst!“ Und blieben allein auf dem heimtückischen, menschenleeren Spiegel, weite Kreise im Dahinfliegen uns öffnend, trunken vor Unermeßlichkeit, taub für die Rufe. Mich leicht machend wie ein Gespenst, ohne mehr Vergangenheit zu haben, ohne Erinnerung, ergab ich mich, mit ihr, der tollen Übereinkunft, weite Kreise auf dem Glas zu hinterlassen. Vom Rand des Eises kam ein Knacken, unheilvoller noch… Vom Rand des Eises kam ein Knarren, dumpfer noch… Mich schauderte wie einen, dem schrill der Tod entgegengrinst, und bückte mich und wie betäubt sah ich, wie unsere Gesichter durchschienen, rücklings und dort unten bläulich blaß begraben… Vom Rand des Eises kam ein Knacken, stärker noch… Oh! Wie sehr, wie sehr trauerte ich, verschlungen mit ihren Fingern, der Welt und meinem süßen Leben nach! O herrisch die Stimme des Instinkts! O Lust des ewigen Lebens! Die Finger befreite ich von jenen Fingern, und gewann keuchend und besiegt das Ufer… Sie blieb allein, taub für ihren Namen, lang noch kreisend, allein in ihrem Reich. Schließlich ließ sie sich dazu herab, den Boden wieder zu berühren; und lachend kam sie an Land, die Locken aufgelöst, schön und keck, bebend wie ein Sturmvogel, der die Flügel anlegt. Ihres heftigen Atems und der Vorhaltungen der ausgelassenen weiblichen Schar nicht achtend, suchte sie und erreichte mich inmitten der Freunde in scherzhaft höflicher Laune: „Mein lieber Herr, ich danke Ihnen!“ Und reichte mir kurz die Hand, wobei sie zischte – Feigling! –
Nach Guido Gozzano: Winterlich

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | 3 Kommentare


für t.

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

head in clouds …

head in clouds
nichts zu seh’n
clouds in head
ach wie nett
schlaf des ge-
na, des ge-
nein, des be-
hauptet’und
auch des ent-
hauptet’dann

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen