das helle
wie’s brennt
als lichter
fleck im
schein der
sonne
untergeh’n
flamme che
einst lodernd
– quella sera –
langue
irn’dwie
a long…
das helle
wie’s brennt
als lichter
fleck im
schein der
sonne
untergeh’n
flamme che
einst lodernd
– quella sera –
langue
irn’dwie
a long…

er hat ein wölkchen vor dem mund, es tut sein singen kund
aus Loseys ‚Don Giovanni’ [kam heut’ so ins haus, weshalb ich einst ein kino jenseits des Arno aufsuchte, Oltrarno auch genannt das viertel]
wir haben des anderen
nicht nötig
aber wir haben nötig
des anderen
um zu verstehen
daß wir nicht nötig haben
des anderen
drum die not
die allweil
sich zeigende
Ein spitzer Bleistift schreibt dich auf die schmalen Pfade, die unter deiner Hand kein „a“ dem andern gleichen lassen und jedes Zögern verraten, und das „g“ sieht auch nicht so aus wie das „s“, wie es der gestern noch stumpfe Bleistift nahelegte, womit bewiesen, daß „gaga“ mit ihr nichts zu tun.
„Nicht nur rate ich, ich lese auch. Anstreichungen mit Bleistift und allen möglichen Farbstiften, keusche Ausstreichungen als Folge der Unkeuschheit, Ausrufungs- und, öfter auch Fragezeichen, schmeichlerische und beleidigende Postillen und Paraphen breiten über die Seiten des heimgekehrten Exemplars ein Spinnengewebe aus Interpretationen und Anmerkungen wie sie grotesker und widersprüchlicher Dante und Burchiello nicht zuteil geworden.“ – Carlo Dossi, Die Endung in A (aus einer meiner fragmentarischen Übersetzungen dieses Autors (Motto, Villon zitierend: „Craignez le trous, car ils sont dangereux.“)
Beim Hervorholen des Buchs fiel dieses andere Übersetzungsfragment aus ihm und mir entgegen:

still stehen
fragt’ ich
die wipfel doch?
wie sie in den
himmel zurr’n
ihr nadelgrün
so gar nicht
spiegelgleich
als ich keiner
merkte gewahr
zu werden
kamen sie
laut schreien
fragt’ ich
die schwalben doch?
und blieben und
dennoch wer weiß wo?
Das Chthonische schwerer Weine, besonders aber der Weißweine, weil sie den Kopf freier, aber den Körper um so mehr Wurzel schlagen lassen. Die roten färben den Kopf und das Auge und machen die Zunge schwerer, als lege sich das Rote um sie, in das sie getaucht. I like „Transparent Things“. Allerdings flattert es opak vor meinem Fenster: mir Ersatzvorhänge, die den halben Himmel bedecken, der Nachbarin über mir aber die Vorhänge, die sie zum Trocknen aufgehängt. Vorhin waren’s die roten, jetzt die blauen, aber den Berg lassen sie mir. Irgendwann wird’s eh’ dunkel.
Vor ein paar Tagen aufgeregtes Öffnen eines Umschlags aus Massachusetts: Lowell Edmunds, From a Sabine Jar – Reading Horace, Odes 1.9. About seventy articles, notes, or parts of books on Horace, Odes 1.9, called “The Soracte Ode” after the mountain named in its second line, are in print, not to mention dozens of commentaries in several languages. … aber den Berg lassen sie mir. Und hier auf über 100 Seiten.
Weithin der Blick, das Opake plötzlich verschwunden, da ist Erde, die sich senkt und die sich hebt. Auch Ceres Geschenk. Die Farben, die ihren. Die der Vorhänge, die der Weine.
gratus puellae risus ab angulo – il riso piacevole della fanciulla … nell’angolo più remoto – Und jenes süße Lächeln vom Winkel her – When a girl’s laughter happily betrays Her hiding place [wenn doch ein Lächeln hörbar wär’! – o, Mörike]: Dann schenke Freund Thaliarchus uns Vierjähr’gen Weins, und ja genug, ein Aus dem sabinischen Henkelkruge.
Mich ausgelassen habend, bin ich’s. Ohne mich von mir abzusehen. Eher schon ein Versehen. Es drängt, aber dringt nicht. Durch. Die Kreislinie, das Q-Häkchen. Schönen Gruß an die Spitze. Hammerfest. Dacht’ ich so gestern, dacht’ ich so heute, in summen sunnen in mitten… übers Jahr.
die wörter
deren lücken
(lacune)
die sie ausdrücken
das leere
das weite
(lagune)
das boot
die stirn
die nachahmt
den spiegel
in der brise
wenn die grenze
eindringt
sich ausdruck
verschaffend
in den örtern ücken assen, amit man sich was enken ann. so ganz ohne an aute oder mit erein achten an auten zum eispiel, als ob sie irgendwo an ingen, wie ersch undene f üsse unver ehens ieder zu age reten. sie dann ieder unte ag icke ohne blau . bis sie ganz er unde sich erü rige : wie die wolke, die es über dem meer regnen läßt.
Pause
DIESELBE: Von der Vergangenheit sprechen: wie schön das sein muß, weil’s so unnütz ist und soviel Schmerz verursacht…
ZWEITE TOTENWÄCHERIN: Laßt uns, wenn ihr wollt, von einer Vergangenheit sprechen, die wir nie hätten haben können.
DRITTE TOTENWÄCHTERIN: Nein. Vielleicht haben wir sie ja gehabt…
ERSTE TOTENWÄCHTERIN: Eure Worte sind nichts als Worte. Wie traurig es ist zu sprechen! Eine so falsche Art zu vergessen!… Und wenn wir spazierengingen?…
DRITTE TOTENWÄCHERIN: Wo?
ERSTE TOTENWÄCHTERIN: Hier, von einer Seite zur andern. Daraus entstehen manchmal Träume.
DRITTE TOTENWÄCHTERIN: Träume worüber?
ERSTE TOTENWÄCHTERIN: Ich weiß es nicht. Warum sollte ich das wissen?
Fernando PESSOA, O Marinheiro (nach der ital. Übersetzung von Antonio TABUCCHI)
– Fortsetzung zu diesem.
weil sie mir geschrieben, ihr dieses am schluß des selber gesagten zurück…