flochten die …

flochten die
linien
den weg der
die kuppe
des fingers
nahm
und der die
linien
verflocht die
den weg zu
der kuppe
des fingers
gaben

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rasant verstellt er sich zu einem betenden Hasen, um sogleich am Rande eines gigantischen Kohlfeldes die Konturen eines Chamäleons vorzutäuschen. Wer wagt es, darauf hineinzufallen?
Enno P. Gramberg, Volk verschwinde!

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wie nach einem …

wie nach einem
diluvium
uns leicht fächelt
ein ölzweig
in der gestalt
eines windhauchs
den uns bringt
eine taube
in der gestalt
eines offenen

fensters

und da er von
dem wein trank
ward er trunken

ersten mose neun
einundzwanzig

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hodie, aber ohne den Rest

Denn hin und wieder eine wohlangewandte Stunde oder ein wohlangewandter Tag ist mehr ein Werk des Zufalls, als ein Werk der Kunst. – Die Lebenskunst muß durch alle Stunden und Minuten durchgehen, wie die Regel durch das Werk. – Dazu ist nöthig, daß der Mensch in jedem Augenblick wisse und empfinde, daß er lebe, welches ohne den festen Gedanken an den Tod unmöglich ist.
Karl Philipp Moritz, zitiert in: Uwe Nettelbeck, Der Kommentar, in: Die Republik, Nr. 120-122 (September 2006) – Nicht klar ist mir, ob er aus ‚Andreas Hartknopf’ oder ‚Andreas Hartknopfs Predigerjahren’ zitiert, aber es ist gleichgültig für den Inhalt, und mir kommt’s sogar ungelegen, es nicht zu wissen, weil ich bisher weder das eine noch das andere gelesen. Ein Pro-Memento-Mori-Zitat, und wär’s nicht so plausibel, wie Moritz es zu sagen versteht, es hätte mich ein paar Falten um die Nase herum gekostet. Aber Moritz bejaht. „Cras tibi“ ist Hohn.

Auf dem Rücken, den sie mir zuerst zuwandte, knüpfte mehrfach eine tätowierte Hand einen tätowierten BH von hinten auf, ihre Haare waren rot und schwarz gefärbt, auf dem rechten Oberarm, den sie mir dann zuwandte, ein tätowiertes Gerippe. Freitag in der U-Bahn. Schön war sie nicht. Schön die Erscheinung. Was heißt schon schön? Aber immerhin sagte sie „Nein“. Auch sie wird etwas begriffen haben. Im Zug kramte ich einen Euro heraus und gab ihn einer, die „santini“ verkaufte, das sind Heiligenbildchen: „non serve“, sagte ich, als sie mir zwei zur Auswahl hinhielt.

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wach der …

wach der
stern den
du schautest
als er
polar in
dir so
ganz neben
mir stand

variante:

wach der
stern den
ich schaute
als er
polar in
mir so
ganz neben
dir stand

variante:

wach der
stern den
du schautest
als ich
polar in
dir so
ganz neben
mir stand

variante:

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sie sei der welt …

sie sei der welt
abhanden ge-
kommen sie sei
was so dich hält
und du dir sel-
ber hältst als glück
… im kopfhörer
… im kopf
… im kopf

doch im vorbei
zur welt mich ab
von deinen hän-
den lassend die
dunkle form des
berges die stillt
was du trinken
dennoch wolltest

nachdem er über Uri Caine und Paolo Fresu zu Mahler und dessen „Ich bin der Welt abhanden gekommen“ gelangt war, wobei er sich – einer gewissen feuchtigkeit weder abhold noch abhanden gekommen – sonst was vorstellte.

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lay [lei] 1. irr laid laid tr (hin-, nieder-, um)legen (on auf; in in); setzen, stellen; (Linoleum, Ziegel, Kabel, Eier) legen; fig (Wert, den Nachdruck) legen (on auf); (Wette) abschließen; wetten; (den Schauplatz) (ver)legen (in nach); (Staub) sich legen, sich setzen lassen; (Falte) glätten; fig mäßigen, erleichtern, lindern, stillen, beruhigen, befriedigen, löschen; unter drücken über winden (ghost) bannnen setsen wettern steuherren strafraun belügen mit steuherren leghennen auf, nein zur: ansichtskartenbelastung der geschützanlage dem am-slang voyeurisiert was eier legen und schon wieder wetten, immer aber auch job… I lay it by & down into the off. & myself down.

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Didgeridoo – Jeremy Donovan

wie kam ich drauf? auf Australien? über Dead can Dance wahrscheinlich, auf der suche auch nach einem neuen bild, den schatten dort oben links zu ersetzen, der mir nicht mehr behagt, eingeklemmt wie er ist. so ein sakrales bild, aber simpel und totem verwandtes, das lebt. vorerst dieses.

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sonnen gehen …

sonnen gehen
über erden
irden nicht und
aller gestalt
wie enthoben
aber immer
gut sofern du
mir nur dies wünschst
daß unter der
jeweils-sonne
auf der jeweils-
erde werde
was du „gut“ nennst

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Eines Tages während des Krieges bat man mich, in der Ebene von Valensole ein freies Feld zu finden, auf dem die alliierten Flugzeuge zur Not landen könnten. Ich fand einen passenden großen Acker, in dessen Mitte jedoch sich ein wunderbarer, jahrhundertealter Walnussbaum erhob. Der Besitzer willigte darin ein, den Acker abzutreten, aber weigerte sich beharrlich, den schönen Baum fällen zu lassen. Ich sagte ihm schließlich, weshalb wir das Feld brauchen; daraufhin gab er nach. Als wir damit begannen, den Stumpf des Baumes zu beseitigen und den langen und verzweigten Hauptwurzeln folgten, fanden wir die Gebeine eines Kriegers in seiner Rüstung, der da begraben lag. Dieser Mann müsste ein Krieger aus dem Mittelalter gewesen sein und er musste, als er getötet wurde, eine Walnuss in seiner Tasche gehabt haben, denn die Hauptwurzel endete genau in der Höhe seiner Schenkel. Die Nuss hatte im Grabe ausgetrieben.
Paul Veyne: René Char en ses poèmes, Paris 1990. Zitiert in: Stefan Ripplinger: Bewohner des Blitzes (in: Auch. Aufsätze zur Literatur. Basel/Weil am Rhein 2006)

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