im gehen beleuchtet
zigarettenglut
den dunklen parkweg
dann unwillkürlich
den kopf vorstrecken
und die augen
zusammenkneifen
und einen meter
vor dem ende des weges
ausrufen:
„hier geht’s nicht weiter“

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24 Kommentare zu

  1. TheSource sagt:

    und springen
    von der Bordsteinkannte
    komm schon, Abgrund
    neues Leben
    dreissig Zentimeter
    entfernt

    • parallalie sagt:

      schaudernd dann
      hinaufschauen
      zur steilen höhe:
      nur fort nur fort
      dem neuen leben
      nachzueilen
      sonst biegt es
      um die ecke

    • TheSource sagt:

      und liegt im Arm
      eines schönen Menschen
      schmiegt sich in die Tage
      wie Seide in Achseln
      entwischt und hinterlässt
      nur Duft
      des Vergänglichen, dem
      was wäre
      gewesen

    • parallalie sagt:

      vergängliches:
      ein erinnern
      an das wissen
      um das,
      was wir wußten,
      aber nicht
      sehen wollten

    • TheSource sagt:

      Vergängliches:
      Das Leben als Schatten
      des Todes begreifen
      Und uns finden, mitten
      in dem Disput
      zwischen Hitze
      und Tau:
      Mensch

    • parallalie sagt:

      gehen
      ein kommen
      ein ankommen
      ein umkommen
      geh
      komm
      vorbei
      hier nur

    • TheSource sagt:

      komm
      und nimm den Tee
      einen Seufzer Weihrauch
      eine Prise Atem
      in die Schritte
      Deines Gehens
      die rennen
      im Rasten

    • parallalie sagt:

      wippende zehen
      fahrige finger
      hinstürzen
      in unfertige sätze
      nur um still zu liegen
      einen moment lang
      und denken
      au backe
      der tee wird kalt

    • TheSource sagt:

      Wenn der Satz
      ganz fertig liegt
      ausgerollt gleich Teig
      sich hebt
      atmet, plötzlich
      in Tiefen
      gipfelt –
      anders : halt

    • parallalie sagt:

      und : hallt
      im widerklang
      der worte
      sich einen raum
      so weit
      daß keine decke
      vom boden
      je etwas weiß

      die ecken dann
      winkelt der mensch
      und ziehet die wände

    • TheSource sagt:

      zieht Zäune
      in der Wüste
      Sahara, berechnet
      der Durst bleibt salzarm
      vibriert durch
      verendendes Wort
      und vertrocknete Träne
      zur Oase : warte

    • parallalie sagt:

      jede zeile
      eine prise roter sand
      so schreibt sich wüsten
      wer nicht warten kann
      rieselt fort
      am dünenkamm
      wandert
      und kommt doch nicht an

    • TheSource sagt:

      dann der Wind: weht
      Sand heran. Legt auf Feigen
      sich und Tränen
      dringt ins Ohr
      ein Zauberbann
      morgens dann, am Spiegel
      – ach schau her –
      glotzt es uns an

    • parallalie sagt:

      sagt zeitverkehrt
      was-sein-wird war
      was-war wird sein
      zähne knirschen ird’nen schall
      zungen schmatzen feigen rot
      zehren salz aus zährenblick

      aufgeklappte gesichter
      an ohrmuschelscharnieren

    • TheSource sagt:

      In den Muscheln rauscht
      die See, der Sturm haucht
      Atem ein, sich hinaus
      in die kleine Welt
      schneckenhausgerollt
      so liegen wir bei nacht
      lauschen dem Ohr nach
      was es von innen höre

    • parallalie sagt:

      mare tranquillitatis
      zieht uns der mond
      in seine krater
      atmen nicht mehr
      hören nicht mehr
      gleiten nur auf
      langen e-lauten
      zwischen s und n
      zunge wellt, sucht
      zungenwelt

    • TheSource sagt:

      zieht hinab, dort unten
      unter dem Perlmuttmond
      der Strömung kleinem,
      feuchten Zwinkern
      und den tausenden
      Polypenstreichlern
      lauert die Sehnsucht
      nach dem A

    • parallalie sagt:

      unter feuchten himmelmeeren
      hinsinken dann und mit dem gras
      sich verstreichen lassen
      zu grüner erdenstullenbutter

      glückssehne alalie, wenn sie
      gespannt mit schweigepfeilen
      O l’Oméga, rayon violet des Ses Yeux! *)

      *) Rimbaud: Voyelles

    • TheSource sagt:

      Hast du nicht geatmet
      in der Muschel Windung
      das Lied der Erde?
      Ein Ende der Trauer
      herbeigeseufzt in
      die gewundenen Strassen
      und Bordsteine, die Schöße
      der Stadt, der Leere
      das Glucksen von Mond

      von einfacher Freude des
      ersten Schrittes oder des
      letzten, was kümmerte es
      die Wellen werden kommen
      und tragen, was sich
      überlässt:
      zwei oder drei Atemzüge
      und ein neuer Sprung

    • parallalie sagt:

      sand gewordene muscheln
      mit zement zu bordsteinen
      gegossen – dumpfes sein
      am straßenrand, an dem
      die wellen sich brechen :
      nur hoch genug schwappen
      und jenseits sich aufrichten
      im jeweils neuen robinson :
      doch niemals ohne schiffbruch

    • TheSource sagt:

      und was bricht ist
      Schiffchen nur,
      auf Weberstühlen
      und verstaubter
      Klaviatur, Muscheln,
      Innenspur
      eigentaub im hohlen Blick
      auf saftige Bordsteine

    • parallalie sagt:

      es narrt (und springen!) das schiff
      und ruft von der bordsteinkante
      „mann über bord“ – zettelt lemminge
      ins bild die das muster die kante
      die weber die bordstein‘ die hohen

      im schweben (und komm schon!)
      vor der wand möcht‘ wohl (verweile doch!)
      ein abgrund die wand sich heben
      solang‘ du neues leben schau‘
      dreissig und neu schon und
      zentimenter schauen
      kannst entfernt und augauf

      kursiv: vgl. anfang des threads

    • TheSource sagt:

      vor dem Schritt schaudert dann
      das Auge, hinaufschauen
      zur steilen Höhe
      geht es blass
      rinnt sich aus
      nur fort, nur fort, ja wohin?
      Zentimeterabyss
      mitten in dem neuen Leben
      kein Atem, Dir nachzueilen
      und schnell noch das Leb
      klammern in einem Vers
      sonst biegt es
      und bringt Dich und mich
      um die Ecke
      sieh!

      Ich hatte mein Wort erkannt. Und: vice versa

    • parallalie sagt:

      dein zu langsamer schatten
      bleibt zurück harrt vor der ecke:
      ein stück seide
      das in sich zusammenduftend
      seine form schon verändert hat
      wenn dein auge die vorletzte
      erst wahrgenommen
      deine schritte im nachhall
      um ecken nur noch verwandt
      mit der quelle des klangs

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