kopfschuß du nennst es
kopfschuß wenn einer eine
macke hat (geste:
zeigefinger gegen schläfe –
dem rachen entfährt
ein meuchelpufferisches
geräusch wie „puch“)
oder wenn die birne
dizzy wird schluck
für schluck für schluck

(nicht zur veröffentlichung bestimmt)

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Vorgänge der unbegreiflichen,
ununterbrochenen Gegenwart,
oder
Warum hat er zuviel
Bier getrunken?
(Nicht zur Veröffentlichung bestimmt.)

Ort und Handlung: Finden keine bleibende Statt. (*)
Tageszeiten: Wer andern eine Stunde schlägt, fällt stets allein.

Ernst Kreuder: Herein ohne anzuklopfen

(*) "Am Ende ist es dem Schriftsteller nicht einmal im Schreiben zu wohnen gestattet." Adorno, Minima Moralia

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einem der auszieht : das fürchten zu lernen : kann man nur raten : den versuch zu unternehmen : sich ganz und gar anzupassen : die ängste : die sich dann einschleichen : sind verheerend

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zwischen den freistehenden
balken nunmehr ohne gemäuer
da wo einst mein bett stand
als ich noch klein war
im haus gleich hinter der kirche
sagte ich zu ihr „leg dich hin“
und ich legte mich auf sie
aber es war kalt und ich spürte
nur das bißchen haut das
mein bißchen haut berührte
und ich sagte „lass uns gehen“
denn außer ihrem bißchen haut
hatte ich nichts gespürt
als die kälte die alles umgab
was ich als kindliche lust
hatte heraufbeschwören wollen

(es war der erste neujahrstag : nach dem tod meiner mutter : und ich war neunzehn)

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wollen mir ans brot
daß ich wiederkäue
die bedeutung
der in laute fremde
führenden sackgassen
der in fremden lauten
sich verhaspelnden
der in lautfremden
dessen, was den händen
entglitten und
fortgeschwemmt
auch
zu weilen
nicht getaugt

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Dies ist kein Roman, denn wäre es ein Roman, dann hätte dieser Roman mit Sicherheit einen anderen Anfang, als die simple deklaratorische Aussage „Dies ist ein Roman“, womit ich also nur zu verstehen geben will, daß ich konsequent handelnd dem unbestimmten Negationsartikel meinen Tribut zollte und entsprechend gleich von vornherein jede Möglichkeit verneinte, es handele sich um einen Roman, der ja sowie weder eine Handlung noch eine Hauptperson – wenn nicht sich selbst – hat, welche Ingredientien einem Roman ja wohl schwerlich vorenthalten werden können, es sei dann man entschließe sich dazu, einen wie auch immer gearteten Text sich aus dem Kern einer Aussage herauszuspulen zu lassen und dann am Ende vor einem verknüddelten Meßband zu stehen, bei dem man nicht mehr weiß, wo die 0 m und wo meinethalben die 20 m sind, so daß deutlich wird, daß zur Ermittlung einer Distanz mehr vonnöten ist, als eine Hand, die immer fleißig das Band abspult. Darum also (ich habe einen Punkt gesetzt!) ist dies kein Roman. Interessant bleibt lediglich die Aussage, für einen Roman sei es notwendig, die Distanz zu ermitteln. Das könnte also von der Nulldistanz des Ichbinichbin zur Sternendistanz des „Ich gebe wieder, was Er mir erzählte über die Art, wie ich über Ihn berichte, wenn er über seine merkwürdigen Reisen etwas zum Besten gibt, das Ganze dann gelesen und interpretiert von einer völlig fremden Person, die behauptet, das alles stimme gar nicht und beruhe auf der Phantasie Eines, der lieber seine Arbeit vernachlässige und irgendwas in die Tasten zu tippen sich bemüßigt fühle, als wieder an seine Arbeit zurückzukehren“.

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jedes nein hinterläßt : ein gutes gefühl

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Er stand am Beginn des Tages und verlangte eine Maut:
„Ich lasse dich nicht.“
„Es sei denn?“
„Du weißt schon…“
Ich hatte sehr wohl verstanden und markierte das Territorium mit dem Versprechen:
„Bevor der Hahn kräht, werde ich dich dreimal verleugnen.“
Mit den infamen Worten:
„Such dir einen schönen Baum aus!“
verschwand Er. Unwillkürlich mußte ich an Opa Wilhelm denken und sein: „Min Krüze! min Krüze!“

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…und schickst mir
den blendenden abglanz

o lord

deiner nebensonnen
die im nu aufblühen

won’t you buy me

auf dem polierten
lack der automobile!

a Mercedes Benz?

(und, träumte der dorfkumpel von einst, dann steigt jeder von uns beiden (der andere war allerdings nicht ich) in seinen weißen porsche, und dann volle pulle aufeinander zu auf der dorfstraße (o, es sollte eine zeitschrift geben mit dem titel „Schöner Sterben“!))

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Nichts Anekdotisches oder Beschreibendes. Die Emotion muß allein aus der Kreativität erwachsen.

Vicente HUIDOBRO

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