dir den krötenstein …

dir den krötenstein
im niedergebrannten gezweig
mir den billigwein
im ungern gebannten geschweig
uns den ringelreih’n
auf flagrantem wandelgesteig
euch die lesepein
im reim auch genannten gegeig‘

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es fällt vom tag …

es fällt vom tag
ein müdes
auf das blatt
wie ein letzter
vergeblicher befehl
über mouse
oder tastatur
kurz vor dem
game over

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Salustius, Über die Götter und die Welt – 11,2

11,2 Das Gegenteil des Königtums ist die Tyrannei, denn in jener geht alles, in dieser nichts nach der Vernunft; dasjenige der Aristokratie die Oligarchie, denn die Macht haben nicht die Besten, sonder diejenigen inne, die unter den Schlechtesten gewählt wurden; dasjenige der Timokratie die Demokratie, da nicht die Wohlhabenden, sondern das Volk alles in der Hand hat.

[Salustius 11,1] <<>> [Salustius 12,1]
Einleitendes

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[lesespuren]

Macbeth:
[…]
Mein Leben ist gefeit, kann nicht erliegen
Einem vom Weib Geborenen.
Macduff:                      So verzweifle
An deiner Kunst; und sage dir der Engel,
Dem du von je gedient, daß vor der Zeit
Macduff geschnitten ward aus Mutterleib.

Macbeth V,7

Siehe die […] Lesespuren [Celans] in Platons Der Staat: „So hätte man z.B. die einst dem Orpheus gewesene Seele das Leben eines Schwans wählen sehen, indem sie aus Hass gegen das weibliche Geschlecht wegen des von ihm erlittenen Todes von keinem Weibe habe wollen geboren werden“ […].

Anmerkung zu „Aber“ von Paul Celan in „Sprachgitter“

Wieder fiel ihr ein Dichterwort ein: ungefähr besagte es, daß es keine schlimmere Verzweiflung gebe, als mit einem Menschen in ein gemeinsames Schicksal verflochten zu sein, den man nicht liebe, und auch das bewies, daß sie sich bemühen mußte, etwas für Tuzzi zu empfinden, solange ihr Schicksal sie noch nicht getrennt hätte.

Musil II, iii, 17

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weißdorn-geblüht …

weißdorn-geblüht
an ackers rain
umsäumet dir
springins-blick-feld

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narni : erster : april …

(

narni : erster : april
ein : mu : die : leer‘
sei : mund : sei : still
schlürfe : den : tee
mit : den : augen

auf : bambus : matten
der : tee : meisterin
kniee : ge : schlurf)

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[Wo das Meer stillsteht 4,28]

Der sich rächende schmetterling

der schmetterling, den du vergiftet, hat ein menschliches antlitz
düstere pechschwarze flügel – haben gewiß ein gedächtnis
erinnern an – die weibliche verrücktheit, als er zuletzt zu dir tauchte

haß – sieht sich als blume
in den mißverständnissen eines glänzenden morgens
eine schwarze puderquaste – pudert den protzigen raum, der voll eines alptraums
wieder wartet der schmetterling an der wand, die anzuschau’n du angst hast

von deiner hand zerfetzt – findet er dich
verwandelt in einen schatten – auffällig umgeben von der stimme des windes
ein winziger mund, der dich nach dem tode beißt

gewiß gehört er jemandem – fällt rückwärts ein in den grünen himmel
je mehr du vergessen willst, desto mehr siehst du den schmetterling sich rächen

[Wo das Meer stillsteht 4,27] <<>> [Wo das Meer stillsteht 4,29]
Text nach YANG LIAN, Dove si ferma il mare

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den himmel zermolken …

den himmel zermolken
haben die sterne
und gleißen schwarz
eine milch
ins leere gefäß
der finsternis

schokoladen-
puddinghaut
der nacht
von fingern
aufgewellt

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life functions critical

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wien nicht …

wien nicht
und auch nicht
der halleluja-
ringelreih’n
vorm stephansdom
und auch nicht
in der hand
die eiskalte dose
redbull

wein nicht
dein abschied
ist fare well

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