was der regen nicht
mit seinen raren tropfen
sägt jetzt die grille
[sic-haiku]
was der regen nicht
mit seinen raren tropfen
sägt jetzt die grille
[sic-haiku]
1.
ich weiß
hinter den dunklen wolken
wartet mein vater
Wasmachstdueigentlich?
2.
der rüssel peitscht
den hasen solange
bis er einen bikini trägt
und der elefant
sich in ein chamäleon
verwandelt
3.
In meinem zerschossenen Knie
stand mein Vater,
über-
sterbensgroß stand er
da,
[…]
Paul CELAN
[referenz hierzu]
wind brachte
gewittergeruch
brach äste (dürre)
im schweigen dann
dein grollen von ferne
himmelweit dunkel
dein aug‘
verborgen die blitze
dein‘
karessiert
fliege mir haut
die lind’ die sieg-
is fahrn dahin
die hand bei flut
wölbt rundes sich
der lind’ der sieg-
versink’ im schlick
bei ebb’ der lind’
der sieg- is fahrn
im stocherblick
geht zeit dahin
die einzige freiheit : die wir haben : ist die freiwillige unfreiheit : der liebe : und ich meine : nicht : die liebe : zum vaterland : denn sie entspringt einem anpassungsprozeß : einer ehe beispielsweise : der ebenso freiwillig ist : aber nicht : in die freiheit führt : der liebe : in der wir uns unfrei : frei fühlen : denn es treibt uns : der trieb : und das körper- : -dasein : das keine zahlen kennt! : und nur noch : mit „mille“ : sich befriedigen läßt : „basia“ : catullus : ja
„kluges thermometer“
dacht’ ich stets
„nie zeigst du mehr
als neunundzwanzig komma
neun grad celsius an!“
als wolltest du
dem übermut
der subjektiv
empfundenen hitze
einhalt gebieten
und mir hitze-
freiheit einreden
nein, heute war’s
mir gar nicht recht
daß du auf einunddreißig
und darüber stiegst…
der traktor fährt seine bahn
die augen seh’n, was sie immer sah’n
in all diesen jahren
die antwort fragt ein „ich ahn’“
immer schon, und du weißt es im wahn
in all diesen jahren
am ufer, nimm ihn, den kahn
es ist wie die zeit schon immer vertan
in all diesen jahren
übers meer dann will ich nah’n
mich der insel: zur speis’ mich zu fah’n
den kommenden jahren
sich heim-at-men
[„il suffisso men del plurale in cinese…“]
atmen sie – hopp – die
atmen sie mehr das
atmen sie – hopp – und
den gelben den sommer-,
den reiter, den -fluß
[Huang He
Huangho
Hoangho]
abgemähter …
hai mehrt er
wennerschreit (er)
dann fä-, dann frei-
dann schreit er
dann scheitan
dann reitet dich
hü-men sa-men
a
men
or
rhoe
mens sana non est sub luna
nur in der höh’
mich blößt mein wort
das schattenlos
ich leg’ den
herzkieseln zu
ein mosaik aus
weißen steinen
den augen
angeträumtes rot
Rom und Catull
Sei nicht schockiert, Fremder,
wenn wir immer noch den
Genius des Catull nachahmen.
Da du nicht mehr die meine
sein willst, mich auch nicht mehr
mit keiner Liebe lieben willst,
werde meine Geliebte und
verkauf mir deinen Körper,
aber zu einem guten Preis;
ich vergelt’s dir mit Bildnissen
oder Cäsarenköpfen,
im Unterschied zu denen,
die ihre Schulden nur
mit Schwanzköpfen begleichen.
Valentino Zeichen – dt. von mir
Schwanzköpfe: eigtl. „teste di cazzo“, was soviel wie „Arschgeigen“, „Arschlöcher“, „Blödmänner“, „Idioten“ usw. usf. Aber ich wollte auch mal so eine schöne Übersetzung hinlegen wie den berühmten „Mutterficker“ in der deutschen Version von Vonneguts „Schlachhof Nr. 5“ (oder war’s Schlachthaus?)