ajtys

zum thema: „Pinsel“

>>>>> In den Ach-Gezeiten… (TheSource) / spur die du … (parallalie)

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die füße my dear …

die füße my dear
geh’n wenn sie geh’n
auch die müden
wohin sie woll’n

nirgendwohin
sagst du

bleib
in der mitte
der richtungen
sind vier acht
sechzehn
zweiunddreißig
vierundsechzig
hundertachtundzwanzig
zweihundertsechsundfünzig
fünfhundertzwölf
ein mega zwei mega-

milchstraßen

(für t. c.)

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Erweckungen

Ich bin das erste Mal geweckt worden: „Ich bin wieder unter den Lebenden. Heute“. Ich bin ein zweites Mal geweckt worden: „Bis bald, bis bald, Caro.“ Ich bin ein drittes Mal geweckt worden: „Shirley Horn, no?“. Ich bin ein viertes Mal geweckt worden: „Danke, du hast mir ein Geschenk gemacht.“. Nach dem fünften Mal („… aber das Telefonat verschieb’ ich auf einen Zeitpunkt, der weniger ‚busy’ ist“) habe ich wenigstens eine Hand wieder beisammen. Dabei hatte ich ihr nach langer Zeit gerade gestern erst geschrieben in der Hoffnung auf Lebenszeichen. Dem blauen Dunst mich anvertrauend. So „Abacadabra of the rain“ (Sylvia Plath) von gestern. – Von Elisa Biagini (deren Gedichte ich gestern meinte) gibt’s jetzt ein Video, wo sie in florentinischem Tonfall (von dem zu schwärmen mir nicht schwerfällt : auf jeden Fall eine gewisse Art des Sprechens und der Wortwahl) erklärt, warum man Gedichte lesen sollte, auch wenn mich nicht wirklich überzeugt, wenn sie behauptet, man dürfe dem Leser keine „hieroglyphischen Texte“ zumuten. Was zu hinterfragen wäre. Und was ich nicht wirklich glaube, denn sie schreibt ihre eigenen Hieroglyphen, die ja nichts anderes sind, als Bilderschriften. Also darauf zurückkommen, wenn ich meine Arbeit schicke.

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Sylvia Plath: A Sorcerer Bids Farewell to Seem

I’m through with this grand looking-glass hotel
where adjectives play croquet with flamingo nouns;
methinks I shall absent me for a while
from rhetoric of these rococo queens.
Item: chuck out royal rigmarole of props
and auction off each rare white-rabbit verb;
send my muse Alice packing with gaudy scraps
of mushroom simile and gryphon garb.

My native sleight-of-hand is wearing out:
mad hatter’s hat yields no new metaphor,
the jabberwock will not translate his songs:
it’s time to vanish like the cheshire cat
alone to that authentic island where
cabbages are cabbages; kings : kings.

Sylvia Plath – Jugendgedichte aus einem Bändchen, hier auf Englisch und Italienisch erschienen, mit unmöglichen Übersetzungen (etwa „flamingo“ mit „rosa“ und „jabberwock“ mit „menestrello“, als hätte er nie die Tenniel-Illustrationen zu Alice gesehen („cheshire cat“! wird zu „gatto ridente“), Titel: „Non cercare mai d’ingannarmi con un bacio“ (= „Never try to trick me with a kiss“); achso der Hersteller dieses Bändchens heißt G. D’Ambrosio Angelillo…). Vielleicht ja den Titel übersetzen, Dr. Schein wird sich freuen: Ein Zauberer verabschiedet sich vom Schein (Angelillo übersetzt: Sieht aus, als verabschiedete sich ein Zauberer (Un mago sembra che dica addio)).

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zurück …

zurück
kein woher
kein wohin

wieder
widerfahren
wieder

kein wohin
kein woher
zurück

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arebeit

Es brauchte diesen Donner, diesen Regen, diesen einen Blitz, der den PC abschaltete. Und die Feuerwehr, die lärmend mit allem, was sie hat (?), durchs Dorf fuhr. Dieses Aufschrecken aus der geistigen Lähmung durch die Unmöglichkeit, die innen sich stauende Hitze nach außen abzugeben, außer in der Form von Schweißtropfen. Und dann ging’s plötzlich! Und rasch mal eben hochkonzentriert zehn Gedichte übersetzen. Nicht zuletzt, weil es leise anfragte: Wie’s ginge? Hier herrsche eine höllische Hitze, und ich nehme an, sie meint Florenz, die das sowieso schon langsame Denken verlangsame… (…) wie denn die Arbeit voranginge? (Und das Wort „Arbeit“ gefiel mir, weil ich darunter einfach eine Mühe verstehe, der man sich unterzieht,
Man musz sich so ausdrücken: während in der älteren sprache die bedeutung von molestia und schwerer arbeit vorherschte, die von opus, opera zurück trat, tritt umgedreht in der heutigen diese vor und jene erscheint seltner. jede derselben war aber in dem wort selbst begründet, seitdem allmälich die thätigkeit der menschen unknechtischer und freier wurde, war es natürlich den begrif der arbeit auf leichtere und edle geschäfte auszudehnen. – Grimm, Deutsches Wörterbuch, A-Biermolke, Sp. 539 (aber das allgemeine, auf das näher einzugehen ich nicht das Zeug habe, auf mich zurückführend:)
weil sie einem die Mühe des Seins erleichtert, indem sie sie auf ihre Schultern nimmt). Das Ergebnis wird noch einmal durchgelesen und kommentiert werden müssen, was die Stolpersteine betrifft. Und wenn das Placet kommt, wird’s auch hier zu lesen sein.

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und überhaupt …

und überhaupt
es wird frühling
in der provence

alte briefe
die mich heute
noch einmal
erreichten

get me to
a beach!!!!!!!
write soon.

wie – es jetzt wiederlesend – mir aus dem herzen gesprochen, bei 85,8°F hier im raum (Tomorrow [May 16, 1977] the temperature is supposed to be in the 90’s.)

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du kannst nicht …

du kannst nicht
„I can get no
satisfaction“
hören und gleich-
zeitig zuschauen
wie die schwalben
überm dorf kreisen

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Fürwahr?

Ein Haus brach in sich zusammen. Heute morgen um halb neun. Stand in der Zeitung im Internet. Es sei sowieso schon alt gewesen. In der Altstadt, sagte der Tabaccaio auf die Frage nach dem Wo. So wurde aus dem Haus eine zuckende Schulter und ein etwas ausführlicherer Artikel später in der Zeitung im Internet. Der Silhouette des Stadthügels war im Vorbeifahren nichts anzumerken als der Gedanke an das Gelesene in mir, mit dem der Blick sie flüchtig streifte. Der eine Tote ist auch nur die Notiz von ihm. Ich weiß nicht, ob ich das, was ich jetzt vom Berg im Süden zu sehen vermeine, aus der Erinnerung hole, oder ob er sich wirklich als Hauch im Dunst selbst andeutet. Denn es ist nicht wahr, dass das Wesen der Dinge in der empirischen Welt erscheint. Ein Maler, dem die Hände fehlen und der durch Gesang das ihm vorschwebende Bild ausdrücken wollte, wird immer noch mehr bei dieser Vertauschung der Sphären verrathen, als die empirische Welt vom Wesen der Dinge verräth. Stefan Ripplinger in „Auch. Aufsätze zur Literatur“, „Niels Lyhne“ zitierend.

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Jimi Hendrix – Hear My Train A Comin. Woodstock 69

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