Salustius, Über die Götter und die Welt – 12,5

12,5 Und wenn die Menschen Böses tuend eben das Böse anstrebten, dann wäre ihre Natur selbst böse; wenn derjenige, der zum Beispiel Ehebruch begeht, der Meinung ist, daß zwar der Ehebruch böse, doch das Vergnügen andererseits etwas Gutes sei; wenn derjenige, der einen Mord begeht, dafür hält, daß zwar der Mord böse, doch die Reichtümer andererseits etwas Gutes seien; und wenn derjenige, der einem Feinde Böses antut, meint, daß Böses zu tun etwas Böses sei, es jedoch etwas Wertvolles sei, sich dem Feinde zu erwehren – und ebenso irrt die Seele in allen Dingen auf dieselbe Weise -, dann entstehen die Übel aus dem Verfolgen des Guten, gerade so, wie das Dunkel, das von Natur aus nicht existiert, daraus hervorgeht, daß das Licht fehlt. Es irrt somit die Seele, denn sie tendiert zwar zum Guten, irrt sich jedoch hinsichtlich ihrer Identität, da sie keine Ursubstanz ist.

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Einleitendes

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