in den küchen aber …

in den küchen aber
an den tischen
da essen wir
was aufgetischt
uns zu essen
geboten wird

nenne es ein
grundbedürfnis
wie du willst

nein, ich bin nicht
gesellig …

und in den küchen
an den tischen
da esse ich
was aufgetischt
mir zu essen
geboten wird

willfährig sag’ ich:
’s war nicht schlecht

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es schläft …

es schläft
dein gesicht
im sessel
gegenüber

ich selbst grad
aufgewacht
kehr’ zurück
in das, was
mit gegen-
beginnt

mir selbst
wi(e)der- &
gegen- &
wärtig

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„Von was lebst’nn Du?!“

„Von was lebst’nn Du?!“ forderte sie brutal.

Arno SCHMIDT, KAFF auch Mare Crisium

(wo er doch heut‘ Geburtstag hat)

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angeleint am …

angeleint am
atempflock
immer im kreis
um den heißen
körper – leere
mitte des sturms

unversehens

stummenden aug’s

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bäume …

bäume
die aus dem nebel
heraus
auch mal sich selbst
allein
deinem blick
sich stellen

doch es trennte uns
la scure
della notte

unmerklich
der lidschlag
im zwischen

im unten aber
klingt aus

nur lied, nicht lid

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harnrinnsale …

harnrinnsale
erbrochenes
verschüttetes

bestohlenes sein
auf allen
bürgersteigen

rechts und links
in den augenhöhlen
das sein-sollen

er dann mit der hand
rachitisch klein
krumm gewachsen

an der bushaltestelle
und der blick sucht
die schuhsohle

„fort sollst du!“
und weißt nicht
wen du meinst

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Der Tod mit dem Schwanz

Merk dir, man ist entweder Jakobiner
Oder man glaubt an Gott, den Herrn auf Erden,
Und wenn wir glauben – Fürsten oder Diener -,
Wir sind verdammt, der Tod wird grausig werden.

Kein Mensch denkt nach, man lebt in Saus und Braus,
Man liebt, vergnügt sich, quält sich, man erwirbt
Sich ein Vermögen, führt ein großes Haus,
Man macht sich wichtig, ja, und dann: man stirbt.

Dann, sag‘ ich dir, dann fängt der Ärger an!
Es kommt ein neues Leben, eine Welt,
Die ewig ist, die niemals enden kann,

Niemals, bedenk‘ das, und dich packt ein Schauer:
Nichts, was uns rettet, nichts mehr, was uns hält,
Nur die verdammte Ewigkeit von ew’ger Dauer.

Giuseppe Gioachino BELLI (dt. von Otto Ernst Rock)

Im neuen spa_tien-Heft mit dem Thema „An den Tod“ gibt’s fünf Gedichte von mir: „Dir ge… widmet“ I-V

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poetik

abgetrennt
am ende der zeile
t steigt
i steigt
k al massimo

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weit offen sind sie nicht …

weit offen sind sie nicht
die türen
nur angelehnt
ein schimmer vielleicht
weiß nicht
eher ein dunkel
nein, keine
kerzen
hier

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der zweig am …

der zweig am
walnußbaum
entzweit
das feld
doch nur
wenn er
dabei
ertappt wird

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