windstunde nun
doch
immer gibt es
stunden
stunden
selbst die minuten
zu weilen
stunden
in denen
alles zählen
immer schon
bei eins
aufhört
windstunde nun
doch
immer gibt es
stunden
stunden
selbst die minuten
zu weilen
stunden
in denen
alles zählen
immer schon
bei eins
aufhört
ich bin der berg
der mich birgt
ich die klüfte
in denen geborgen
ich mich berge
denn himmel sind
wer seine worte
ausgibt
kann den text
nicht mehr
bezahlen
den er vielleicht
gewollt hätte
ohne ihn zu wissen
schattenpflanzenwandornamente
schatten pflanzen wandornamente
wandschaten : pflanzenornamente
schattenornamente : wandpflanzen
wandpflanzenornamente : schatten
wandpflanzenornamenteschatten
ornamentenschatten : pflanzen : wand
wandornamente : schatten : pflanzen
schatten : pflanzen : wand : ornamente
gestern abend, nachdem es mir am abend zuvor nicht gelungen war, mich hinzusetzen und die bilder in worte umzusetzen, wozu ich von Birgit Frotscher eingeladen worden war, und die schon lange auf dem kaminsims standen, und ich halb auch schon abgewunken hatte, sie mit einem alten gedicht *) abspeisend, schickte „Biggy“ mir das gedicht wieder zurück mit entsprechender bilderzuordnung, was mich aber nicht überzeugte, wodurch sie ihn mir dennoch gab, den entscheidenden:
schupp’s

zur nacht im letzten licht
leg‘ ich den gürtel des orion an
und schaukle bein und mich
weh hin den weg ins weh
find mö wie weh wie stein

wie stein umgrünt das weh’n
und krümmt ein nihilgott
mein fleisch das bebt und
wenn, wie alle nacht zuvor
am grund am grund der maare?

algenstein allverbeint
steinumalgt weißauchkein
wie-mö-wie lie-so-fliegt
die-lie-weh die-füh-gen
die-be-gen be-schwei-ben

und sphinxt du mich schlummernd
in dir vertatzt, dann laß ich mich
treiben ganz langsam zuletzt und
bevor ich den lichtschalter finde
bin ich dreimal gestolpert
——————————————
*)
nachts, da verkleide ich mich
lege den gürtel des orion an
und schaukle auf einem kamel
zu den pyramiden im tal der könige
unter dem schleier des neumonds
hänge ich mich unsichtbar
zwischen die tatzen der sphinx
die summt mir ein eiapopeia
wenn das nilkrokodil mein herz
in die unterwelt gebracht hat
erwacht mein fleisch und bebt
aber die sphinx hält meine beine fest
erst wenn ich den gürtel abgelegt
läßt sie mich schnurrend von hinnen
und bevor ich den lichtschalter finde
bin ich fünf mal gestolpert
(2002)
eilige worte
entfeiende
fliehende blicke
und steh’n wie
gewürfelt ein stein
obenauf dann
das einaug – doch
das sechsaug gewinnt
kein stabieren mehr
des käfigs bar aller
standarten und steh-
versuche nur noch
neugierig kreisen: sputnik
EINER vergangenheit
(die andern nicht minder)
Windhuk (AFP) – Drei deutsche Landbesitzer haben in einem ersten Prozess gegen die Landreform in Namibia gegen ihre geplante Enteignung geklagt. „Wir ziehen nicht die Agrarreform in Frage, sondern die Art, wie sie umgesetzt wird“, sagte der Anwalt der Deutschen, Adrian de Bourbon, am Dienstag vor einem Gericht in der namibischen Hauptstadt Windhuk. So sei nicht beachtet worden, dass Namibia und die Bundesrepublik einen Vertrag geschlossen hätten, der die Investitionen deutscher Bürger schütze. Obwohl das Gesetz es vorschreibe, seien die Betroffenen der Reformpläne nicht konsultiert worden. Der Anwalt warf der namibischen Regierung zudem vor, die Enteignungen richteten sich gezielt gegen Ausländer.
Wahrscheinlich geht’s um Geld. Worum sonst. Um Hereros? Deren Viehherden man beschlagnahmte. Einst. Verhungert, verdurstet? Die Hereros, versteht sich. Egal. Wir haben einen Anwalt. Den wir bezahlen können.
um sich herumsteh’n
in den taschen wühlen
o je, die schlüssel!
die schlüssel, die wo?