[Wo das Meer stillsteht 5,8]

Wo das meer stillsteht (3)

2

dieser todesähnliche augenblick – dieser augenblick der leidenschaft
dieser augenblick, ausdruckslos auf schwarzem bettlaken
und gleichzeitig in der schwebe über dem meer – fleisch
flieht vor sich selbst durch den spiegel aus fleisch
das lodernde organ ein korridor
lähmung – das strahlend blaue ziel, das den ozean zum blenden bringt
mädchen schreien dringend nach rast – wenn das sein stillsteht
die zartesten fenster sind feucht, aufgestoßen vom meer

stürze in eine richtung – die richtung, die es nie gab
weit fort von den klimpernden fingern – ist das instrument selbst musik
weit fort vom wind – lagert das salz in der wunde der ganzen vergangenheit
nur das jetzt ist wie vergessen
das ausdruckslose wasser der begierde mittags auf schwarzem bettlaken
je weiter fort die verwandtschaft desto strahlender – der augenblick, der die sünde erhellt
im jetzt ist keine zeit – niemand wacht langsam auf
zu sagen – illusion beiseite, kein meer könne lebendig werden

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Text nach YANG LIAN, Dove si ferma il mare

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3 Antworten zu [Wo das Meer stillsteht 5,8]

  1. Reh Volution sagt:

    im jetzt ist keine zeit- aber ein Z sowie ein kleiner Außerirdischer

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