[Wo das Meer stillsteht 4,25]

Andere, die nicht sind

sprache – stirbt in behauptungen
der purpurkristallene ozean stirbt in einem see anderswo
eine im klang der morgendlichen übelkeit gestapelte welt
erinnert den embryo – an einen blauen himmel und an zahnschmerz

atmen – präzise wie der zeitzünder einer bombe

das gold eines nachmittags löst sich im fenster eines museums auf
der zentrale platz des todes – stirbt in deinem auge
das dem schnee zusieht, der unberührbar fällt
winter fällt – was nicht ist, wurde, was es alle tage ist
eine wüste vergeltung der unwissenden körpertemperatur

der ozean – tritt jeden tag wieder als weißer knochen in die brust
jeden tag erinnerst du dich sinnlos an eine realität

streiche ein wort aus – ein baum stirbt an der adresse des windes
der kopf des embryos ist nach dem tod nur noch grün
was bleibt, ist gelächter – die deutlichen abstufungen der verwesung zu beleuchten

du näherst dich einer mitte – in der richtung, die nicht ist
das meer ist ebenfalls unberührbar – schnee, der anderswo bedeckt
bedeckt plötzlich überall

kein vogel, der je in so alte blutflecken getauchte wäre

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Text nach YANG LIAN, Dove si ferma il mare

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