das tote fleisch lebt wieder auf …

das tote fleisch lebt wieder auf
in seiner großen not
mit dem wind, der die gerüche
ins weite wieder ordnet.
das tote fleisch, die maschen
die sich winden
maden auch genannt

Ivano Ferrari, Macello *) (Schlachthof), dt. von mir

La carne morta rivive
nella sua grande miseria
col vento che riporta gli odori
ad un ordine sparso.
La carne morta è ricamata
da quelle sinuose presenze
che gli altri chiamano larve.

*) In: Nuovi Poeti Italiani 4, Torino 1994 (Einaudi: Collezione di poesia 249)

[zu larve: sind keine maden, sondern larven, engerlinge, denke aber auch an das lat. larva, gespenst, maske, vgl. aber auch >>> HORTVS LARVARVM und den bedeutungshof der verwesung]
.

Veröffentlicht unter macello | 4 Kommentare

besen besen …

besen besen
abendschand’

hingefenstert
dunkelt land

und da wo die
geister schweben

fremdlaut – fast
ein: „regnet das?“

lichter singen
farben lügen

lichter die in-
sekten locken

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

mein schreibe …

mein schreibe
ich das hin
es zusammen
zu lesen zu
lassen gedicht

oder

ich bin rom
die herrlichen reste
meiner armen (?)
vergangenheit

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | 1 Kommentar

hehl’ dir das …

hehl’ dir das
(denk’s dir!)

befiehl du
meine wege

wie dein
in-dich

kein hehl
aus dir macht

geschenkt ist
geschenkt

wiederhólen
nur mit dém
akzent!

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

der stimme …

der stimme
ausgewichen
wie einem blick

und eiche
gesprochen
den der sturm
entwurzelt

der aber
ist vom gott
verlassen

der den
schrecken
nicht sieht

niemand
fürchtet sich
vor ihm

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

es ab- …

es ab-
stellen
auf es
zu sein
und sich
aller
möglichkeit
begeben

die cd
weiterzu-
hören

nur noch
all’ die
wasser-
hähne
im haus

unten vom
spring-
brunn-
forellen-
klappern-
mühl-

saal

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

die ewige …

die ewige
wiederkehr

das abonnement
damals
der ‚hör zu’

das sich
des sich
zugute führen
lassens

des sich
hören
und sehen
vergehen
lassens

des
endlich
sich lassens

überführen
lassen

Die passive Seite des Nervenlebens erscheint unter der allgemeinen Form der Sensibilität; die sogenannten einzelnen Sinne sind nichts als Modifikationen dieses allgemeinen Sinnes, Sehen, Hören, Riechen, Schmecken sind nur die feineren Blüten desselben.

Georg Büchner, Über Schädelnerven

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

Shakespeare, Richard III, Act 1, Scene 1

i.e. duke of gloucester. solus. “a tribute to the best villain in the theatre history”, sagt der youtube-kommentar. I love the pronunciation.

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

rot

rot wär’ wo
andersherum
grün wär’ wo
gar nichts wär’
und auf dem
schwarzweiß
dann grau blau
wär’ und sw
die abkürzung
für ‚scheiß
wolken!“ und
alles komple-
mentäre sich
endlich aus
sich heraus
kompli-
mentierend
sich selbst
kontemplierte

bzw. dich

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

dich mit …

dich mit
den
mauerseglern
verjagen
quer
über den
himmel
des fensters
und nicht
mal mehr
zeit haben

ihnen und
dir
nachzuschauen

und kommst
doch wieder
auf dich zu

verjag dich nicht!

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | 2 Kommentare