lazy sunday afternoon : and a smile to myself : un meriggiare : nicht grad : assorto : pallido : auch nicht : eher rot im gesicht : small : auch nicht : the faces : all : die ich habe : auf fotos : vorm inneren auge : alles innere sei an sich dunkel : bloch : um sich zu sehen : und gar was um es [das bin] sei : müsse es aus sich heraus : bloch : so entwickelt sich sprechen : aus einem innen : in ein außen : und viceversa : a mayhap : is a good place to dwell : wir brauchen uns des : nicht zu veranworten : und so mag wohl auch die etruskische siedlung : auf dem ausläufer : oder auf dem ausläufer gelegen haben : was bleibt : sind die nekropolen : aber dort hausen die toten : wie in den worten selbst : dem denken ein bleibendes grab : errichtet wird : das denken selbst aber : in hinfälligen hütten aus holz und stroh : hauset : sofern es nicht schweift : ohn‘ alle behausung : sich treiben lassen : in trunkenen booten

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AN DEN MOND

O huldreicher Mond, ich denk’ daran zurück,
wie ich vor Jahresfrist auf diesen Hügel stieg,
dich zu betrachten – im Herzen beklommen:
Du hingst damals über jenen Wäldern dort,
wie du jetzt in deinen hellen Schein sie tauchst.
Doch getrübt schien mir und zitternd in Tränen,
die in die Augen mir traten, dein Antlitz
dem Blick, darüber, wie so mühselig
mein Leben war: und ist, noch auch sich ändert,
o mir so teurer Mond. Und dennoch hilft es,
mich zu erinnern, zu messen die Dauer
meiner Schmerzen. O wie willkommen ist dann
in der Jugend, wenn lang’ noch währet Hoffnungs=
Schimmer und kurz nur reicht Gedächtnis=Lauf,
sich zu erinnern an das, was vergangen,
ob es schon traurig und der Kummer stets währt!

Giacomo LEOPARDI, Alla Luna (dt. von mir)

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die frau, die in deinen armen älter wird, du aber bleibst jung, weil immer noch blauäugig unsterblich – traum der kindheit: die vor dir älter werdende frau: möglich, daß es mit einem aufenthalt bei meiner großmutter zu tun hat, an den ich mich nicht erinnern kann: meine mutter verließ mich: so muß das gewesen sein – dieser ganze gedanke ausgelöst von der idee „zeitsprünge“ (irgendwie muß ich ihm ja erklären, daß ich die anderswelt-bücher noch nicht gelesen habe): daraufhin das bild aus einem alten defa-film: er, der unsterbliche hans albers (?) mit älter werdenden frauen: ein ständiges welken der frauen – und gleich danach auch die eine szene aus kubricks „shining“: wie der junge nackte körper in der umarmung sich in etwas hinfälliges verwandelt: hexenmäßiges grinsen und lachen

rubrik: assoziationsblaster

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ob alles in ordnung sei
fragte mich die seltene nachbarin
statt „nein“ zu sagen
fragte ich nur: „sommerfrische?“
„nein“, sagte sie, sie führen
heute abend schon wieder fort
„grüßen sie ihre frau“

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dritter ritt durchs alfabet:

alle beisammen – charmegeber, disinhibitionspflaster, enthemmer, forgetmenots – generierten hosenlastige inkarnationen, jagende kardiosynkopen, legasthenische murmeleien, nachhaltig opake paroxysmen, quengeliges rufen, subkutane to-bee-or-not-to-bees… und vielleicht war xenophiles ypsilon zugegen

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(Otto NEBELs „Runen-Fuge“ Unfeig, unter benutzung der buchstaben U E I N F G T R Z)

FIRN-RUF

UNFEIG, ein Freier zeigt eine Fuge in Runen.
Ein Tuniegut erzeugt nie Fugen; er eifert gegen Ur-Zeugungen.
Feige nennen Fugen: „Unfug“.
Feige irren.
UNFEIG nennt eine Fuge: FUG.
Fugengegner rufen irr: „Rettet eure Uffizien innen!
UNFEIG ruiniert eure Uffizien innen!!
(Gegner regen nie einen Freien uff. Gegner zerzerren nur zu gerne.
Gegner retten nur Getue. Tintenfritzen triefen gerne).

[…]

buchstaben-gerammel, weil form sein will, weil undiszipliniertes schreiben form braucht, um berechtigung vor dem schreibenden zu erlangen.

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Er: bll lblll bll bl ll’lb.
Ich: bll!
Er: fnd ch ch.
Ich: fst schn n lllb.
Er: ndd.

Er: belle libellule e bolle blu all’alba *)
Ich: bello!
Er: find ich auch.
Ich: fast schon ein lullaby.
Er: indeed.

*) schöne libellen und blaue blubber im morgengrauen **)

**) schn lblln nd bl blbb m mrgngrn ***)

***) nö, allein schon mrgn verursacht magengrimmen…

[was man so klolektüre nennt: „A-E-I-O-U, la vocale non c’è più“ von Stefano Bartezzaghi [bekannter ital. kreuzworträtsel-schöpfer] in „Il Venerdì di Repubblica – 17.6.2005 – Nr. 900“]

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verhangen die spiegel
im unreflektierten raum
leises raunen
hinter den vorhängen

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schönheit begreifen

schön Adj. Mhd. schœne (das Adv. s.u. s c h o n), ahd. asächs. anfr. skoni, mnd. schöne (daraus entlehnt dän. skjøn, schwed. skön, mnl. scone, nnl. schoon, afries. skene, ags. sciene, jünger scene, scyne ‘schön’, engl. sheen ‘glänzend’, got. *skaun(ei)s (überliefert nur Nom. Pl. m. skaunjai)‚ anmutig führen auf germ. *skauni-, bestätigt durch das früh daraus entlehnte finn. kaunis ’schön’. Grundbedeutung ist ‘ansehnlich’ (wie l a u t ‚was gehört wird’, r e i n ‚was gesiebt werden kann’): Verbaladj. zur idg. Wurzel *(s)keu-: *(s)keu- ‘auf etw. achten, merken’. Zur Bildung auf -ni vgl. g r ü n und r e i n. Germ. Verwandte sind s c h o n e n (s.d.) und ahd. asächs. skoni ‚Glanz’, got. skaunei f. ‘Gestalt’, isl. skjoni ‘weißes Roß’, anord. skyn ‘Ordnung, Bescheid, Einsicht’, skynja ‘untersuchen, verstehen’. Vorgeschichte und außergerm. verwandte s.u. s c h a u e n.

KLUGE, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache [leider lassen sich hier die vokale mit waagerechtem strich darüber nicht wiedergeben]

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Nicht anklopfen – Die Technisierung macht einstweilen die Gesten präzis und roh und damit die Menschen. Sie treibt aus den Gebärden alles Zögern aus, allen Bedacht, alle Gesittung. Sie unterstellt sie den unversöhnlichen, gleichsam geschichtslosen Anforderungen der Dinge. So wird etwa verlernt, leise, behutsam und doch fest eine Tür zu schließen.

ADORNO, Minima moralia

Hypothese: könnte es nicht sein, daß in den zeiten des internet es auch heißen könnte: „den unversöhnlichen, gleichsam geschichtslosen Anforderungen der Psyche“, der Personen? alles greift unmittelbar in jeweils präsente innere. nichts vermittelt, nichts erzeugt „zögern“, „bedacht“, „gesittung“. nicht anklopfen: die offenen türen betreten, die nicht der andere öffnet, sondern die man in sich selbst öffnet, in der meinung, sie beim anderen zu öffnen, die der andere betritt, weil er seinerseits in sich eine tür geöffnet hat. jeder mit sich im anderen, daß nur ein vermeintlich anderes ist. dieses vermeintlich andere aber ist nur das, was man in sich selbst nicht wahrgenommen hat, oder nicht wahrnehmen wollte, oder vergessen hat wahrzunehmen. innenräume.

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