weltraum

warme alte laute – treue traute traeume – am raum lauert meer – rummelt rammelwelt – martert wuermer – taumelt tuerme – warte! – mauren lallen werte um – maut leert wetteraemter – muetterarme waltet! – matte ratten retten lamm – welle rammte tram – malte uralte mauer – murmelt um altare – teert wale – umwelt-maleur – muell wartet – tell-tale art murrt – ratet mal…

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

lektüre beim augenarzt :
A V R D K F H
je kleiner desto

unschärfer leuchten
weitsichtig
A U R O R E N

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | 2 Kommentare

jedes wort
ein in leerer flasche
gefangenes insekt :
du, den kopf schräg
auf die arme gelegt :
bis dir die zeit
zu lang wird
auf sein sterben
zu warten

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | 2 Kommentare

Salustius, Über die Götter und die Welt – 6,1

6,1 Die Götter unterscheiden sich in weltliche und überweltliche Götter.
Weltlich nenne ich die Götter, welche die Welt machen; unter den überweltlichen Göttern machen einige die Wesen der Götter, andere den Verstand, andere die Seelen: aus diesem Grund teilen sie sich in drei Klassen, die jede für sich in den Abhandlungen zu finden sind, die diesen Themen gewidmet sind.

[Salustius 5,3] <<>> [Salustius 6,2]

Veröffentlicht unter salustius | 2 Kommentare

das leben

auf herbstes schwelle
in der stummheit
eines sonnenuntergangs

entdeckst du die zeitwelle
und ihre geheime kapitulation

wie von zweig zu zweig
so leicht
ein fallen der vögel
deren flügel nicht mehr tragen

Antonia Pozzi (1912-1938)

La vita

Alle soglie d’autunno
in un tramonto
muto

scopri l’onda del tempo
e la sua resa segreta

come di ramo in ramo
leggero
un cadere d’uccelli
cui le ali non reggono più.

18 agosto 1935

Veröffentlicht unter Uebersetzungen | Kommentar hinterlassen

drei fünftel leben
dort
due quinti di vita
qui

sagt‘ ich
und dann
wenn’s fifty fifty wird
„fado via“
a Lisbona
mit blick auf den hafen
(never been there)
wie Sean Connery
in „Casa Russia“

or something
like that

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

aus dem staube sich machen
einer an übergrauten haaren
herbeigezogenen eingebildeten
vergangenheit in den spieglein
böser stiefmütter und zerknirscht
in den giftigen apfel beißen
grimassen dann schneiden in
vorgefertigten glassärgen immer
schon tot im voraus weil zurück
das glas zu scherben zerbrach
„ist der spiegel entzwei : bringt’s
sieben jahr‘ unglück dir bei“

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

Es gibt nichts Menschliches, was nicht zur Falle würde, für alle Menschen: wir können nicht verhindern, daß unsere Gedanken uns ködern, ohne Ausnahme, daß sie uns nur allzu bald, wenn wir über ein wenig Gedächtnis verfügen, lächerlich erscheinen. Selbst unsere heftigsten Schreie sind diesem Spott verfallen, die sie hören, finden nicht lange Geschmack daran, sich zu ängstigen, und die sie ausstoßen, wundern sich, daß sie geschrien haben.
Das Unglück, das uns am schwersten trifft, ist meistens ebenso nichtig: nur unsere Schwerfälligkeit ist daran schuld und hindert uns, darin denselben Betrug zu erkennen wie im Tod. In Wirklichkeit gibt es für uns überhaupt nichts, was zum Verzweifeln wäre, es seien denn die Worte, an die uns unsere Unredlichkeit bindet. Deshalb ist geistige Gesundheit Sache der Stumpfsten, Luzidität beraubt des Gleichgewichts; es ist ungesund, mit dem Geist zu arbeiten, ohne zu schwindeln, da er ununterbrochen dem widerspricht, was er feststellt. Ein Urteil über das Leben hat nur Sinn als Wahrheit dessen, der zuletzt sprach, und die Intelligenz fühlt sich nur dann wohl, wenn alle zugleich schreien, wenn keiner den anderen mehr versteht: dann haben wir das Maß dessen, ’was es gibt’. (Am erregendsten ist es, wenn sie es in der Einsamkeit und durch die Erinnerung erreicht und darin zu gleicher Zeit entdeckt, was ihr Sicherheit gibt und was sie untergräbt, so daß sie es beklagt, immer noch weiterzuexistieren, und dann, daß sie darüber klagen muß.)

Georges BATAILLE, Abbé C’

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

sauer gewordene frühmilch
die luft wie styropor
lauwarmer kaffee wie blut
geschlürft aus den wunden
die da kommen werden
ich ein als ob ein wie
als wäre ein ich schon
ungläubig starret ins helle
und stumm in ir wunnecliche

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

der tag : ausradiert
vom schatten der schwingen der
eule vorm fenster

Bildquelle

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen