die türen
in den schleusen
warten darauf
aufs offene
meer hinaus
zu fahren
doch die tränen
die heim
ins auge kehren
haben
keinen grund
die türen
in den schleusen
warten darauf
aufs offene
meer hinaus
zu fahren
doch die tränen
die heim
ins auge kehren
haben
keinen grund
in die nase steigt
aufgewühlt vom hund
zu erde faulendes gras
im licht einer spät-
nachmittagssonne
kleinstfliegen flirren
wie von der landstraße
die laute der reifen
und motoren auf asphalt
dann aus dem lichtfleck
unten auf dem nur halb
gepflügten feld steigt
schwarz-weiß die nebel-
krähe und ins blickfeld
senkt taumelnd sich
ein schmetterling
zur hur geh’ ich
zur hur mit den
gespreizten schenkeln
zur hur bettet sich
das haupt ins
feuchte bett
zur hur geh’ ich
wie die sonn’
sich breitet
in den acker
zur hur geh’ ich
und laß mich selbst
beackern
die hur und ich
wir wollen uns
begatten
die hur bist du
und ich bezahl dich nicht
die hur bist du
und weißt es nicht
die hur bist du
und bist es nicht
.unkenflug
..romschlag
..fälle von
..geheurer
.ragweite
unbegonnen
seiend
schwamm über
die verkreidete tafel
(tag geht ab)
warten auf mich
die muskeln
die mein aufstehen
bewirken (rechtes
bein auf den boden
ellbogen auf den
tisch gestemmt
beanspruchung
des oberschenkels
und der atemorgane
(preßluft!))
in einer halben
stunde schließt
der zigarettenladen
| Zweite Natur
Staunend Ich weiß, ohne irgendein Recht, da Im gemieteten Paradies nenn ich Sicher, auch traurig geworden Werner Söllner |
dritte natur
staunend mich zu kündigen mein eigen, ein ent- und wie ich einst moi même |
gespräche mit dem zimmer
gespräche mit dem fenster
gespräche mit dem bildschirm
ein raum
und zwei flächen
das wort : der blick
wie fremd dann
eines ertrunkenen bein
das dem dichter
im aufgeschlagenen buch
den weg weist
als kompaßnadel
no meer no more no mar
gespräche mit dem schweigen
gespräche mit dem kaugummi
gespräche mit der flasche
eine stille
und zwei mundgeräusche
das wort : der laut
wie mannahatta
lackawanna
im aufgeschlagenen buch
laut malend
vorwärts segeln
gespräche mit dem du
gespräche mit dem nicht-du
gespräche mit der abwesenheit
deine schweigende
gegenwart
und zwei schweigende
abwesenheiten
deine un-heimliche stille
das wort : ein schweigen
„Bau Wort dein Lerchennest
Im Moos meines Herzens“
der dichter
im aufgeschlagenen buch
der dichter lügt
[kursiv: Yvan Goll in Paul Celans übersetzung]
lauscher
am innenohr
die lücke
im laut
zu erspähen
fürs auge
fenstersprache
sprachfenster
windgelüste
drängeln dich
in ihr flü-
ihr flügel-
flüster-sein
die augen
zittern an
blattes spitze
wie die asche
an der
zigarette
rauch quillt
aus dem mund
asche tropft
(ach, kein see!
buckow ist weit)
auf dem
fußboden
ist endlich
vor meinen
augen
der licht-
fleck weg!
(als haiku?)
vor meinen augen
endlich vom erdboden ver-
schwunden der lichtfleck
(pragmatisch?)
endlich
ist es
dunkel