spinnweben einer …

spinnweben einer
nichtfließenden zeit
unterm wasserhahn
den seit monaten
niemand aufgedreht hat

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ein gedicht ist die haut …

ein gedicht ist die haut
des dichters, das die haut
des lesers berührt

ein gedicht ist die haut
des lesers, das die haut
des dichters berührt

ein gedicht ist ein leeres
haus, das der leser besetzt
und der dichter möbliert

ein gedicht ist ein möbliertes
haus, das der dichter
für den leser leerräumt

ein gedicht ist der leere
hautsack des dichters
in das der leser schlüpft

ein gedicht ist ein ei
aus dem ein vom leser
ausgebrütetes
gedicht schlüpft

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in der nacht schon …

in der nacht schon
nach dem tag erst
wird heimgezogen
meine körperhabe
(und alle schwellen
liegen immer quer)
wenn im dunklen
widerfluß ein stern
sich weiterflüstern
läßt hinab den strom

sei leise
geh leise
sei leise
geh leis’

in der nacht dann
vor dem morgen noch

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Villa Torlonia

ins blaue sich
tellernde kiefern
als gabelten sie
sich den himmel
während hinauf
zur schlanken palme
die krähe sich schwingt
und zwischen bauzäunen
schwitzende jogger
mit dem grün
kontrastieren

um den platz herum
an dem ich sitze
zwei im lichte
– im schatten
einer und ich
schräg hinter mir
berührt sich liebe
(so möchte es und
will es mir scheinen)

vor mir die krähe
so nah, daß ich die
schwarzen augen
funkeln seh’

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immer dichtet die seele …

immer dichtet die seele
was in die hände gekommen
den taschen ausgeliefert
sich untereinander
vermählt

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nach dem essen …

nach dem essen
fährt die zunge über
den belag der zähne
drückt dabei gegen
die schneidezähne :
ein leichter schmerz
macht sich bemerkbar
und höhlt den mund
für alle noch zu
sterbenden tode
hinter wer weiß wie vielen
masken camoufliert

daß ich dir mein gesicht
kaum noch zeige

jetzt weißt du, warum

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kühl im oktober …

kühl im oktober
nach sonnenuntergang
draußen im dämmer
auch der wein
hilft nicht

nur: I you
when love I
you glue am
I you in
with am you
out am I

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tanzet nicht …

tanzet nicht
der tag
mit den händen?
den deinen?
wäre doch nicht
das blümchen
„mauer“ genannt
in die / in das
alles denken
sich splitternd
verrennen will!

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die türen öffnen …

die türen öffnen
sich noch, fallen
wieder ins schloß
und umgekehrt
dazwischen mein
ohr hinter ver-
schlossener tür
wirft jeweils den
kommenden
gehenden schatten
kreisend um türen
wie wanzen ums licht

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wand-lungen …

wand-lungen
(inspirieren)
meta-fern
(exspirieren)
amöbin-ich
(inspirieren)
himmelloch zwo
(mund)
zu himmelhoch eins
(mond)
zum abheften
(exit)

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