der himmel hängt : draus rieselt es : (auch wenn ich noch warte) : straßenfluchten auf mich/mir : ohne schon ein gefühl davon haben : dazwischen die unschuld sein : schnee wird grün vermitteln : erde : das jetzt wie auf der tiefe : aber nach all den schuldzuweisungen : ist auch diese farbe bei mir : ich weiße decken : : gewünschte ankunft : im und

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ein handbreit säumt …

eine handbreit säumt
der tag noch
auf dem heimweg
links überm wald

ich schau’ auf das
gehen meiner füße

das bin dann also ich

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vier gedichtbände …

vier gedichtbände
pasolini
levico 9/79
eklektische landschaft
heute mit kolosseum
auf dem rübenacker
see und hotel sorriso
zwischen hannover
und berlin ein unmöglicher
monte soratte
beschwörendes blättern
„il marmo, a Lucca o Pisa, il tufo

a Orvieto…”
wo der plural die dächer
in brüste verwandelt *)

*) da der plural in orvieto stets weiblich ist, werden aus den „tetti“ (dächern) dort „tette“.

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die aus dem walde …

die aus dem walde
kam
die stille
mir
aus gebreiteten
ästen

und immer zu hoch
angesetzt
die zahl der
abzuschreitenden
schwellen
die zum walde führen

aber sie wollen
dich alle
mit kurzen folterschritten
: im leeren landet
der schritt
der zu groß
aber doch zu klein

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im auge : das auge …

im auge : das auge
der sonne : die worte
ein blendwerk : vorm auge
darin noch : das auge
der sonne : des tages
beginnen : und steil ist
und jäh und : endlich der
weg
und was : im beginn
ein ja sterb- : liches loos
unten end- : lich wartet
das auge : sonnentleert

kursiv: Ovid, Metamorphosen (Phaeton)

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Laura Sinatti: eine trockene welle …

eine trockene welle
am grunde einer stumpfen tasse
am morgen – deine ruhe.
draußen fächelt die sonne
(man kann sie sehen).
du hältst einen augenblick inne
schaust mich an, sprichst weiter.
du begreifst nicht
daß ich deine hand halte.
vielleicht habe ich angst, ich könnte
deine kratzer erreichen
es brennt, dieses heraufbeschwören
von vergangenheit.
in der stumpfen tasse spiegelt
die sonne deine ruhe.
wie eine hand in den eingeweiden
vermischt mit schweigen und andacht.
ti adorno : ich schmücke dich.

Come un’ondata secca

Come un’ondata secca
in fondo alla tazza opaca,
al mattino, resti calmo.
Fuori sventola il sole
(si riesce a vederlo).
T’interrompi per un attimo, mi guardi
riprendi a parlare.
Non capisci che ti tengo la mano.
Forse temo raggiungere i tuoi graffi
brucia questo evocare il passato.
Nella tazza opaca il sole
riflette la tua calma.
E‘ come una mano fra gli organi
mescolati in silenzio e devozione.
Ti adorno.

link: [link]

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wir erfinden uns …

wir erfinden uns
im nachhinein
und so sehen
wir auch aus

so näm-lich
aller omen
rückwirkung

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hellichterloh …

hellichterloh
einbrechende nacht
*)
         meines wachens im
         lachhaus im taghaus
         meines traumes ein
         stein noch zitternd
         (autobahngeröllsein)
         bei tagesanbruch
         rückwärts gerade-
         aus: da vorn
wer einmal hinschaut,
um zweimal hinzuschau’n,
sieht das ende des zweifelns

*) Christian Geissler, Im Vorfeld einer Schußverletzung

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ich hör‘ sie nur …

ich hör’ sie nur
die schuhe
die sie trägt
wenn sie
ausgeh’n will
und ich weiß:
bald explodieren
erst die eine
dann die andere

tür

dazwischen
stufen
und danach

stille

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kein plätschern …

kein plätschern
unten im spielpark
ich hört’ es
als die kinder
mit stöcken
die eisschicht
durchstoßen wollten

und wußte’s
erst dann

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