Rückkehr der Gespenster (November 1917)

Verdreckte Lumpen
Joppen voller Läuse
Ins Gras beißen vor Gewehrläufen, als tote Hand, so kehrt ihr wieder
Eure Klagen, eure zerrissenen Lippen
Was, November-Gespenster, habt ihr mir vorzuwerfen?
Gut, ich bin beleibt und frei gealtert im Frieden
Ich weiß
Müh’ ist und Freude und Schreiben und Singen
Ihr, die man abgepflückt und zum Untergang geführt,
Kaum blieb euch Zeit, euch zu behaupten, fiebernd die Arme auszustrecken
Kaum nannten euch die Mütter beim Namen, wart ihr schon bei den Ahnen
Nein, wir werden zu eurer Ehre keine Blumensträuße niederlegen
Ja, was denn? sagen sie der Reihe nach
Und das plötzliche Tausendstimmengewirr
Läßt alle Krähen auffliegen
Wisse, wir kehren zurück, dir zu sagen, daß du lachen sollst
– Die Kieferknochen noch immer voller Ton und Kreide
Und plötzlich tadeln mich meine Sorgen und meine Angst vor dem Winter –
Tanzen sollst du, so ihr Geschrei, tanzen auf den schrägen Schatten unserer Kreuze, die die ganze Erde einnehmen
Laß die Radieschen rot, das Korn gelb werden
Beiß in den Apfel der Zeit
Platz einfach vor Freude
Lebe
Und deine Novemberhommage gilt alles, was Blumen sind

Original bei ‘Je peins le passage’ von Raymond Prunier

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