(nicht wundern: sobald meine frau mal nicht da ist, habe ich fluida zu gast. (morgen dann reise ich selbst zum "toten"-essen in ihre heimatlichen abruzzen (daß es auch ein torten-essen wird, dafür habe ich heute abend selber gesorgt (jedenfalls die eine torte gelingt mir immer sehr gut (zumindest das letzte mal fragten mich gleich drei frauen nach dem rezept): apfeltorte! (nur diesmal mit birnen, weil die dortige gastgeberin eine apfel-allergie hat!!!!)))))

Er: ein tod bedeutet nicht viel für die welt.
Ich: stimmt, ähnliches las ich mal bei JEAN PAUL.
Er: dann aber träumtest du dich selber als toten und sahst dich seelenruhig auf der bahre liegen.
Ich: auch das stimmt, danach ging ich zur psychologin. irgendein hilfsdienst für studenten. aber wieso eigentlich dieses thema?
Er: na, du hattest doch wieder solche auto-gedanken, die dir immer dann kommen, wenn die provinzstraße in sichtweite kommt.
Ich: ach so. ja, irgendwas mit netz: meine eigene, für mich vernetzte welt würde keinen großen verlust verursachen. höchstens im rahmen meiner engeren umgebung. eine frage der proportion.
Er: na los, weiter!
Ich: he he, was soll das?
Er: nu komm schon, stichwort "weblog"…
Ich: du nervst! also gut: gegen diese unbedeutendheit schreibt man ein weblog.
Er: du bist voll unfertiger gedanken!
Ich: im grunde führt alle kreativität einen feldzug gegen die eigene nichtigkeit.
Er: … und sichert sein individuelles netz, indem es kreativ verknüpft nicht mehr so ganz irreparabel fortgenommen werden kann.
Ich: also alles gegen den tod?
Er: meinetwegen gegen den tod. im grunde aber eine verankerung im leben.
Ich: internet und leben: das widerspricht sich doch!
Er: bücher und leben ebenso. willst du nur fressen, saufen, ficken, rülpsen, schlafen und scheißen? du wolltest mir ja nicht glauben, als ich schrieb, was ich in deiner abwesenheit schrieb.
Ich: mich stört das impertinente an dir!
Er: auch das war mir klar – und ich schrieb’s.
Ich: du magst ja recht haben, aber dennoch ist nichts englisches an dir.
Er: war ja auch nur sinnbildlich gemeint.
Ich: fair thou well, and then to the elements! irgendein kryptisches zitat aus MANNs "Doktor Faustus", fiel mir grad‘ so ein.
Er: "Das Zitat als solches hat etwas spezifisch Musikalisches, ungeachtet des Mechanischen, das ihm eignet, außerdem ist es Wirklichkeit, die sich in Fiktion verwandelt, Fiktion, die das Wirkliche absorbiert, eine eigentümlich träumerische und reizvolle Vermischung der Sphären." ebenda, seite 702.
Ich: hast’s wohl angestrichen und mit einem lesezeichen versehen?
Er: ich geb’s zu.
Ich: und die kreativität? wo hinaus wolltest du?
Er: genau dahin, wohin du jetzt gelangt bist.
Ich: ich verstehe nicht.
Er: gieß lieber noch wein nach…

"odi et amo" schrieb CATULL. nickend schreibe ich auch das hierhin.

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