ERSTE TOTENWÄCHTERIN: Die Stunde hat nie geschlagen.
ZWEITE TOTENWÄCHTERIN: Wir konnten’s nicht hören, hier gibt es keine Uhren. Bald wird Tag sein.
DRITTE TOTENWÄCHTERIN: Nein, der Horizont ist schwarz.
ERSTE TOTENWÄCHTERIN: Möchtet ihr nicht, ihr meine Schwestern, daß wir uns unterhalten und erzählen, was wir waren? Das ist so schön und immer falsch…
ZWEITE TOTENWÄCHTERIN: Nein, lieber nicht davon. Und überhaupt, waren wir denn was?
ERSTE TOTENWÄCHTERIN: Vielleicht. Ich weiß es nicht. Aber schön ist’s immer, von der Vergangenheit zu reden. Die Stunden sind dahingeschmolzen und wir saßen schweigend. Ich selber schaute in die Flamme jener Kerze dort. Manchmal zittert sie, manchmal wird sie gelber, manchmal wird sie blaß. Ich weiß nicht, warum das so ist. Aber wissen wir vielleicht, ihr meine Schwestern, warum die Dinge so sind?…

Fernando PESSOA, O Marinheiro (nach der ital. Übersetzung von Antonio TABUCCHI)

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ihn fortkratzen
sobald sich schorf
gebildet auf den knien
seit sie wund vom fall
und beobachten wie
aus roten punkten
dunkles blut in
worte sich ergießt

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vergrifflichkeit einer eintretenden aufrichtsbehaltung eines aktiv ordinären vorbiegers eines wiederalso

während also die eingriffe der ordinären aufrechterhaltung wieder eintreten in die aktivität
während also die aufrechterhaltung wieder in die aktivität eine ordinäre treten (eingriffe?)
also die erhaltung des aufrechten wird ordinäre aktivität während eine wieder (betreten verboten)
ordinär gesehen, erhalten die aufrechten die aktivität während eines verbotenen wiederbetretens
vor wiedereingriffen betretene aufrichtigkeit wird während einer verbotenen aktivität ordinär erhalten
vorgriffe auf wieder eintretende beaufrichtigungen wären ordinäre vorboten einer aktivitätserhaltung

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Sie (in eine Ecke sich kauernd): Du bist also gar nicht tot.
Er (im Türrahmen): 😐
Sie (Schenkel): Was willst du tun?
Er (Gesicht): 😐
Sie (Gesicht): Willst du mich umbringen?

An imbecile with sideburns was about
To use his gun, but you were much too quick
.

[Nabokov, Pale Fire, II, 468-469]

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hängen auch immer so viele
fäden aus dem schwarzen
heraus des ewigen darüber

zieh mal!

nein…

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zungen speichern
im gefrierfach

steife worte zunächst
beim hervorholen
kein rührt-euch!-reflex

bis sie in einer lache
aus wasser und blut
sich anfühlen wie
das vibrieren meiner
stimme im hals

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ich bin nicht so frei
annehmen zu dürfen
so frei zu sein
annehmen zu dürfen
frei zu sein

(gibt es eigentlich noch die marke „dudarfst“? : (margarine, glaub‘ ich, war’s)) :

ich bin nicht so frei
annehmen zu können
so frei zu sein
annehmen zu können
frei zu sein

(„hast du was : dann bist du was“ : (so warben einst die sparkassen : wenn ich nicht irre) : andernfalls bist du nichts) :

ich habe angenommen
nicht so frei zu sein
der annahme zu sein
so frei zu sein
der annahme zu sein
frei zu sein

(auch dachte ich neulich an Marsha Hunt : „Keep the customer satisfied“ : (im kaufhaus bedienungslos kapitulieren) : ein weblog bei twoday heißt : assoziationsklimbim)

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schon sammeln sich staub
insektenleichen (zwei)
auf der runden glasscheibe
meiner erst zwei tage alten
neuen schreibtischlampe

ist das nun schon wieder
so ein memento mori?
barocke thematisierung
der vergänglichkeit?

immerhin kann ich noch pusten

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eine rolle
schwarzes isolierband
ich sollte sie
schweigen nennen
dann kann ich es
in die hand nehmen
es senkrecht stellen
und über den schreibtisch
rollen, es kreiseln lassen

aber wie nenn‘ ich
den schwarzen kugelschreiber?
mund? vielleicht…
und schreibe auf dem
schwarzen isolierband

dann redete ich schweigen

 

(der text läßt sich mit dem kursor ermitteln bzw. fahren Sie mit dem pfeil einmal durch die schwärze und drücken Sie dabei die linke maustaste)

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dichter im schutzgehege : eine art geschlossene gesellschaft : les- aber nicht kommentierbar : link gefunden im scribbleblog

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