im osten
spiegelt rot
sich der westen
wolken
am abend
es mal
cras
formulierend
im osten
spiegelt rot
sich der westen
wolken
am abend
es mal
cras
formulierend
CELAN ist mitnichten CLEAN
nach wie vor
dies zirpen – und
das männchen
der gottes-
anbeterin
nur noch eine
leere hülle
leichenblaß
am jasmin
leergepumpt
vergattet
seins-enthoben
dreigeteilte feigen?
niemals!
dennoch steht
in der küche
ein teller voll
von solchen
1
Dich ruf’ ich an, durch die sich dreht und regt
Die gütigste und sanfteste der Sphären,
Amors heil’ge Mutter, Tochter des Zeus,
Schöne Göttin aus Amathunt und von Kytheren;
Dich, deren Stern, d’raus alle Anmut quillt,
Nacht auch und Tag als Botin sich ehren;
Dich, deren fruchtbar=, helle Lichterstrahlen
Die Welt erfreu’n, die Himmel heiter malen.
2
Du nur vermagst, daß man irdisch genießt
Heiterer Muße in friedlichem Stande.
Janus, bezähmt, schließt den Tempel für dich.
Den Zorn legt besänftigt Furor in Bande,
Maßen der Waffen und des Krieges Gott
Oft schmachtet als Geisel – dir nur zum Pfande;
In Frieden dann, mit den Waffen der Wonnen
Führt Krieg er und ins Bett die Kolonnen.
Aus „L’Adone“ von Giambattista MARINO (bloß, das Ding hat über 1300 Seiten!).
es hat alles seine bewandtnis
es bewendet sich
was sich nicht bewenden
lassen will und kann
und so bewend’ ich’s mir
sein bewenden hat es
allemal damit
rubrik: etymologische gedichte
flirrendes gefieder
im letzten sonnenstrahl
flirrt zwischen baum
und kleewies‘ hin und her
im winde dann
vorm letzten strahl
hebt wind sich
und es schwirrt und rauscht
im laub doch endlich
auch ein tag, den du gelebt
die frauen mäandern
die frauen gehen hin und her
die frauen, die wissen
wer draußen ihre schritte
ihr mäandern, ihr hin und her
sich zirkelt und winkelt
die frauen, ein hinter den fenstern
dort, wo davor
im geiste sich spiegelt
ein A
sich dem O
[…] window;yes
women sturdily meander in my
mind […]
Cummings
Felsen und Sand und kein Wasser
Sand, den seine Schritte besäen
ohne Zahl, bis hin zum Horizont:
Er floh, und Niemand, der ihn verfolgte.
Zermahlen, erloschen das Geröll
vom Wind zernagt das Gestein
gespalten vom wechselnden Frost
trocken der Wind und kein Wasser.
Kein Wasser für ihn
der nichts brauchte als Wasser
Wasser zum Auslöschen
Wasser, ein wilder Traum
unmögliches Wasser, um sich zu läutern.
Bleierne Sonne, strahlenlos
Himmel und Dünen – kein Wasser
Ironisches Wasser der Fata Morgana
Wertvolles Wasser, dräniert in den Schweiß
oben – unentbrannt – das Wasser der Zirruswolken.
Er fand den Brunnen und stieg hinab,
tauchte die Hände ein, und das Wasser ward rot.
Niemand konnte je wieder davon trinken.
12. Januar 1984
Primo LEVI (dt. von mir)
stehen drei rosen
am rand des zements
sind nur drei rosen
deren rot vehemenz
blühend umkosen
die disteln florenz essenz
als wollten die rosen
daß unkraut sie kränz‘