Adonis – ein kleiner Übersetzungsversuch

1

Dich ruf’ ich an, durch die sich dreht und regt
Die gütigste und sanfteste der Sphären,
Amors heil’ge Mutter, Tochter des Zeus,
Schöne Göttin aus Amathunt und von Kytheren;
Dich, deren Stern, d’raus alle Anmut quillt,
Nacht auch und Tag als Botin sich ehren;
Dich, deren fruchtbar=, helle Lichterstrahlen
Die Welt erfreu’n, die Himmel heiter malen.

2

Du nur vermagst, daß man irdisch genießt
Heiterer Muße in friedlichem Stande.
Janus, bezähmt, schließt den Tempel für dich.
Den Zorn legt besänftigt Furor in Bande,
Maßen der Waffen und des Krieges Gott
Oft schmachtet als Geisel – dir nur zum Pfande;
In Frieden dann, mit den Waffen der Wonnen
Führt Krieg er und ins Bett die Kolonnen.

Aus „L’Adone“ von Giambattista MARINO (bloß, das Ding hat über 1300 Seiten!).

Dieser Beitrag wurde unter Uebersetzungen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Adonis – ein kleiner Übersetzungsversuch

  1. montgelas sagt:

    9000 Verse sollen es sein.

    • parallalie sagt:

      na, schon der wikipedia-eintrag gibt 45.000 an. insgesamt sind’s 5462 achtzeilige strophe (das habe ich nun selbst zusammengezählt). übersetzte man zwei strophen pro tag, bräuchte man 7 jahre.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.