abend habend

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | 8 Kommentare

wohnen wie einst …

wohnen wie einst
ist eh nie wo wenn
weine ohne twins
steine nein! oh wo?
o weh! ist ein wenn
seen wohin? weint
es? nein, wohnt wie
steinwein : wohne!
weihst wonne ein
wohnen wie einst

ach und säumest

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

einmal berührte ich dich kurz …

einmal berührte ich dich kurz
da sagtest du: „du tust mir weh“
da war ich noch nicht auf der welt

aber hattest mir erzählt davon
von der grausig wollenden welt
am telefon, aus der wanne

konntest das wollen nicht leugnen
für dich, gemacht aus wollen und
nicht-wollen, aus ja, lieber-nicht

lieber, doch nicht, nicht du, nicht jetzt
und redetrunken, des essens
uneingedenk, des tages nicht

da saßt du dann mit dem andern
und schweigend, saht beide euch an

ein tag nur und eine nacht war’s
da saßen wir auf denselben
stühlen, sahen redend uns an

da war ich noch nicht auf der welt

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

nur kurz ihr profil im auto …

nur kurz ihr profil im auto
das dem parkplatz zusteuerte

und fliehen vor der hoffnung
sie habe mich gesehen

und der hoffnung entgegenlaufen
sie habe mich nicht gesehen

es kam gerade kein auto
als ich rasch über die straße ging

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

in der Schwebe

[Valéry sagt angesichts des Sternenhimmels], wir stünden da, wie in der Schwebe fern von uns. Unser Schauen gibt sich dem Anblick hin, in einem Blickfeld voller leuchtender Vorfälle […]. Wir können die Sterne zählen, wir, die wir nicht zu glauben vermögen, ihnen gegenüber zu existieren. Da ist keine Wechselseitigkeit zwischen ihnen und uns. Wir spüren in uns etwas, das ein Wort von uns verlangt, ein anderes, das es von sich weist. Was wir im Himmel sehen, ist das, was wir in unserer eigenen Tiefe sehen, da es auf dieselbe Weise unseres Handelns entzogen ist – und das eine funkelt jenseits unserer Macht, das andere lebt diesseits unseres Ausdrucks -, so daß wir eine Art Beziehung herstellen zwischen der Aufmerksamkeit für das am weitesten Entfernte und unserer Aufmerksamkeit für das, was uns am Nächsten liegt. Diese beiden Arten der Aufmerksamkeit sind wie die äußersten Enden unserer Erwartung, die einander entsprechen und sich in der Hoffnung auf etwas entscheidend Neues gleichen, im Himmel oder im Herzen.

italienisch zitiert im vorwort (von Giorgio Ficara) einer taschenbuchausgabe (Oscar Classici Mondadori 110) der „Canti“ von Giacomo Leopardi und aus dieser sprache von mir übersetzt.

Natur und Kunst sind sich im reinen Leben nur harmonisch entgegengesezt. Die Kunst ist die Blüthe, die Vollendung der Natur; Natur wird erst göttlich durch die Verbindung mit der verschiedenartigen aber harmonischen Kunst, wenn jedes ganz ist, was es seyn kann, u. eines verbindet sich mit dem andern, ersezt den Mangel des andern, den es nothwendig haben muß, um ganz das zu seyn, was es als besonderes seyn kann, dann ist die Vollendung da und das Göttliche ist in der Mitte von beiden.

Hölderlin, Sämtliche Werke, Briefe und Dokumente, hg. von D.E. Sattler, Bd. 8, S. 57f.

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | 2 Kommentare

von gold sind …

von gold sind
reflexe
sind monde
gleißende
scherben wie
strahlen wie
finger sich
bohren ins
auge durchs
fenster durch
läden und
doch nur ein
doch nur ein
doch nur

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

die vorüber …

die vorüber
des abends
im ohr

vielfaches gehen
kein kommen

ein bleiben

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

doch meine worte …

doch meine worte – doch meine schreie
verbrennen mich – verletzen
nicht mehr – wie blitze

meine haut – die heis’re glocke
ein scheiterhaufen – des himmels

aus sandelholz – stürzen ein
den niemand – verängstigt
entzündet das sündel das holz

(pron.: 3. pers. pl.)
(zur 1. sich ver-sing.)

spaghetti alla carbonara?
nur, wenn sie frische eier haben
einwandfrei natürlich

kursiv: Ungaretti „Solitudine“

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | 4 Kommentare

sie tranken unten …

sie tranken unten
in den gärten ihr bier
und aßen ab und an
die eine winkelte arme
die andere beine
ein öffnen
ein schließen
ein beugen der köpfe
nach vorn und zurück

die junge
die alte

manchmal
ging sie schaukeln
die junge

im blattwerk
dann
orangen ihr oben
ihr leibchen
wie glimmer
im grün

so ein ab und ein zu

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen

tag wort …

tag wort
tag ort
tat ort
tort wort
tat tag
wort karg

Veröffentlicht unter Unkategorisiert | Kommentar hinterlassen