Schön schöner – Chemin (November 17)

Aufreizend gekleidet Fräuleins und ihre Favoriten
Wegestaufe mit Novemberlied: Es regnet, es regnet, die Erde wird naß
Helle Stimmen und weitab dort die Kutschenkirmes
Ringelpietz mit Adelsprädikat, verpuffte Welt
Von den Dames bleibt nur noch der Nam’
Schweben durch die Lüfte im Einerlei der Jahre
Schöne Damen von einst
Liebkosende Blicke auf blonden Weizen und verwunschene Täler
Dann nur noch violette Stille, die auf ihre Stunde wartet
In Bayonne schärfte man die Klingen
Anderswo wurden Gewehre aufgestellt
Lauernde Fabriken im Schatten des Jahrhunderts davor
Dann, auf ein geheimnisvolles Zeichen der neuen Zeit
Fiel auf die Helme Schrott vom Himmel
Und Bauern übten sich im Schaufeln
Begruben sich hastig in Löchern aus Schlamm
Und es hieß Durchhalten Durchhalten Durchhalten
Anders gesagt sterben
Noch heute schwebt hier Pulvergeruch
Heftiger Nebel, der in die Lungen dringt
Oh diese Stille
Auch der Regen läßt jetzt in Ruhe den letzten Schrott, der da immer noch liegt
Und man fragt sich
Wo sind in dieser herrlichen Wüste die Leichen geblieben
Man schaut ins Weite
Übersieht die Kreuze, ihr Durchkreuzen von Leben
Und deren Schatten dennoch
Den Horizont zerreißen

Original bei “Je peins le passage” von Raymond Prunier

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Ein Kommentar zu Schön schöner – Chemin (November 17)

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